Ein Kommentar zum Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern, der sich vor allem in den sozialen Medien abspielt und den eine Person ganz besonders beherrscht:
Hier stimmt doch irgendetwas nicht. Seit Monaten vergeht fast kein Tag, an dem MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig uns nicht auf einem der vielen Social-Media-Kanäle über den Weg läuft. Ob man sie nun sehen will oder nicht. Sie und ihre bestens bezahlte PR-Beraterin haben’s einfach ‚drauf. Nicht nur die ständige Präsenz ist es, die auffällt, sondern auch die gezielt ausgewählten Themen. Entweder positive wie: „Ich habe die Kitabeiträge abgeschafft“ oder eben Posts nach dem Motto: Manuela Schwesig fordert, Manuela Schwesig hat oder Manuela Schwesig will. Ganz gezielt sucht sie sich dabei Themen, bei denen sie weiß, dass sie punkten kann. Oder es zumindest hofft. Doch eine Sache, die viele Menschen bewegt, klammert die MV-Chefin gekonnt aus.
In diesen Tagen fordert sie die Bundesregierung beispielsweise auf, endlich etwas gegen die hohen Spritpreise zu unternehmen und scheut dabei auch nicht davor zurück, ihrer eigenen Partei, die bekanntlich in Regierungsverantwortung ist, in den Rücken zu fallen. Natürlich weiß sie auch, dass es Merz und Klingbeil nicht sonderlich interessiert, was die SPD-Chefin aus MV mal wieder in Kameras ruft. Die Ministerpräsidentin wettert gegen die Lebensmittelpreise, bedankt sich artig bei den Landwirten für ihre Arbeit oder sorgt mal eben mit ordentlich Steuergeld für Zugverbindungen, um das dann als ihren Erfolg zu verkaufen.
Doch das reicht Manuela Schwesig seit langem nicht. Denn mehr und mehr postet sie – oder ihre angestellte PR-Queen – private Bilder. Da heiratet sie im vergangenen Jahr ein zweites Mal am 20. Hochzeitstag und lässt die Follower daran gleich mehrfach teilhaben. Da schafft der Sohnemann das Abitur und erscheint mit ihr auf einem Bild, da hat die Tochter Ferien, was ein Foto mit Mama und Kind Wert ist, da fährt Frau Schwesig Fahrrad oder läuft ein bisschen und findet das berichtenswert. Da tanzt sie mit dem Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther im Video, da stößt man auf Kinder- und Jugendbilder von ihr, und da muss auch immer wieder ihr Mann herhalten – zum Hochzeitstag, zum Valentinstag, Weihnachten und Ostern. Häufig zum Fremdschämen. Sie lässt einfach nichts aus. Oder doch?
Denn irgendetwas fehlt. Seit mehr als zwei Wochen beschäftigt das Drama um Wal „Timmy“ oder auch „Hope“, wie er im Netz genannt wird, nicht nur die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, sondern in ganz Deutschland und darüber hinaus. Und Manuela Schwesig? Die schweigt. Doch wirklich, das kann sie. Zumindest auf Social Media. Und das sicher aus Berechnung. Denn sie weiß ganz genau, dass man mit diesem Thema keinen Blumentopf oder besser Wählerstimmen gewinnen kann. Und zwar ganz unabhängig davon, ob die Verantwortlichen jetzt richtig oder falsch gehandelt haben. „Timmys“ Schicksal polarisiert, es gibt nur Gute und Böse, nichts dazwischen. Manuela Schwesig weiß das, schweigt und sendet lieber Ostergrüße mit Mann von der Terrasse.
Hält sie die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns wirklich für so naiv? Glaubt sie, dass die Menschen im Land ihren aufgesetzten Wahlkampf nicht durchschauen und das Kreuz im September bei der SPD machen, weil sie so schön mit Daniel Günther getanzt hat? Antje Rußbüldt
Fotos: Screenshots Instagram Manuela Schwesig










Vielen Dank Frau Rußbüld für diesen wirklich offenen Beitrag. Ich hoffe er wird von sehr vielen Leuten gelesen die dann auch die richtige Entscheidung treffen.
Frau Schwesig im TV, Frau Schwesig im Radio, Frau Schwesig in der Zeitung. Man hat schon Angst morgens den Klodeckel zu öffnen.
Frau Rußbüldt,
Was soll diese einseitige Sicht auf eine Person. Würden Sie auch so über die selbstdarstellenden Weltverbesserer der AFD berichten. Wohl bemerkt, ich bin für keine der beide Seiten.
Denkaufgabe!
Bislang sticht nur Frau Schwesig mit ihren privaten Posts heraus, von den anderen Kandidaten – es gibt nicht nur den der AfD – ist so etwas derzeit nicht bekannt.
Nennt sich Wahlkampf oder so ähnlich.Probleme von Bürgern oder Lösungsansätze deren Sorgen keine Spur ! Der Auftritt letztes bei den ÖRR Lügnern, war einfach nur peinlich 😳 Thema Nr.1 war nur die AFD und die AFD und nochmals die AFD . Leider kein Wort welche Probleme gelöst werden , müssen und wie einfach wertloses gequatschte . Frage bleibt wer sagt ihr das und was soll das inhaltlich leere gelaber ? Ist das wirklich deren Plan, SPD gute Nacht ihr habt keinen Plan für das Volk was euch gewählt hat und wieder soll . Euer Plan ist Machterhalt und weiter am Tischlein Deck-dich sitzen . Mehr auch nicht !
Sehr gut und scharf recherchiert. Eines sollte aber nicht unerwähnt bleiben. Neben der Person Schwesig, gibt es noch jemanden der schier unermüdlich seinen Job erledigt. Es ist ihr scheinbar treu ergebener Parteigenosse Christian Pegel. Selbiger nutzt jede sich bietende Gelegenheit (und sei es nur die Eröffnung eines neuen Dixiklos)um publikumswirksam Fördermittelbescheide im Land zu verteilen. Frei nach J.W.von Göthe….tue gutes und rede ddrüber.Ob es denn am Ende reicht, bleibt abzuwarten.