
Zu den Warnsignalen gehören:
- Rasche Gewichtsveränderungen,
- Häufige Gespräche über Kalorien, Diäten oder ‚Schlankheitsziele‘,
- Vermeiden gemeinsamer Mahlzeiten oder heimliches Essen.
In Mecklenburg-Vorpommern sind Essstörungen bei Mädchen und jungen Frauen am häufigsten in der Hansestadt Rostock mit 162 Betroffenen von 10.000. Es folgen Schwerin (161 von 10.000) und Vorpommern-Greifswald (149 von 10.000). Nordwestmecklenburg und Vorpommern-Rügen haben die niedrigsten Raten mit 81 bzw. 80 Betroffenen von 10.000. Der bundesweite Schnitt liegt mit 140 von 10.000 insgesamt elf Prozent über dem von Mecklenburg-Vorpommern (126 von 10.000). Die Zahl der tatsächlichen Betroffenen falle sicherlich nochmals höher aus, sagt Henning Kutzbach. Nicht selten bliebe eine Essstörung unentdeckt. „Es ist wichtig, genau hinzuschauen, wenn vor allem Heranwachsende sich plötzlich sehr mit gesunder Ernährung, Körperwahrnehmung oder vermeintlichen Schönheitsidealen beschäftigten“, so Kutzbach. Hätten Eltern Sorge, dass ihr Kind womöglich unter einer Essstörung leide, sei ein Termin in der Haus- oder Kinderarztpraxis ratsam.
Jungen leiden seltener unter Essstörungen
Während die Betroffenheit bei jungen Frauen deutlich zugenommen hat, fällt der Anstieg bei Jungen und jungen Männern geringer aus – und verläuft insgesamt auf einem viel niedrigerem Niveau. Demnach waren von 10.000 Jungen und jungen Männern im Jahr 2018 in Mecklenburg-Vorpommern 17 von einer Essstörung betroffen. Im Jahr 2023 waren es insgesamt 20 Betroffene je 10.000. Das entspricht einem Plus von 17,7 Prozent. Allgemein können drei Hauptformen der Erkrankung unterschieden werden: Bei der Anorexia nervosa handelt es sich in der Regel um untergewichtige Patientinnen und Patienten, wobei der Gewichtsverlust mit Absicht herbeigeführt bzw. aufrechterhalten wird. Betroffene beschäftigen sich in der Regel viel mit den Themen Essen und gesunde Ernährung. Bei der Bulimia nervosa leiden Betroffene unter Essanfällen mit anschließenden kompensatorischen Maßnahmen wie Erbrechen, Abführen oder intensiven Sporteinheiten, um die aufgenommenen Kalorien wieder loszuwerden. Eine weitere Form ist die Binge-Eating-Störung, bei der Betroffene ebenfalls Essanfälle haben, diese jedoch nicht kompensieren, wodurch es im Krankheitsverlauf meist zum Übergewicht kommt.
Im Sommer 2025 hat die Plattform Tiktok den Hashtag #SkinnyTok gesperrt und verweist bei entsprechenden Suchanfragen inzwischen auf Hilfsangebote bei Körperwahrnehmungsstörungen. Dahinter stehende Inhalte und Ideologien, die extremes Dünnsein idealisieren, sind jedoch unter neuen Namen weiterhin präsent. Aufklärung, kritische Berichterstattung und zielgruppengerechte Informationen können helfen, den Trend zu unrealistischen Körperbildern zu hinterfragen. Die Barmer bietet mit ‚Durchblickt!‘ ein Präventionsprogramm für Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern, um digitale Kompetenz zu stärken und Gesundheitsinformationen besser bewerten und nutzen zu können. Mehr dazu unter: www.durchblickt.de.












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