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Erhebliche Ernteeinbußen bei Getreide und Raps in MV

1. August 2018

Die ersten Ernteeinschätzungen der Landwirte, die dem Statistischen Amt Mecklenburg-Vorpommern berichten, liegen jetzt vor. Demnach muss von erheblichen Ertragseinbußen ausgegangen werden.

Extreme Feuchtigkeit im Herbst, Starkfrost im Februar, Schnee und Kälte bis Ostern waren die Bedingungen, die durch andauernde extreme Trockenheit abgelöst wurden und nunmehr zu erheblichen Ertragsausfällen führen. In diesem Jahr wird gegenüber dem Sechs-Jahres-Durchschnitt eingeschätzt, dass ein Viertel bis ein Drittel weniger Erträge bei den Kulturen erwirtschaftet werden.

Die Wintergerste bringt nach der ersten Schätzung im Landesdurchschnitt 53,3 Dezitonnen pro Hektar. Der Sechs-Jahres-Durchschnitt liegt bei 75,7 Dezitonnen pro Hektar. Im vergangenen Jahr lag hier ein sehr guter Ertrag bei 79,1 Dezitonnen pro Hektar. Nach Halbzeit der Ernte sind hier schon Einbußen in der Erntemenge von 30 Prozent feststellbar.

Winterweizen erreicht nach Auskunft der Landwirte ein Ergebnis von 62,5 Dezitonnen pro Hektar. Im Vorjahr wurden noch 75,1 Dezitonnen pro Hektar geerntet. Bei Roggen liegt der erste geschätzte Ertrag bei 42 Dezitonnen pro Hektar, das heißt, gegenüber dem Vorjahr ist ein Rückgang von 21 Prozent zu verzeichnen. Das vorläufige Ergebnis 2018 bei Triticale liegt bei 44,3 Dezitonnen pro Hektar. Gegenüber dem Sechs-Jahres-Durchschnitt stellt das einen Rückgang des Ertrages um 20 Prozent dar.

Viele Landwirte haben auf Grund der schlechten Startbedingungen versucht, ihr Ergebnis durch den Anbau von Sommergetreide zu halten. Leider liegt der Ertrag bei Sommerweizen in der ersten Schätzung bei 38,8 Dezitonnen pro Hektar, gegenüber dem Sechs-Jahres-Durchschnitt ein Rückgang von 22 Prozent. Sommergerste wird mit einem Ertrag von 37,7 Dezitonnen pro Hektar geschätzt, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 23 Prozent bedeutet. Hier wurden 2017 noch 49,1 Dezitonnen pro Hektar geerntet.

Auch der Ertrag bei Hafer ist nicht zufriedenstellend, hier werden voraussichtlich nur 32,1 Dezitonnen pro Hektar geerntet. Im Vorjahr lag das Ergebnis bei 43,3 Dezitonnen pro Hektar.

2018 wird auch für den Winterraps ein sehr schlechtes Jahr. Der Sechs-Jahres-Durchschnitt liegt hier bei 37,3 Dezitonnen Ertrag pro Hektar. Wurden 2017 lediglich 29,7 Dezitonnen pro Hektar geerntet, so liegt die erste Ernteeinschätzung jetzt bei 26,8 Dezitonnen pro Hektar. Gegenüber dem Sechs-Jahres-Durchschnitt ist das ein Ertragsausfall von 28 Prozent.

Die Getreideernte insgesamt könnte nach den Berechnungen des Statistischen Amtes in diesem Jahr bei 3,0 Millionen Tonnen liegen, das wären 23 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres und 26 Prozent unter dem Ergebnis des Sechs-Jahres-Durchschnitts. Die Situation beim Raps ist vergleichbar. Hier ist eine Erntemenge von 527 000 Tonnen zu erwarten. Der Sechs-Jahres-Durchschnitt liegt bei 865 500 Tonnen. 2017 wurden bei dieser Kultur 668 300 Tonnen geerntet. Somit liegt in Bezug auf den Sechs-Jahres-Durchschnitt hier ein Verlust in der Erntemenge von 39 Prozent vor und in Bezug auf das Vorjahresergebnis ein Verlust von 21 Prozent.


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