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Mehr als 3000 Kinder lassen die Schulen in MV aufblühen

2. April 2022

Das Projekt „Schule blüht auf“ startet in die vierte Runde. Auftakt war gestern an der Grundschule in Kargow. Mehr als 3000 Kinder werden in den kommenden Wochen Blühwiesen aussäen. Sie schaffen damit ideale Lebensbedingungen und reichhaltige Nahrung für Bienen und andere Insekten. „Mit dem Projekt engagieren wir uns gemeinsam mit den Schulen für den Insektenschutz und die Artenvielfalt“, erläutert Dr. Heike Müller, Vizepräsidentin des Bauernverbandes MV. Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern ruft nun bereits im vierten Jahr in Folge gemeinsam mit dem Landesimkerverband und dem Saatgutverband MV zu der Aktion auf.

In diesem Jahr haben sich rund 50 Schulen aus Mecklenburg-Vorpommern für „Schule blüht auf“ angemeldet. Sie werden mit rund 180 Klassen Flächen zur Aussaat vorbereiten, die Saatmischung ausbringen und sich mit den Themen Bienen, Artenvielfalt und Pflanzenwachstum beschäftigen. Von der kleinen Dorfschule über einzelne Umwelt-Arbeitsgruppen bis zum Schulzentrum in der Großstadt ist alles dabei.

„Das Interesse daran, mit den Händen zu arbeiten, an der frischen Luft zu lernen und Themen wortwörtlich zu begreifen, ist groß. Unsere Landwirte unterstützen die Klassen vor Ort mit ihrem Know-How und ihrer Technik“, so Heike Müller. So stehen dem Mädchen und Jungen der Grundschule „Uns lütt Schaul“ in Kargow beispielsweise der Landwirtschaftsbetrieb Kagel und der Biohof Puls tatkräftig zur Seite. Bei der Aussaat „mit vollen Händen“ unterstützt Gabriele Lubahn vom Landwirtschaftsbetrieb die Kinder. „Zum Beispiel dürfen die Samen nicht zu tief in der Erde liegen, weil sie es sonst nicht schaffen, ans Licht zu kommen“, erklärt sie.

„Die Kinder der Schule bereiten sich im Unterricht, ganz nach dem Schulmotto: „Mit und von der Natur lernen“ schon auf den Tag vor. „Sie sind begeistert bei der Sache und können es kaum erwarten, die ersten Keimlinge, Blüten und Bienen zu beobachten“, so Ulrike Schwenn, Leiterin der Grundschule in Kargow. Es gibt schon lange eine enge Zusammenarbeit mit den Landwirten im Ort. Beim jährlichen Landwirtschafts-Projekttag zeigen zum Beispiel die Landwirtsfamilien Kagel, Puls und Schäfer Hartmut Glamann, den Schüler auf ihren Höfen und Äckern, woher Lebensmittel wie Kartoffeln, Brot und Fleisch ursprünglich kommen. Viele Kinder hätten heute kaum noch Berührungspunkte mit der Landwirtschaft – selbst wenn sie auf dem Dorf leben, sagt Jan-Hendrik Rust, Vorsitzender des Bauernverbandes Müritz. „Deswegen ist es so wichtig, dass wir den Kindern die Landwirtschaft im Großen wie im Kleinen zeigen – vom riesigen Trecker bis zur winzigen Biene.“

„Wir möchten die Kinder mit dem Projekt ermutigen, sich mit der Natur und der Landwirtschaft auseinanderzusetzen“, erklärt Heike Müller. Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern seien sich ihrer Verantwortung für den Schutz der Pflanzen- und Tierwelt bewusst und schaffen mit Blühwiesen und anderen Agrarumweltmaßnahmen einen Ausgleich für Eingriffe in die Natur, die in der landwirtschaftlichen Arbeit notwendig sind, um Lebensmittel zu erzeugen.

Allein im vergangenen Jahr haben die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern auf 12.400 Hektar Blühwiesen für Bienen und andere Insekten angelegt. Würde man sich diese Fläche als einen Meter breiten Streifen vorstellen, würde er dreimal um die Erde reichen.

Im Projekt „Schule blüht auf“ können die Klassen gleichzeitig an einem Wettbewerb teilnehmen. Über den Sommer dokumentieren sie ihre Arbeit mit Fotos, Vorträgen, Bildern und Arbeitsmappen. Im Herbst wählt eine Jury dann die drei besten Schulen aus und überreicht ihnen Sachpreise oder Geld für die Klassenkasse.

Der Bauernverband MV hat das Projekt „Schule blüht auf“ im Jahr 2019 gestartet. Im vergangenen Jahr haben bereits mehr als 3000 Schülerinnen und Schüler im Land Blühwiesen angelegt. Seit Aktionsbeginn vor vier Jahren sind mittlerweile rund 10.000 Kinder für „Schule blüht auf“ in Aktion getreten.


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