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Zum zweiten Mal regiert eine „Fürstin“ die Müritz-Region – Ute I. will sich um das „Jungvolk“ kümmern

17. Februar 2018

Zum 24. Mal gaben sich gestern Abend Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung beim so genannten Morizanermahl die Ehre und kürten einen neuen Fürsten.

Mit der Warener Schulleiterin Ute Schmidt übernahm erst zum zweiten Mal eine Frau die Insignien der Macht. Sie „regiert“ Morizanien jetzt ein Jahr lang und will in dieser Zeit vor allem das „Jungvolk“ fordern und fördern.

Wer nicht weiß, was es mit den Morizanern auf sich hat, hier der Versuch einer Erklärung: Vor vielen, vielen Jahren lebten bei uns an der Müritz die Morizaner. Und vor mehr als 20 Jahren kamen ein paar Leute auf die Idee, in Erinnerung an die alten Zeiten ein Morizanertreffen ins Leben zu rufen. Gesagt, getan.

Seither treffen sich einmal im Jahr, immer am Freitag nach Aschermittwoch, Spitzen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur, um miteinander deftig zu speisen und um ins Gespräch zu kommen. Jährlich wird ein neuer Fürst gekürt. In diesem Jahr fand das Treffen erstmals im liebevoll sanierten Gutshaus in Retzow statt, das die Gäste gerne in Augenschein nahmen. Der neue Besitzer Lars Fogh erntete von ihnen viele Komplimente.

Die Morizaner laben sich aber nicht nur an Speis und Trank, sie spenden auch. Im zurückliegenden Morizaner-Jahr konnte Fürst Manfred Urban Spenden in Höhe von 7000 Euro verteilen, unter anderem an die Förderschulen Sietow und Waren, die Tanzoase Malchow, das THW sowie den Pfadfinderstamm „Wanderfalken“.

Außerdem wurde das „Junge Morizanermahl“ unterstütz – Viertklässler absolvieren in verschiedenen Restaurants der Müritz-Region einen Knigge-Kurs. Diesen besonderen Schultag soll es auch in diesem Jahr wieder geben.

Schulleiterin Ute Schmidt oder besser Fürstin Ute I. ist seit fast vierzig Jahren im Schuldienst und möchte während ihrer Regentschaft unter anderem folgende Projekte unterstützen: Das Schwimmcamp des SKV, bei welchem vielen Kindern in den Sommerferien das Schwimmen beigebracht wird.

Die Chorgruppe des Lebenshilfswerkes möchte erstmalig ein Treffen mit anderen Kulturschaffenden anderer Lebenshilfswerke organisieren – auch das soll unterstützt werden.

Die Fürstin appellierte zudem an die Unternehmer, mehr Schülern die Möglichkeit zum Praktikum zu bieten. Als Motivation sollen die besten Absolventen der Schülerpraktikas ausgezeichnet werden. Sie könne sich vorstellen, mit den zehn besten eines Jahrgangs aus der gesamten Müritz-Region beispielsweise zu einer Fachmesse zu fahren, um so bei den Schülern mehr Einsatz zu bewirken. Zur Unterstützung will sie sich den Arbeitskreis Schule Wirtschaft mit ins Boot holen.

In diesem Jahr haben die Gäste des Morizanermahls 3010 Euro gegeben, Dank eines Spenders, der anonym bleiben möchte, aber seit Jahren die Gabe verdoppelt, kann Ute Schmidt nun 6020 Euro verteilen.

Und auch wenn es lobenswert ist, dass mal wieder eine Frau an der Spitze steht: In Sachen Frauenquote ist bei den Morizanern noch ganz viel Luft nach oben.

Fotos: Miriam Brümmer/Linus Wittich Verlag


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