
Massenanfall im Müritz-Klinikum. Das ist normalerweise eine sehr ernste Situation – viele Verletzte und kranke Patienten werden gleichzeitig eingeliefert. So einen Massenfall gab es am Dienstag im Krankenhaus auf dem Weinberg. Zum Glück handelte es sich aber nicht um einen schweren Unfall oder den Ausbruch einer ansteckenden Krankheit. Die vielen Patienten waren allesamt zottelig. Ihre kleinen Besitzer kamen mit ihnen hoffnungsvoll in die Teddyklink. Die Verletzungen und Erkrankungen hatten es aber wirklich in sich. Sogar einen Schädelbasisbruch mussten die Ärzte, Schwestern und Mitarbeiter des MediClin-Hauses schnell und professionell versorgen. Das Plüschtier war wohl aus dem Hochbett gefallen.
Nicht zum ersten Mal hatten Beschäftigte des Krankenhauses mit unwahrscheinlich viel Liebe zum Detail eine ganze Station für die Teddys und ihre Besitzer vorbereitet. Am morgigen Freitag gibt’s von 11.30 bis 13 Uhr noch einmal die Chance, die „plüschigen“ Zeitgenossen von richtigen Medizinern und Schwestern behandeln zu lassen. Der Weg dorthin ist leicht zu finden, einfach den kleinen Fußspuren folgen.
Eine Patientin lag schon zur offiziellen Eröffnung der Teddyklink im Krankenbett – die etwas korpulente „Sumsi“. Sie klagte über heftige Bauchschmerzen. Die kleinen Besucher konnten dann durch ein Laparoskop bei der durchgeführten Magenspiegelung sehen, was sie ins Klinikum gebracht hat – ein MAOAM steckte fest. „Ich esse die nicht mehr“, meinte ein kleines Mädchen ganz beeindruckt. Ihr eigenes Kuscheltier musste zunächst in die Aufnahme, wurde dann gründlich untersucht, bekam sogar eine Spritze und landete schließlich im CT. Zwischendurch haben der Teddy und seine „Mami“ aber noch etwas über das richtige Händewaschen gelernt. Doch es half alles nichts – das Plüschtier landete auf dem OP-Tisch. Ein Auge war verschwunden –übrigens eine häufige Diagnose an diesem Tag. Wie im richtigen OP gab’s eine Narkose, der Kopf wurde abgedeckt und die Kleine durfte sogar bei der OP helfen. Das muss ihr richtig gut gefallen haben, denn sie meinte anschließend im Brustton der Überzeugung: Ich werde Ärztin!
Wiederbelebung spielerisch gelernt
Nichtsdestotrotz war auch ein Gang in die Apotheke nötig, die Pillen nahm die Teddy-Besitzerin dann aber lieber selbst. Es waren nämlich Smarties. Die haben zwar nichts mit gesunder Ernährung zu tun, aber auch die war Thema in der aufwändig gestalteten Teddyklinik. So lernten die kleinen Besucher unter anderem, wie viele Stückchen Zucker in einer Milka stecken und welche Lebensmittels sie lieber bevorzugen sollten. Zur eigenen Stärkung hatten die Mecklenburger Backstuben ein Buffett aufgebaut, denn so ein Untersuchungstag im Klinikum kann schon mal hungrig machen.
Außerdem war es auch anstrengend, denn die Mädchen und Jungen durften nicht nur ihre eigenen „Babys“ behandeln lassen, sondern lernten nebenbei auch auf spielerische Art und Weise, wie wichtig Wiederbelebung ist. Dazu hatten die Mitarbeiter ein kindgerechtes Video vorbereitet, anschließend probierten sich die Schüler an speziellen Puppen aus. Und – sie haben sichtbar die Scheu verloren, im Notfall einfach kräftig zu drücken. Da können viele Erwachsene noch etwas von ihnen lernen.
Aber zurück zu den zotteligen Patienten. Denn manche Verletzung war auch für die erfahrenen Mediziner neu. Da musste beispielsweise ein Pinguin schnell versorgt werden, weil er sich am Nordpol eine Fraktur zugezogen hat. Bei einem schwangeren Hasen reichte ein Gang in die Apotheke. Und wenn doch mal eine Spritze nötig war, haben die kleinen Teddy-Eltern gelernt, dass alles gar nicht so schlimm ist. Und genau das war auch ein Anliegen des Events.
Die Teddyklinik ist für die Mitarbeiter des Müritz-Klinikums immer wieder ein großer Aufwand, aber eine genauso große Freude, wie uns die Beschäftigten im Gespräch bestätigten. Wie wichtig diese Termine im Haus sind zeigt, dass sogar MediClin-Regionalgeschäftsführer Thomas Hempel zur Eröffnung dabei war. Sein mitgebrachtes Kuschelchen „Dudu“ war aber bereits mit Pflaster am Kopf bestens medizinisch versorgt worden. Natürlich im MediClin Müritz-Klinikum.






