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Weltnierentag – ein Drittel der Untersuchten hat möglicherweise eine unentdeckte Nierenfunktionsstörung

10. März 2018

Der Weltnierentag fand dieses Jahr am Frauentag unter dem Motto „die Gesundheit der Frau“ statt. Hierzu wurde am MediClin Müritz Klinikum in Waren kostenlos auf das Vorliegen einer Nierenkrankheit untersucht (WsM berichtete). Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen jetzt vor und sie sind sehr überraschend.
Von den über 80 Proben, die in Waren getestet werden konnten, fanden sich dann auch 24 auffällige Testergebnisse, was rund 30 Prozent ausmacht.

Nierenkrankheiten sind heimtückisch. Weil die Nieren unser wichtigstes Entgiftungsorgan sind, hat die Natur den Menschen gleich mit zwei solchen hochspezialisierten Organen ausgestattet. Das hilft zwar, wenn durch einen Unfall eine der Nieren verletzt wird und die andere Niere die Funktion mit übernimmt. Bei chronischen Krankheiten, wie sie beim Bluthochdruck oder der Blutzuckerkrankheit vorliegen, spüren wir aber lange nichts von einer schleichenden Schädigung der Nieren, bis plötzlich beide Nieren komplett versagen. In diesem Zustand gibt es dann keine Heilung mehr, und das Leben kann nur noch mit Dialyse erhalten werden.

Genau um dies zu vermeiden, muss frühzeitig geprüft werden, ob eine Störung der Nierenfunktion vorliegt. Zwei einfache Teste können dazu verwendet werden:

Mit dem einen Test, einem Bluttest, wird geprüft, ob harnpflichtige Substanzen ausreichend aus unserem Blut über die Nieren entfernt werden. Der andere Test im Spontanurin sucht nach Eiweiß, das durch einen gesunden Nierenfilter nicht in den Urin gelangt. Finden sich hier Spuren des Bluteiweißes Albumin, dann ist der Nierenfilter undicht und wahrscheinlich entzündet. Während beide Teste bei Patienten mit bekannter Hochdruck- oder Zuckerkrankheit von den Kassen bezahlt werden, ist dies für die vermeintlich gesunde Allgemeinbevölkerung nicht der Fall.

Von beiden Störungen spürt der Mensch keine Symptome. Erst wenn mehr als 70 Prozent der Nieren zerstört sind, kommt es zur Beeinträchtigung der Gesundheit.

Frauen sind in Deutschland fast doppelt so häufig von einer nicht erkannten Nieren­erkrankung betroffen wie Männer. Deshalb konnten sich Frauen am Frauentag kostenlos auf eine Störung ihrer Nierenfunktion im Müritz-Klinikum untersuchen lassen. Der Andrang war so groß, dass das Team der Notaufnahme unter Leitung von Schwester Birgit Dubbe mit den Schwestern Angelika, Julia, Nicole und Pfleger Philipp gemeinsam mit der angehenden Ärztin Frau cand. med. Wohlert alle Hände voll zu tun hatten.
Sie informierten die interessierten Frauen, nahmen Blut- und Urinproben ab und stellten diese dem Labor zur Untersuchung zu. Dort wurde eine Sonderschicht für die Bestimmung der Proben eingelegt.

Alle Frauen erhalten in den nächsten Tagen ihren Befundbericht. Sollten Auffälligkeiten gefunden werden, erhalten Sie darüber hinaus auch eine Empfehlung für die weitere Diagnostik bei einem Spezialisten.

Weltweit gab es an diesem Tag zahlreiche Veranstaltungen. In Deutschland wurde jedoch insgesamt nur in drei Städten auf diese Problematik hingewiesen, in Göttingen, in Bensheim und in Waren an der Müritz. In Großbritannien gab es dagegen in allen größeren Städten Aktionen. In Frankreich veranstalteten die Universitätskliniken Nierenseminare. In Italien gab es landesweit über 90 Veranstaltungen. Selbst in Ländern, wie Indien, den Philippinen und Indonesien gab es landesweite Aufklärung.

Von den über 80 Proben, die in Waren getestet werden konnten, fanden sich dann auch 24 auffällige Testergebnisse, was rund 30 Prozent ausmacht. In 12 Fällen wurde eine erniedrigte Filtrationsleistung und in 7 Fällen eine erhöhte Albuminausscheidung bei noch normaler Filtration gefunden. Bei 5 Frauen fand sich eine Störung sowohl der Filtration als auch eine Eiweißdurchlässigkeit in der Niere.

Da bei Früherkennung die Chancen auf eine Heilung der Erkrankung sehr hoch sind, hat sich diese Aktion für die Betroffenen auf jeden Fall gelohnt.

Foto: Jenny Beckert/MediClin Müritz-Klinikum


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