Ob im Bus, im Wartezimmer oder auf dem Sofa, das Smartphone ist für viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ständiger Begleiter. Doch ab wann wird die Handynutzung problematisch und wie begrenzt man die Bildschirmzeit sinnvoll? „Wir sollten aufmerksam werden, wenn wir die Kontrolle verlieren und mehr Zeit am Handy verbringen als uns lieb ist“, sagt Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der Barmer in Mecklenburg-Vorpommern. Es gehe nicht allein um die Nutzungsdauer: Mehrere Warnzeichen gemeinsam über eine längere Zeit könnten auf eine Handysucht hindeuten. Dazu gehöre beispielsweise, wenn Hobbies oder andere Aktivitäten, die vorher Teil des Alltags waren, vernachlässigt werden. Auch schlechter werdende Noten, Probleme mit Freunden oder Familie sowie Kritik im Beruf aufgrund intensiver Handynutzung seien mögliche Anzeichen. Warnsignale könnten auch körperliche Beschwerden wie Unruhe, Kopfschmerzen, Nacken- oder Rückenschmerzen sowie Schlafprobleme sein.
Gibt es eine „gesunde „ Bildschirmzeit?
Für Erwachsene gibt es keine festen Grenzwerte. „Im Schnitt nutzen wir das Smartphone rund zwei Stunden täglich, jüngere Menschen sogar vier Stunden und mehr“, so Henning Kutzbach. Entscheidend sei, welche Wirkung die Nutzung habe: Beeinträchtigt sie Schlaf, Beziehungen, körperliches Wohlbefinden oder die Fähigkeit, Pausen zu akzeptieren? Wer ohne Smartphone nach kurzer Zeit nervös wird oder nicht abschalten könne, sollte aufmerksam werden. Für Kinder und Jugendliche gelte die Faustregel: das Alter in Jahren sollte den maximalen Wochenstunden am Smartphone entsprechen.
Guter Vorsatz statt Dauerscrollen
Wenn der Griff zum Handy zur Gewohnheit wird, helfen klare Regeln und kleine Veränderungen im Alltag. „Setzen Sie klare Zeitgrenzen – idealerweise weniger als zwei Stunden pro Tag. Schalten Sie Push-Nachrichten aus“, rät Kutzbach. Ein normaler Wecker statt des Smartphones, eine Armbanduhr und das bewusste Aus-dem-Raum-legen des Handys könne praktisch helfen. Beim Bus- oder Bahnfahren bewusst innehalten und nicht sofort antworten, reduziere Stress und gebe Freiheit. „Wichtig ist, dass wir bestimmen, wann und wofür wir das Smartphone nutzen – und nicht umgekehrt.“











