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ADAC: Weitere Schleusenausfälle nur eine Frage der Zeit

11. April 2019

Wegen Bau-Verzögerungen kann die Schleuse Zaaren an der Oberen Havel nicht wie geplant zum Start der Wassersaison wieder geöffnet werden. Der Ausfall dieser wichtigsten Verbindung zwischen Berlin und Müritz bedeutet Frust bei tausenden Wasser-Touristen und Verluste bei Tourismusunternehmen. Allein unter den ADAC Mitgliedern in Deutschland befinden sich rund zwei Millionen aktive Bootsfahrer.

„Die Nebenwasserstraßen wurden stiefmütterlich behandelt. Dabei finden genau dort der Wassertourismus und die Freizeitschifffahrt statt“, erklärt Dieter Hütte, Vorstand für Tourismus im ADAC Berlin-Brandenburg. „Alle Kraft muss nun dafür investiert werden, die Schleuse in Zaaren schnellstmöglich funktionstüchtig zu machen. Schleusenausfälle wie diese bedeuten tagelange Umwege für die Betroffenen. Wir brauchen endlich eine umfassende Bestandserhebung und einen darauf abgestimmten Renovierungs- und Bauzeitenplan.“

In der Vergangenheit wurde zwar in die Wasserstraßen investiert, dies jedoch vorrangig in die für die Berufsschifffahrt relevanten Hauptwasserstraßen. „Die Nebenwasserstraßen brauchen einen eigenen Posten im Bundeshaushalt. Hier sind zusätzliche Investitionen nötig“, fordert Volker Krane, Vorstand für Verkehr im ADAC Regionalclub.

Die Infrastruktur der Wasserstraßen ist marode, Schleusen sind laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) durchschnittlich 105 Jahre alt. Neben Zaaren ist auch die Kannenburger Schleuse (Templin) bereits kaputt und muss renoviert werden.

Weitere Schleusen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind bedroht. Da nicht vorhersehbar ist, welche Schleuse als nächstes ausfällt, muss dringend gehandelt werden.


2 Antworten zu “ADAC: Weitere Schleusenausfälle nur eine Frage der Zeit”

  1. Meckerkopp sagt:

    Hallo, wegen diesem ständigen Schleusen werden wir bald auf dem Trockenen sitzen!
    Die großen Charterunternehmen sollten sich langsam nach einem Radnachrüstsatz für die immer größer werdenden Boote umsehen.
    Meckerkopp

    • Carsten sagt:

      Das ist nicht ganz vollständig. Laut Umweltamt ist die Verdunstung des letzten Jahres mit fast 1cm pro Tag maßgeblich für den Wasserverlust. Bei der Fläche schon mehr Verlust als bei den Schleusenvorgängen. Es sollte zeitlich besser geschleust werden und nicht bei jedem Ruderboot. Charterfirmen haben im Kern nur 3 Monate starke Bewegungen. Leider hängt der Berliner Grundwasserspiegel wohl auch mit dem Wasserverlust zusammen. Der muss gehalten werden und dann werden auch schonmal die Tore aufgemacht. Wassertourismus ist in MV und Brandenburg eine Wirtschaftskraft von mehreren Mio. Euro. Das größte europäische Wassersportrevier sollte dringend nach oben auf der Agenda kommen.

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