Metallgusswerk erwartet für dieses Jahr wieder mehr Umsatz

6. Juni 2019

Knapp ein Jahr nach dem Weg in die Eigenständigkeit sieht sich die Mecklenburger Metallguss GmbH wieder im Aufwind. „Für 2019 wird ein Umsatz von 50 Millionen Euro erwartet, etwa zehn Millionen Euro mehr als 2018“, sagte Geschäftsführer Manfred Urban gegenüber Journalisten. So werden wieder mehr große Schiffsschrauben sowie mit Rudern kombinierte Propeller für Elektroantriebe produziert. Derzeit stellt das Warener Unternehmen Antriebe für die mit 22 000 Stellplätzen größten Containerschiffe sowie für eine Serie von Großtankern, die in Südkorea vom Stapel laufen, her.

„Doch Propeller sind nicht mehr allein die Messlatte“, erklärte der zweite Geschäftsführer Lars Greitsch. Ihr Anteil am Gesamtumsatz wird von 95 Prozent 2018 auf 70 Prozent im Jahr 2019 sinken. Dazu kommen andere Bauteile. Zur Sanierung der Firma und Sicherung der 175 Arbeitsplätze habe auch der Vertrag mit der IG Metall im Juli 2018 beigetragen. „Die Rampe der Auftragseingänge ist aber noch nicht sehr steil“, beschreibt der 43-jährige Lars Greitsch die jetzige Situation.

Das Mecklenburger Metallgusswerk gehörte bis vor einem Jahr zur DIHAG-Gießereigruppe. Durch Umstrukturierung ist das Traditionsunternehmen seit 1. Juli 2018 wieder eigenständig, wobei der 64-jährige Manfred Urban, Lars Greitsch und eine Geschäftspartnerin zusammen 25 Prozent der Anteile halten, 75 Prozent gehören einer Beteiligungsgesellschaft aus Wien (WsM berichtete)

Die Gießerei hatte im Boom-Jahr 2015 noch einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro, musste aber wegen der Schiffbaukrise 2017 und 2018 bereits Kurzarbeit einführen. „Das ist seit einem Jahr vorbei, wir brauchen jeden Mann“, sagte Urban. Dabei profitiert das Unternehmen von seiner Forschungsarbeit, unter anderem mit Forschern von einem Fraunhofer-Institut und der Universität in Rostock. So hat die Warener Gesellschaft weltweit bereits 350 große Schiffsantriebe auf kraftstoffsparendere Propeller umgestellt. Das „Retro-Fit“ hat aber zur Folge, dass nun fast nur noch kleinere Propeller an kleineren Schiffen ersetzt werden könnten. Da müsse man sehr genau rechnen.

Dazu kommen neue Stickoxid-Grenzwerte für die Schifffahrt, sagte Greitsch. So stiegen Reeder bereits auf Gasantriebe um, die keine Stickoxide ausstoßen, anstatt Schweröl oder Diesel. Auch die Kreuzfahrtbranche gehe diesen Weg. Dort werde an Bord viel Strom gebraucht. Ein italienischer Hersteller habe bereits das erste gasbetriebene Kreuzfahrtschiff im Betrieb genommen. Deshalb seien auch Antriebe über Elektromotoren entwickelt worden.

Ein weiterer Aspekt, dem sich die Warener widmen, ist der Lärm unter Wasser. Dafür wurde eine kleine Kappe entwickelt, die diesen reduziert und trotzdem die Leistung nicht beeinträchtigt. „Es gibt schon erste Häfen, die Reedern einen Preisnachlass gewähren, wenn ihre Schiffsantriebe leiser sind“, so die Erfahrung von Manfred Urban.


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