Handwerker und IHK fordern endlich Energiepreisentlastung

28. September 2022

Ohne deutliche Entlastung bei den Energiekosten dürfte es an der Mecklenburgischen Seenplatte in Kürze noch größere Proteste gegen die Energiepolitik geben als bisher montags. Das haben Sprecher der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern und der IHK Neubrandenburg beim Kreistag am Montagabend in Neubrandenburg angekündigt. „Energie, Gas und Müll, die Preissteigerungen schlagen auf breiter Front bereits durch“, sagte Marten Belling als Sprecher der IHK. Firmen hielten sich schon bei Investitionen zurück, denn die Energiekosten hätten sich zum unkalkulierbaren Problem entwickelt.
Die Politik muss unbedingt Lösungen anbieten“, forderte der Sprecher der Handwerkskammer mit Blick auf die heute geplante Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz.

“ Frisöre konnten in der Corona-Zeit keine Rücklagen bilden und wüssten nicht, wie sie die Preiserhöhungen bewältigen sollen. Eine Kunstglaserei habe bereits ihren Ofen aus Kostengründen abgeschaltet, ohne dass klar ist, ob die Glaserei 2023 ihr Handwerk wieder aufnehmen will. Und die Bäcker könnten ihre erhöhten Gas- und Energiekosten kaum noch an Verbraucher weitergeben. „Es geht dort um die nackte Existenz der Bäckerfirmen“, sagte der Sprecher.

Aber auch eine gute Nachricht gab es auf dem Kreistag. Die Arbeitsagentur Neubrandenburg erklärte, dass der Arbeitsmarkt im Moment noch robust sei. Ohne die hunderte Flüchtlinge aus der Ukraine, von denen viele schon in Arbeit vermittelt werden konnten, wäre die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr wieder gesunken. Hier spiele auch eine Rolle, dass immer mehr ältere Menschen aus dem Arbeitsleben ausscheiden und zu wenige Arbeitskräfte zur Verfügung stünden.  In zehn Jahren werden 16 000 Mitarbeiter fehlen, sagt die Arbeitsagentur voraus.


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