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Zwei Warener Schulen melden Krätze-Fälle

31. Januar 2019

An zwei Warener Schulen sind in diesen Tagen Kinder an Krätze erkrankt. Das bestätigte das Gesundheitsamt des Landkreises auf Nachfrage von „Wir sind Müritzer“. So sind „Einzelfälle“ aus der Käthe-Kollwitz-Schule und aus der Regionalen Schule Waren/West gemeldet worden. Grund zur Panik bestehe nicht, durch die sofortige Behandlung habe man einen größeren Ausbruch verhindern können. Dennoch sei es vor allem in der Regionalen Schule zu größeren Verunsicherungen gekommen, so dass die Schulleitung gestern noch einmal umfassend aufgeklärt hat.

„Die Zusammenarbeit mit den betroffenen Schülern und dem kreislichen Gesundheitsamt hat sehr gut funktioniert. Alle Betroffenen sind erfasst und sofort behandelt worden“, heißt es auf dem Landkreis. Die Eltern in den betroffenen Klassen seien ebenfalls schnell und umfassend informiert worden. Unter anderem mit Merkblättern.

„Es besteht wirklich kein Grund zur Panik. Es ist – wie mit anderen meldepflichtigen Krankheiten auch – einfach nur wichtig, dass die Kinder zu einem Arzt gehen, behandelt werden und die Schule informiert wird“, so Sylvia Hänsel, Schulleiterin der Regionalen Schule Waren/West. Da aber dennoch einige Schüler etwas panisch reagiert hätten, habe sie noch einmal persönlich aufgeklärt.

Neben den zwei an Krätze erkrankten Schülern an der Regionalen Schule habe es weitere Verdachtsfälle gegeben, die sich allerdings nicht bestätigt hätten. „Ich habe erneut an die Schüler appelliert, auf die ganz normale Hygiene, wie das Händewaschen, zu achten. Außerdem muss es ja nicht unbedingt sein, sich beim Begrüßen oder Verabschieden zu drücken oder zu küssen. Darauf zu verzichten, beugt auch anderen Krankheiten vor“, so Sylvia Hänsel.

Die Krätze ist eine Hauterkrankung, die durch die Krätzmilbe verursacht wird. Sie ist außerordentlich leicht übertragbar. Die Übertragung erfolgt direkt von Mensch zu Mensch durch engen Hautkontakt. So kann die Krätze bereits durch einen Händedruck übertragen werden. Jedoch ist unter Umständen auch eine Infektion über Gegenstände möglich, zum Beispiel über Bettwäsche, Handtücher, Kleidung, Kissen, Decken, Plüschtiere und Bettvorleger.

Die Inkubationszeit beträgt bei einer Erstinfektion 2 – 6 Wochen. In diesem Zeitraum verspürt der Patient so gut wie keine Symptome, trägt aber bereits zur Weiterverbreitung der Krankheit bei. Erst nach dieser Zeit tritt das charakteristische Krankheitsbild der Skabies, wie die Krätze auch genannt wird, auf.

Unverzüglich zum Hautarzt

Der gewöhnliche Verlauf einer Krätzeerkrankung ist geprägt durch starken Juckreiz, der sich insbesondere nachts bis ins Unerträgliche steigert. Des Weiteren kommt es zur Bildung von kleinen Bläschen, Papeln, Pusteln und gelegentlich auch Krusten. Betroffen sind vor allem Fingerzwischenräume, Handgelenke, Mamillenregion, Nabelumgebung, Gürtellinie, Leistengegend, Anogenitalregion (insbesondere Penis), Ellenbogen, Oberarmdrittel, Streckseiten der Unterarme, Axillen, dorsaler Unterschenkelbereich, Knöchelregion, Zehenzwischenräume und die inneren Fußränder. Gesicht und behaarter Kopf bleiben in der Regel erscheinungsfrei.

Durch den Juckreiz ausgelöstes Kratzen führt nicht selten zu bakteriellen Sekundärinfektionen.
Die Hauterscheinungen können sehr unterschiedlich sein und verschiedene dermatologische Krankheitsbilder imitieren, so dass das Erkennen dieser Krankheit nicht immer einfach ist. Deshalb muss zur Abklärung der Diagnose unverzüglich ein Hautarzt aufgesucht werden.

Nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch engere Kontaktpersonen sollten mit behandelt werden.

Zur Schule dürfen die Kinder erst wieder nach ärztlicher Bestätigung. Die, so Sylvia Hänsel, liegt bei den beiden Schülern ihrer Einrichtung inzwischen vor. Sie dürfen ab heute wieder am Unterricht teilnehmen.


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