Es ist im Vorfeld erwartet worden, und es kam auch so: Der Prozess gegen den 48 Jahre alten Mann aus Kargow, dem sexueller Missbrauch von Kindern sowie schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in mehr als 50 Fällen vorgeworfen wird (WsM berichtete), läuft ohne Öffentlichkeit. Kurz nach der Eröffnung der Verhandlung am Landgericht Neubrandenburg verkündete die Vorsitzende Richterin Dr. Daniela Lieschke nach Beratung mit den Anwälten, dass hinter verschlossenen Türen verhandelt wird. Die Urteilsverkündigung – vermutlich am kommenden Mittwoch – soll dann wieder öffentlich sein.

Die beiden betroffenen Kinder, die als Nebenkläger auftreten, werden von den Warener Rechtsanwälten Katja Schade und Sönke Brandt (Foto rechts) vertreten. Ebenfalls im Gerichtssaal neben der Vorsitzenden Richterin Daniela Lieschke die Richterin Urte Brinkmann, die anklagende Staatsanwältin Daniela Röder-Rößner, zwei Schöffen sowie zwei psychologische Gutachter.
In der gestrigen Verhandlung – auch die Anklageverlesung war nicht öffentlich – sind bereits mehrere Zeugen verhört worden. Darunter auch eines der betroffenen Kinder.
Der Angeklagte hat sich nach Auskunft des Gerichtssprechers bisher nicht zu den Vorwürfen, die vor rund zwei Jahren öffentlich wurden, geäußert.

Bei einem zweiten Jungen, der zum Tatzeitpunkt 10 und 11 Jahre alt gewesen sein soll, habe der Angeklagte laut Gerichtssprecher Christian Weidlich das Glied manipuliert und diesen oral befriedigt.
Der 48-jährige Angeklagte hat in der Vergangenheit unter anderem auch für das DRK Mecklenburgische Seenplatte Schwimmkurse für Kinder gegeben und war für die Wasserwacht tätig. Das DRK hat die Zusammenarbeit nach Bekanntwerden der Vorwürfe beendet.
Die Staatsanwaltschaft klagt den Mann, der in der Region ein Nachrichtenportal betreibt, wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern nach § 176 Strafgesetzbuch sowie wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kinder nach § 176c an. Dem Kargower droht bei einer Verurteilung wegen schweren sexuellen Missbrauchs eine Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren.
Eine Anfrage nach einer Stellungnahme von „Wir sind Müritzer“ über Anwälte ließ der Beschuldigte in der Vergangenheit unbeantwortet.
Der Prozess wird am kommenden Dienstag, 27. Juni, fortgesetzt.
Fotos: Felix Gadewolz











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