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Realsteuereinnahmen 2019 um 1,3 Prozent gesunken

26. September 2020

Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern mitteilt, verringerten sich die Einnahmen der Gemeinden aus den Realsteuern (Grundsteuer A und B sowie Gewerbesteuer) nach neun Jahren der Steigerung um 9,2 Millionen EUR bzw. 1,3 Prozent und lagen bei 723 Millionen EUR. Mit 524,3 Millionen EUR erzielten die Städte und Gemeinden im Jahr 2019   2,2 Prozent geringere Gewerbesteuereinnahmen (netto) als im Vorjahr (536,0 Millionen EUR), obwohl der durchschnittlich gewogene Hebesatz mit 382 Prozent um zwei Prozentpunkte im Vergleich zu 2018 anstieg.

Nachdem im Vorjahr bereits 172 Kommunen ihren Gewerbesteuerhebesatz erhöhten, um ihre angespannte Haushaltslage zu verbessern, nutzten im Jahr 2019 nochmals 53 der 726 Kommunen diesen Hebel. In den vergangenen sechs Jahren sind in Summe 965 Hebesatzerhöhungen zu verzeichnen.
Während mit 465 Prozent erneut die Hansestadt Rostock den höchsten Hebesatz in Mecklenburg-Vorpommern auswies, hielt 2019 keine Gemeinde mehr am geringstmöglichen Satz von 200 Prozent fest (2018: 1). Den nunmehr niedrigsten Hebesatz mit 220 Prozent wies Schönbeck im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte auf.

Die Einnahmen der Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Betriebe stiegen um 1,1 Prozent auf 17,5 Millionen EUR (2018: 17,3 Millionen EUR). 54 Gemeinden erhöhten ihren Hebesatz, sodass der durchschnittlich gewogene Hebesatz zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 323 Prozent anstieg. In den vergangenen sechs Jahren wurden bereits 1 024 Hebesatzerhöhungen beschlossen.
Spitzenreiter waren mit 900 Prozent erneut die Gemeinden Pritzier, Warlitz, Kirch Jesar und Hülseburg aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim. Im Gegensatz dazu wiesen im Jahr 2019 analog dem Vorjahr noch 16 Gemeinden einen Hebesatz von nur 200 Prozent aus.

Auch die Einnahmen aus der Grundsteuer B (für die übrigen bebauten und unbebauten Grundstücke) erhöhten sich im Jahr 2019 erneut. Sie beliefen sich auf 181,7 Millionen EUR (+ 1,2 Prozent). Der durchschnittlich gewogene Hebesatz betrug nach der Erhöhung der Hebesätze in 67 Städten und Gemeinden 428 Prozent (2018: 427 Prozent). Während in den vergangenen sechs Jahren in Summe 1 056 Hebesatzerhöhungen beschlossen wurden, gab es noch 38 Gemeinden mit einem Hebesatz von 300 Prozent (2018: 45). Den höchsten Hebesatz verbuchte mit 600 Prozent die Gemeinde Behrenhoff aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald.

Detaillierte Informationen über Ist-Aufkommen, Hebesätze und Steuereinnahmekraft der Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns können im Statistischen Bericht „Realsteuervergleich 2019“ (Kennziffer: L273 2019 00) unter https://www.statistik-mv.de unter der Rubrik „Publikationen; Statistische Berichte; Öffentliche Finanzen, Personal, Steuern; Gemeindefinanzen“ eingesehen werden.

Die Hebesätze der Realsteuern (Grundsteuer A und B, Gewerbesteuer) im Jahr 2019 können für sämtliche Gemeinden Deutschlands unter der Rubrik „Realsteuervergleich“ unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/OeffentlicheFinanzenSteuern/Steuern/Steuerhaushalt/Steuerhaushalt.htmlabgerufen werden.


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