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Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Seenplatte

31. Januar 2020

„Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Januar allein aus jahreszeitlichen Gründen gestiegen. Die Tendenz zeigt jedoch weiterhin eindeutig: Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Beschäftigung steigt. Und wir haben allen Grund zu erwarten, dass sich der Beschäftigungsaufbau auch in diesem Jahr fortsetzt“, schätzt der Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Thomas Besse ein.
Im Januar waren in der Seenplatte 1.008 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Dezember. Insgesamt 12.230. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,3 Prozent. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sind es 1.222 Arbeitslose weniger.

„Trotz leichten saisonalen Blessuren ist der Arbeitsmarkt robust ins neue Jahr gestartet. So hat die Arbeitslosigkeit zwar zum Jahresbeginn, wie es in den Wintermonaten üblich ist, zugenommen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich deutlich weniger Menschen arbeitslos melden mussten, als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Denn die Unternehmen brauchen ihre Beschäftigten oder wissen, was sie an ihnen haben und entlassen sie auch dann nicht, wenn das Geschäft saisonal bedingt schlechter läuft.“, sagt der Agenturchef.

Die hohe Zahl der offenen Stellen zeigt die große Nachfrage nach Fachkräften. Gefragt sind dabei auch immer neue Qualifikationen, auch bei denen, die schon gut qualifiziert sind. Damit steht für Besse fest: „Das neue Instrument des Qualifizierungschancengesetzes muss stärker in den Fokus gerückt werden. Egal, ob es um Strukturwandel in der Unternehmenswelt, die fortschreitende Digitalisierung oder einen möglichen Fachkräftemangel geht – mit der Qualifizierungsoffensive WEITER.BILDUNG! unterstützen wir, die unternehmerischen Herausforderungen von morgen zu bewältigen. Wir beraten Sie gerne. Melden Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber-Service unter 0800 4 5555 20.“

Zu- und Abgänge

1.679 Männer und Frauen mussten sich im Januar nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte neu oder erneut arbeitslos melden. Das sind 342 weniger als im Januar 2019. 616 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt beenden. Das sind 8 mehr als im Vorjahresmonat.
Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich. Es sind in fast allen Personengruppen Rückgänge gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen.
Zunehmend Sorgen macht Besse vor allem die Entwicklung im U25-Bereich. Bei den 15- bis unter 25-Jährigen ist eine Zunahme von 1 Prozent zu verzeichnen. „Profitiert haben ausschließlich die Jugendlichen mit Berufsabschluss. Ihre Zahl ist innerhalb von fünf Jahren von 531 auf 241 gesunken. Ausbildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss ist hingegen im gleichen Zeitraum von 739 auf 775 gestiegen. Jugendlichen, die noch keinen Berufsabschluss haben bzw. sich im letzten Schuljahr befinden, bietet die gebührenfreie Service-Rufnummer 0800 4 5555 00 die Möglichkeit, einen Beratungstermin bei der Berufsberatung zu vereinbaren und sich über freie Ausbildungsplätze zu informieren.“

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Im Januar konnten 4.115 Männer und Frauen mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unterstützt werden. Darunter 1.156 Menschen, denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert wurde. 860 wurden in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen fit für den Arbeitsmarkt gemacht. Insgesamt 44 Förderungen mehr als vor einem Jahr.

Die Unterbeschäftigung zeichnet ein realistischeres Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Dabei werden neben Arbeitslosen auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Januar bei 15.590, das waren 1.358 oder 8 Prozent weniger als im Januar 2019. Damit sank die Unterbeschäftigungsquote um 0,9 Prozentpunkte. Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 3.360 höher und die Arbeitslosenquote bei 11,6 Prozent.

Fast 2.400 offene Stellen

Aktuell gibt es 2.378 offene Stellen. Bis zur Monatsmitte (Januar) kamen 580 neue Stellen dazu. Besonders gesucht werden Arbeitskräfte in Callcentern und der Zeitarbeit, im Baugewerbe sowie im verarbeitenden Gewerbe. Es folgen Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und im Gastgewerbe.

Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber- Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Ausländerarbeitslosigkeit

Insgesamt sind 756 Ausländer arbeitslos gemeldet. Das sind 74 weniger als im Januar des Vorjahres. Jeder zweite (59 Prozent) arbeitslos gemeldete Ausländer lässt sich auf die Flüchtlingseffekte aus den sogenannten außereuropäischen Asylzugangsländern* zurückführen.
Derzeit sind Arbeitslosenquoten für Ausländer aufgrund der starken Zuwanderung verzerrt. Sie werden deshalb unterhalb der Bundesländerebene nicht ausgewiesen. Bis auf weiteres werden betroffene Werte daher nicht angezeigt („X“) bzw. insgesamt betroffene Zeilen oder Spalten ausgeblendet.

*Das Aggregat beinhaltet die 8 nichteuropäischen Herkunftsländer, deren Bürger/-innen in den letzten Jahren die meisten Asylerstanträge gestellt haben. Es umfasst folgende Länder: Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.


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