Mit Beginn der Draußensaison steigt auch wieder die Gefahr, sich durch einen Zeckenstich mit Borreliose zu infizieren. Für Mecklenburg-Vorpommern meldet das RKI bereits 26 Fälle seit Jahresbeginn. Im letzten Jahr wurden insgesamt 475 Fälle erfasst, besonders viele davon in der Meckenburgischen Seenplatte. „Wer in der Natur unterwegs ist, sollte sich und gegebenenfalls die Kinder anschließend gründlich auf Zecken absuchen. Denn je früher eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Borreliose-Infektion“, sagt Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der Barmer in Mecklenburg-Vorpommern. Falls es zu einem Zeckenstich komme, sei dies kein Grund zur Panik. Denn nicht jede Zecke trage gefährliche Krankheitserreger in sich. Wichtig sei dennoch, die Zecke umgehend zu entfernen.
Bestenfalls werde dazu ein Hilfsmittel wie eine feine Pinzette oder eine Zeckenkarte benutzt. Dieses sollte möglichst nah an der Hautoberfläche angelegt und die Zecke dann ohne zu drehen herausgezogen werden. „Die Einstichstelle sollte in den nächsten Tagen und Wochen gut beobachtet werden. Schwellungen oder Rötungen könnten ein Anzeichen für eine Borreliose sein. Dann sollte die Hausärztin oder der Hausarzt aufgesucht werden“, rät Kutzbach.
Ab wann beginnt die Zeckensaison?
Die Zecken-Saison in Mecklenburg-Vorpommern ist schon wieder voll in Gang. Denn Zecken verlassen bereits bei durchgängigen Außentemperaturen von drei Grad ihre Winterstarre und machen sich auf die Suche nach einem Wirt. Das heißt, Zecken können mittlerweile praktisch das ganze Jahr über aktiv sein.
Welche Erkrankungen können durch Zecken hervorgerufen werden?
In Mecklenburg-Vorpommern kommt vor allem die sogenannte Lyme-Borreliose vor, die durch von Zecken übertragenen Bakterien ausgelöst wird. Diese können ernsthafte Erkrankungen wie Hirnhaut- oder chronische Gelenkentzündungen sowie Herzprobleme verursachen. Anzeichen einer Borreliose sind eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle und grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen. Zecken können auch Viren übertragen, die eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hervorrufen. In schweren Fällen kann FSME zu einer Hirnhautentzündung führen oder das Rückenmark schädigen. Zecken tragen nur in bestimmten Regionen FSME-Viren in sich. Bisher gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keine FSME-Risikogebiete.
Wo droht ein besonders großes Risiko für eine Borreliose durch Zeckenstich?
Die meisten Fälle wurden im letzten Jahr mit 131 im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gemeldet, gefolgt von der Stadt Rostock mit 101 Fällen und dem Landkreis Nordwestmecklenburg mit 47 Fällen. Generell gilt: Wer sich in der Natur aufhält, sollte sich anschließend gut auf Zecken untersuchen, um eine Borreliose zu vermeiden.
Fünf Dos und Don´ts nach dem Zeckenstich
- Zecke möglichst schnell entfernen – am besten mit Zeckenkarte oder feiner Pinzette.
- Zecke hautnah fassen und gerade herausziehen, nicht drehen.
- Zecke nicht zerdrücken, quetschen oder mit Öl/Kleber bestreichen – das reizt sie unnötig und kann dazu führen, dass Speichel und somit mögliche Erreger abgegeben werden.
- Stichstelle nach dem Entfernen desinfizieren und über mehrere Wochen beobachten (Rötung, Ringbildung, Symptome).
- Symptome nicht ignorieren, sondern ärztlich abklären lassen.
Datengrundlage sind die vom RKI gemeldeten Fälle zu Borreliose und FSME. Für das Jahr 2026 wurden Fälle bis einschließlich KW 13 berücksichtigt.






