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Geldschneiderei: Bio-Nepp beim Mineralwasser?

25. Juni 2020

Immer mehr Mineralbrunnen bieten Mineralwasser auch in Bio-Qualität an. Bio-Mineralwasser muss höhere Standards erfüllen als normales Mineralwasser. Zusätzlich sollen die Hersteller Vorgaben für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit umsetzen. Das Wasser ist daher oft teurer. Doch in manchen Fällen kostet Bio-Wasser selbst dann mehr, wenn es aus ein und derselben Quelle stammt wie das normale Mineralwasser des Abfüllers. Das hat die Verbraucherzentrale Hamburg im Rahmen einer Stichprobe herausgefunden.

Bis zu 60 Prozent teurer war ein Wasser der Marke Vilsa, das in einer besonderen Glasflasche mit Bio-Label verkauft wird. Bei der französischen Wassermarke Volvic betrug der recherchierte Preisaufschlag 34 Prozent. “Warum Verbraucher für eine Flasche mit Bio-Label mehr zahlen müssen, obwohl sie kein anderes Wasser bekommen, können wir nicht nachvollziehen”, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. “Das ist Geldschneiderei!”

Mineralwasser braucht ein “echtes” Bio-Siegel

Verbraucherschützer Valet wünscht sich beim Bio-Mineralwasser grundsätzlich mehr Transparenz. Bislang können sich Mineralbrunnen von zwei privatrechtlichen Anbietern zertifizieren lassen, die unterschiedliche Kriterien zur Bewertung heranziehen. Ein staatliches Bio-Siegel gibt es nicht, denn Mineralwasser ist kein landwirtschaftlich erzeugtes Lebensmittel und fällt damit nicht unter die EU-Öko-Verordnung. “Beim Bio-Mineralwasser wird das Bio-Siegel im wahrsten Sinne des Wortes verwässert. Wo Bio draufsteht, muss Bio drin sein!”, findet Valet.
“Wir brauchen auch für Mineralwasser eine staatlich kontrollierte Bio-Kennzeichnung.” Immer mehr Siegel und Label mit unterschiedlichen Anforderungen würden Verbraucher eher verwirren als nützen und das Vertrauen in Bio untergraben.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat zusammengefasst, was Verbraucher über Bio-Mineralwasser wissen sollten und beantwortet auf ihrer Internetseite wichtige Fragen: www.vzhh.de/bio-mineralwasser


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