Das gab es so auch noch nicht: Alles, aber auch wirklich alles, was das städtische Fundbüro in dieser frühsommerlichen Auktion anzubieten hatte und wofür sämtliche Fristen abgelaufen waren, ist unter den Hammer gekommen und fand neue Besitzer.

Aber die ersten Lacher und die Sympathie der Zuschauer hatte er wegen des unfreiwilligen Humors auf seiner Seite. Zuerst waren alle anderen Fundsachen aufgerufen, bevor es an die 23 Fahrräder ging: Unter den anderen Fundstücken eine Perlenkette, die einen Euro erbrachte, einige Armbanduhren, Echtleder-Etuis für Brille, Geldbörsen, ein Sattel samt Sattelstange, eine Mädchenmütze für drei Euro.
Eine hochwertige Wurfangel bekannter Marke erzielte immerhin 16 Euro, am Jagdmesser im Gürteletui fanden viele Bieter Gefallen und steigerten bis schließlich 30 Euro.
Sogar das zugegeben 
Die Marken- Damenbrille in Lesestärke, die für eingangs 20 Euro angeboten wurde, wollte zunächst niemand. Später aber, im zweiten Aufruf für fünf Euro, fand sie auch eine Interessentin, die Bares dafür gab.
Die Fahrräder schwankten in Qualität und Fahrbereitschaft ebenso, wie auch ihr erzielter Auktionserlös. Ziemlich zu Beginn hatte jemand sehr viel Glück, ein wirklich tolles Mountainbike für „schlappe“ 20 Euro zu bekommen, da weitere Interessenten erst ein Steigerungsgebot riefen, nachdem der Hammer auf dem Holztisch des Auktionators knallte. Vor allem waren es dann Damenräder, die gute Steigerungen einbrachten – bis hin zu 200 Euro im Einzelfall. Auch scheinen Marken aus der ehemaligen DDR nach wie vor beliebt zu sein.
Alles ging weg – sogar ein reines Fraktal, lediglich bestehend aus Rahmen, Tretlager und Kette. Irgendwer brauchte wohl gerade einen intakten, guten Rahmen und für einen Euro Zahlpreis kann man wohl nichts falsch gemacht haben.
Nach fast genau 90 Minuten war dann alles weg, das Arsenal des Fundbüros zumindest um diese Fundsachen beräumt und die Stadtkasse um 1 150 Euro reicher.
Text und Fotos: Hartmut Timm













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