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Geplanter Ausbau der Steinmole verschlingt mehr Geld

9. November 2018

Da werden Erinnerungen wach, und zwar an die Erweiterung des Warener Hafens: Der geplante Ausbau der Steinmole wird nach neuestem Stand rund 1,5 Millionen teurer als vor einem Jahr beschlossen. Mit diesem Thema sollen sich in der kommenden Woche die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses beschäftigen.
Vor einem Jahr nickten die Stadtvertreter das Projekt mit geschätzten Kosten von 6,9 Millionen Euro ab, jetzt werden es mindestens 8,2 Millionen Euro. Hinzu kommen dann noch einmal 940 000 Euro für den Kauf der Wasserfläche.

Vor etwa sechs Jahren stand der Ausbau der Steinmole das erste Mal auf dem Programm, damals noch gemeinsam mit der Hafenerweiterung. Doch als der Hafen schließlich teurer und teurer und teurer wurde, ließ man die Steinmole zunächst unangetastet. Damals sollte der Ausbau der Steinmole 2,65 Millionen Euro kosten, eine erneute Berechnung – auch unter Berücksichtigung der Erfahrungen bei den Hafenarbeiten – ergab im November 2016 eine Summe von 4,9 Millionen Euro. Vor einem Jahr ging man von 6,9 Millionen Euro aus, und jetzt schon von mindestens 8,2 Millionen Euro.

Und das hat seinen Grund. Denn die von den Stadtvertretern favorisierte Variante lässt sich in dieser Form nicht umsetzen. So hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Bedenken wegen der Wassertiefe angemeldet, eine Vertiefung sei nötig. Außerdem können die Stadt bei der gewählten Ausbauvariante die Wasserfläche nicht kaufen, was zur Folge hätte, das die avisierte 90prozentige Förderung nicht fließt.

Nötig seien zudem viele neue Tonnen, und auch eine Stahlspundwand müsse ersetzt werden.

Bleibe also nur die Variante B, bei der die so  genannte „Dampferkuhle“ – da steht heute das Fischboot – bleiben können und eine zusätzliche Ostmole gebaut werden müsse.

Die Verwaltung wirbt um die Stimmen der Stadtvertreter und argumentiert, dass die Stadt die nicht mehr sanierungsfähige Stahlspundwand ohnehin erneuern müsse, der Schutz größer sei und durch die zusätzliche Ostmole weitere Anlegemöglichkeiten entstünden.

Erhalte die Stadt die von ihr angestrebten Fördermittel in Höhe von 90 Prozent, müsse sie bei der neuen Variante lediglich 1,111 Millionen Euro aus eigener Tasche bezahlen. Zuzüglich des Kaufpreises für die Wasserfläche – summa summarum 1,248 Millionen Euro.

Ziel der Maßnahme: Die Fahrgastschiffe sollen zum größten Teil aus dem Hafen verschwinden und bekommen an der Steinmole moderne Ver-und Entsorgungseinrichtungen. Platz ist für sechs Dauerliegeplätze. Lediglich drei Anlegestellen sollen im Hafen bleiben. Aber auch nur fürs Ein- und Aussteigen.

Der Baubeginn ist für den Herbst 2020 geplant. Voraussichtliche Bauzeit: Gut zwei Jahre.

Foto unten: Variante B Steinmolen-Ausbaus, aber noch ohne die jetzt geplante Ostmole


2 Antworten zu “Geplanter Ausbau der Steinmole verschlingt mehr Geld”

  1. Immer das gleiche sagt:

    Ist aber auch wieder eine komische Lösung mit den Fahrgastschiffen.

    3 Liegeplätze im Stadthafen werden dann geblockt für die täglichen Ein- und Ausstiege.
    Also genau so viele Schiffe wie jetzt auch schon im Hafen liegen.
    Und dann fahren die Schiffe abends zu ihrem Liegeplatz an die Steinmole. Und im Winter wenn der Stadthafen sowieso leer ist, bleiben sie im Stadthafen zur Überwinterung.

    Wo ist denn da die Verbesserung für den Stadthafen?
    Die Fahrgastschiffe verschwinden doch dann überhaupt nicht. Nur auf dem Papier, weil dann der Dauerliegeplatz Steinmole statt Stadthafen heißt.
    Aber praktisch ändert sich doch nichts.

    Und es wurde beim Umbau des Stadthafens damit geworben, dass die Fahrgastschiffe neuen Sportbootliegeplätzen weichen sollen.
    Das war ja einer der Hauptgründe für den teuren Umbau.
    Mal wieder überhaupt nicht durchdacht die ganze Situation.

    Von 4,9 auf 8,2 Millionen muss man nicht mehr kommentieren. Aber es wird ja gefördert. Juhu.
    Kommen die Steuergelder halt aus einem anderen Topf.

  2. Peter Sohr sagt:

    Damit liegen wir bei den bereits bei knapp 10 Millionen vorausgesagte Kosten. Diese Summe geisterte bereits vor Jahren umher.

    Allerdings ist die Variante ohne Verfüllung der Dampferkuhle absoluter Nonsen. Verschenkt sich die Stadt doch hier Platz, der ua. sehr sinnvoll genutzt werden kann.

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