
Fast drei Jahre, nachdem die Stadt Waren den alten Badesteg im Naturbad an der Feisneck und die Beobachtungsplattform gegenüber sperren musste, sind gestern die neuen Brücken eingeweiht worden. Dabei war es nicht der Bau an sich, der so lange gedauert hat. Vielmehr zogen sich die Vorbereitungen dafür in die Länge. Zum einen wollte sich die Stadt eine ordentliche Summe Fördermittel „besorgen“, was letztlich geklappt hat. Zum anderen handelt es sich um ein sensibles Gebiet am Müritz-Nationalpark, was die Sache nicht unbedingt leichter gemacht hat. Gebaut wurden beide Stege letztlich in nicht einmal zwei Monaten. Kein Wunder also, dass es für die bauausführende Firma Krumm Dachbau GmbH & Co.KG aus Mirow gestern von den Gästen der Einweihung sogar Applaus gab, was bei solchen Anlässen doch eher selten ist.
Das Naturbad an der Feisneck erfreut sich seit Jahrzehnten sehr großer Beliebtheit, mit der Erschließung der Eigenheimgebiete auf dem Papenberg zog es immer mehr Menschen an den Strand. Um so schwerer wogen die Sperrung, der Abriss und die Jahre ohne Badesteg. „Ja, es hat länger gedauert, als wir es uns gewünscht haben. Das ist nicht schön, aber auch nicht schlimm. Schlimm sind ganz andere Dinge“, so Bürgermeister Norbert Möller. Doch der Weg habe sich gelohnt. Mit dem Bau der beiden neuen Stege seien die Feisneck und ihre Umgebung deutlich attraktiver geworden – für Urlauber und Einheimische gleichermaßen.
Toilettenanlage und Imbiss geplant
Der neue Badesteg ist rund 40 Metern lang, am Stegkopf gibt’s eine diagonal gedrehte Plattform mit den Abmessungen von 6 mal 6 Metern. An der Stegwurzel ist eine Sitzstufe auf einer Fläche von etwa 6 mal 3 Metern entstanden. Getragen wird die Brücke von 43 mit Beton gefüllten Rohren. Dafür brauchte es rund 9,2 Tonnen Beton, das dürfte als viele Jahrzehnte halten. Für die Oberfläche verwendete die Mirower Firma Lärchenholz. Und zwar nicht zu wenig. 28 Kubikmeter wurden nach Angaben von Chef Matthias Krumm verbaut. Soviel braucht man für etwa fünf Dachstühle. „Natürlich habe ich mich über den Auftrag sehr gefreut und auch über die wirklich reibungslose und gute Zusammenarbeit mit der Stadt Waren“, sagte Matthias Krumm.
Auf der gegenüberliegenden Seite wurde die Wasservögel-Beobachtungsplattform neu errichtet – 30 Meter lang und mit zwei Bänken versehen, damit die Besucher die Feisneck auch wirklich ganz bequem entdecken können.
Etwa 410 000 Euro haben beide Stege zusammen gekostet, 210 000 Euro erhielt die Stadt als Fördermittel. Die Verwaltung arbeitet nun an einer weiteren Verbesserung für das Feisneckbad: Eine vernünftige Toilettenanlage. Einen entsprechenden Beschluss der Stadtvertreter gibt es bereits. Doch auch hier ziehen sich die Vorbereitungen. Sowohl die Stadtvertreter als auch die Verwaltung wünschen sich zudem einen Imbiss. Ob das allerdings klappt, ist derzeit noch offen.
Jetzt heißt es aber erst einmal: Rauf auf die Stege und bei etwas wärmerem Wetter dann von dort aus runter ins Wasser.







