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Das Aus ist besiegelt: Warens Kleiderkammer schließt in wenigen Tagen

Bereits im November hat „Wir sind Müritzer“ berichtet, dass die Warener Kleiderkammer auf der Kippe steht, jetzt steht fest, dass sie Ende dieses Monats schließt. Das bestätigte Uwe Jahn als Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes Mecklenburgische Seenplatte als Betreiber der Kleiderkammer.
In Waren gibt es seit rund 35 Jahren eine DRK-Kleiderkammer, seit langer Zeit ist sie in der Weinbergstraße untergebracht. Der Geschäftsführer nennt auf Nachfrage von „Wir sind Müritzer“  verschiedene Gründe für das Aus.

„Der DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. sieht sich leider gezwungen, die Kleiderkammer in Waren zum April zu schließen. Hintergrund sind anhaltend rückläufige Umsätze sowie steigende Kosten, die einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr ermöglichen. Insbesondere in den vergangenen Monaten ist die Nachfrage deutlich gesunken. Neben allgemeinen Veränderungen im Kaufverhalten wirkt sich auch die aktuelle Verkehrssituation – insbesondere die Brückensperrung in Waren – negativ auf die Erreichbarkeit und damit auf die Besucherzahlen aus“, heißt es vom Roten Kreuz.

Allein im ersten Quartal dieses Jahres verzeichnete der Kreisverband für die Kleiderkammern in Waren und Neustrelitz ein Defizit von rund 4.500 Euro. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr würde dies ein Minus von etwa 18.000 Euro bedeuten. Bereits im vergangenen Jahr schlossen die Kleiderkammern den Angaben des Geschäftsführers zufolge mit einem negativen Ergebnis von 13.700 Euro ab.

Zudem stelle die Qualität der abgegebenen Spenden zunehmend eine Herausforderung dar. „In den vergangenen Jahren mussten vermehrt Kleidungsstücke an Spender zurückgegeben werden, da diese unbrauchbar oder beschädigt waren. In Einzelfällen führte dies leider auch zu unangemessenen Reaktionen gegenüber den Mitarbeitern. Nicht verwertbare Kleidung verursacht darüber hinaus zusätzliche Kosten: Allein in den vergangenen Monaten sind Entsorgungskosten in Höhe von fast 1.000 Euro angefallen“, so der Kreisverband. 

Die Kleiderkammer in Neustrelitz bleibt hingegen – entgegen ursprünglicher Planungen – unter angepassten Rahmenbedingungen bis Ende des Jahres geöffnet.

Seit der Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes Anfang vergangenen Jahres dürfen tragbare Textilien nicht mehr über den Restmüll entsorgt werden. Diese Änderung hat bei vielen Bürgern zu Verunsicherungen geführt. In der Folge landeten zunehmend stark verschmutzte oder beschädigte Kleidungsstücke in den Containern am Straßenrand – bis zu 90 Prozent der Spenden seien nicht mehr verwendbar gewesen. Und das hatte Konsequenzen: Zunächst wurden vor einigen Monaten die Container nach und nach entfernt, jetzt trifft es die Kleiderkammern, mit denen das DRK jahrzehntelang bedürftige Menschen unterstützt hat.

„Über 90 Prozent der abgegebenen Sachen können nicht mehr weitergegeben werden. Bisher wurden sie von einem Unternehmen abgeholt, das diese Altkleider weiter verwertet hat. Da diese Sachen aber auf dem Weltmarkt nicht mehr nachgefragt werden, sind die meisten dieser Verwertungsfirmen in Insolvenz gegangen. Unser Verwerter hat uns Anfang 2025 den Vertrag gekündigt. Dann mussten wir für viel Geld die Altkleider selbst entsorgen. Infolgedessen haben wir alle Container entfernt und müssen jetzt die Kleiderkammern schließen“, so Uwe Jahn gegenüber WsM. Und: „Wir erleben, dass viele brauchbare Sachen im Familien- und Bekanntenkreis weitergegeben oder auf den einschlägigen Internetplattformen verkauft werden.“

In Waren trifft die Schließung vier geringfügig beschäftigte Mitarbeiter, teilweise schon im Rentenalter.

1 Gedanke zu „Das Aus ist besiegelt: Warens Kleiderkammer schließt in wenigen Tagen“

  1. Und wohin jetzt mit den tragbaren Altkleidern? Ich fahre doch nicht nach Neustrelitz um meine alten, noch tragbaren Klamotten, abzugeben. Mich beschleicht immer mehr das Gefühl, dass diese Neuregelung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes einfach nicht zu Ende gedacht wurde. Vor allem, dass Firmen Insolvenz ankündigen müssen, führt diese Neuregelung geradezu ad absurdum. Wem ist denn gedient, wenn Arbeitsplätze wegfallen?

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