
Horst Jüttner war ein begeisterter Tänzer. Seine Frau konnte er früher auf dem Tanzparkett gar nicht genug herumwirbeln. Als der 86-Jährige aus der Nähe von Ueckermünde vor kurzem als 20.000. Patient der Bethesda Klinik in Neubrandenburg mit Blumen begrüßt und nach seinem persönlichen Ziel für den Reha-Aufenthalt gefragt wurde, sagte er deshalb mit Blick auf seinen bevorstehenden 60. Hochzeitstag, er wolle wieder tanzen können mit seiner Frau. „Das war nur ein Scherz, Tanzen ist Vergangenheit“, räumte er dann ein.
Horst Jüttner leidet unter Arthrose an den Gelenken, kann sich nur mit Schmerzen bewegen. Er will aber aktiv sein, geht zu Hause jeden Tag im Wald spazieren, macht Kniebeugen am Treppengeländer. Operativ konnte ihm nicht geholfen werden, erzählt er. Deshalb wurde ihm eine geriatrische Rehabilitation empfohlen, um Lebensqualität und Beweglichkeit zu verbessern. Rund ein Jahr lang habe er auf den Platz gewartet, nun ist er für drei Wochen in der Bethesda Klinik, die auf geriatrische Rehabilitation spezialisiert ist.
Seit 1999 sichert die Klinik für ältere Menschen die Chance auf Wiederherstellung verloren gegangener Fähigkeiten, Teilhabe und Rückgewinn von Alltagskompetenzen. Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Pflegenden, Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden, Psychologen, Ernährungsberatern und Mitarbeitern des Sozialdienstes sowie der Verwaltung kümmert sich um die Patienten. Auf zwei Stationen stehen je 25 Plätze zur Verfügung. Die meisten Menschen kommen nach einer akuten Erkrankung in die Bethesda Klinik, um mit einem individuellen Therapieplan wieder möglichst selbstständig zu werden. Aber auch aus dem ambulanten Bereich werden Reha-Aufenthalte beantragt – so wie bei Horst Jüttner.
Er absolviert jeden Tag Gruppen- und Einzeltherapien, trainiert mit den Fachleuten Kraft, Kreislauf, Gleichgewicht, Koordination, Motorik usw. und ist dabei höchst motiviert. „Herr Jüttner läuft jeden Tag die Treppen im Haus auf und ab, er nimmt nie den Fahrstuhl“, lobt ihn Physiotherapeutin Steffi Gras. Vielleicht wird es doch noch was mit einem Tänzchen zur Diamantenen Hochzeit. Und wenn es nur ein langsamer Walzer ist.

Foto oben: Horst Jüttner beim Gleichgewichtstraining am Barren mit Physiotherapeutin Steffi Gras.
Foto unten: Horst Jüttner (Mitte) wurde als 20.000. Patient der Bethesda Klinik von Pflegedirektorin Sarah Buder (v.l.), Chefärztin Dr. med. Martina Deuter, Geschäftsführer Christoph Möller und Bereichspflegedienstleiterin Sandra Pauli begrüßt.
@DBK










