
Für Kurt Schamel heißt dass, das er seinen 100. Geburtstag in zwei Wochen nicht in seiner Wohnung, sondern in seinem Ausweich-Quartier feiern muss. Doch der betagte Herr nimmt’s ziemlich gelassen. Im Gespräch mit Warens Bürgermeister Norbert Möller, der sich gestern auch ein Bild vor Ort gemacht hat, erzählt der 99-Jährige, wie er den Samstagnachmittag erlebt hat (Foto links).

In seine Wohnung kann der fast 100-Jährige noch nicht, die muss erst – wenn alle Versicherungsfragen geklärt sind – gründlich gereinigt werden. Doch Kurt Schamel hatte Glück, er durfte im Haus bleiben und hat dort eine Ausweichwohnung bezogen. Über den Besuch des Bürgermeisters hat er sich richtig gefreut und will ihn natürlich auch in Kürze zu seinem großen Jubiläum empfangen.

Die 83 Jahre alte Frau, in deren Wohnung der Brand ausbrach und die wirklich alles verloren hat – Einrichtungsgegenstände wie persönliche Erinnerungsstücke – lebt jetzt in einem Heim. Vorverurteilen möchte sie in der Anlage am Godower Weg niemand. „Wir kennen die genaue Ursache des Brandes nicht und finden die Spekulationen darüber auch nicht schön“, so Sigrid Ackermann. Dass die Frau Raucherin ist, wisse jeder im Haus, aber das könne ihr weder jemand verbieten, noch dürfe man daraus gleich auf die Brandursache schließen.
Apropos verbieten: Was viele falsch einschätzen: Es handelt sich bei der Anlage um Betreutes Wohnen und eben nicht um ein Heim. Jeder Bewohner verfüge über eine eigenen Wohnung, für die er Miete zahle und in der er natürlich auch machen könne, was er möchte. Alarmübungen gebe es nicht, und es sei nicht rund um die Uhr ein Betreuer vor Ort. Auch deshalb ist Sigrid Ackermann sehr froh, dass die Kollegen aus dem benachbarten AWO-Pflegeheim so umsichtig gehandelt und damit sicher auch Schlimmeres verhindert haben.
Warens Bürgermeister Norbert Möller sicherte der Leiterin des Betreuten Wohnen seine Unterstützung zu. Und Kurt Schamel versprach er, zum 100. Geburtstag wieder mit ihm zu plaudern. Dann aber nicht über Feuerwehrmänner mit Masken im Wohnzimmer.
















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