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Erst das Kunstwerk, dann das Hotel: Neubrandenburger Wahrzeichen müssen weichen

22. September 2016

Eines der bekanntesten Gebäude von Neubrandenburg, das Hotel Vier Tore am Markt, hat zwar länger gehalten als die ganze DDR – aber nun ist Schluss. Gestern haben Bauarbeiter das Wahrzeichen des Hotels, das große Vier-Tore-Relief, abgebaut.

nbg1Von einer Arbeitsplattform auf einer Hubbühne aus montierten Arbeiter das ungefähr 5 Meter hohe und rund 14 Meter breite Alu-Kunstwerk in Teilen ab, ein Autokran hob die Stücke aus mehr als 20 Metern Höhe hinunter. Die Eigentümer des Hotelgrundstückes in bester Lage an der Südseite des Marktes brauchten das Kunstwerk von Bildhauer Gerd Werner (1944-2006) nicht mehr und haben es der Seenplatte-Kreisstadt geschenkt.

Die Aktion war der Auftakt zum endgültigen Abriss des riesigen Hotelgebäudes mit dem realsozialistischen Architekturflair. Bis Anfang Oktober sollen die Knabber-Bagger loslegen. Das 100 Meter lange und 25 Meter hohe Bauwerk, an dem viele Erinnerungen hängen und in dem auch viele Prominente wie Michael Gorbatschow und Helmut Kohl einst nächtigten, hatte 1972 seinen Betrieb aufgenommen. Danach kam das Kunstwerk dazu.

Einer, der von Anfang dabei war und das Hotel aufgebaut hat, war der Warener Günther Bezzo. Er verabschiedete sich 1991 nach 23 Jahren in den Ruhestand.

Jahrelang betrieb die Radisson-Gruppe das Haus, so dass es jetzt auf ein Alter von 44 Jahren kam. Die DDR wurde bekannterweise nur 40 Jahre alt und das Karl-Marx-Denkmal vom Markt ist auch verschwunden.

An dem Standort soll für rund 40 Millionen Euro ein Geschäfts- und Einkaufszentrum entstehen, das mit seiner aufgefächerten Bauweise die sonst strenge Marktgestaltung aufbrechen soll.

Was mit dem Relief-Kunstwerk passiert, ist derzeit noch nicht klar. Eigentlich soll es, da ja unpolitisch, wieder irgendwo installiert werden. Aber wann und und wo ist nach Angaben der Stadt, die das Geschenk auch angenommen hatte, noch nicht geklärt.

Wer sich das Projekt anschauen will: http://www.griesetreuhand.de/beste-lagen/aktuelle-projekte/neubau-neubrandenburg.html


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