
„Wer welche Unterstützung bekommt, hängt vom Einzelfall ab. Es reicht von der medizinischen Versorgung bis zu Geldleistungen. Betroffene müssen allerdings nachweisen, dass sie in ihrem Berufsleben mindestens 100 Tage Pestiziden ausgesetzt waren“, so Wolfgang Ehlert von der Agrar-Gewerkschaft IG BAU.
Das gelte neben Menschen, die in der Landwirtschaft gearbeitet haben, beispielsweise auch für Beschäftigte im Gartenbau, im Forst und in der Floristik. Sogar auf dem Bau werde bei Sanierungsarbeiten mit Pestiziden gearbeitet. „Vielen ist gar nicht bewusst, wo überall Pestizide zu finden sind. Gerade im Sanitärbereich kommen häufig Baustoffe mit Anti-Schimmelmitteln zum Einsatz. Und die enthalten oft Pestizide“, erklärt Ehlert.
Der Gewerkschafter rät Menschen, die in gefährdeten Branchen arbeiten, sich bei Fragen an ihre jeweilige Berufsgenossenschaft zu wenden. Allein in der Landwirtschaft sind im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nach Angaben der IG BAU Ostmecklenburg-Vorpommern rund 1.880 Menschen beschäftigt. Viele davon hätten auch mit Pflanzenschutzmitteln zu tun, so die Agrar-Gewerkschaft. Deren Mitglieder können sich direkt an die IG BAU vor Ort wenden: neubrandenburg@igbau.de | 0395 – 599 799 30












Ein wichtiger Schritt. Die Gefahr wird oft unterschätzt. Besser wäre es, auf Pestizide zu verzichten. Wer einmal erlebt hat wie ein geliebter Angehöriger an Parkinson zugrunde gegangen ist, der sieht diese Dinge mit anderen Augen. Man kann nicht tonnenweise Gift auf Pflanzen zur Nahrungsmittelgewinnung spritzen und sich einbilden, dass dies nur Insekten schadet. In Frankreich ist Parkinson als Berufskrankheit für Landwirte schon lange anerkannt.