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Hafenausbau weiter im Rennen

12. September 2014

Er ist zwar noch nicht beschlossene Sache – der teure und in der Bevölkerung wenig geliebte Ausbau des Warener Hafens, doch die Mehrheit der Stadtvertreter hat den Mehrkosten in Höhe von fast einer Million Euro, die jetzt zu Tage gekommen sind, zumindest das Okay gegeben. Nach der europaweiten Ausschreibung erhöhten sich die Kosten für den geplanten Ausbau von 7,3 auf 8,3 Millionen Euro (wir berichteten). Zuvor musste die Stadt schon einmal nachbessern, damals auf 7,3 Millionen Euro fast verdoppeln.

Bevor Warens Stadtvertreter den Mehrkosten, die eventuell zu 80 Prozent als Fördermittel fließen, ihren Segen geben sollten, versuchte Bürgermeister Norbert Möller ob der zusätzlichen Million zu beschwichtigen. So wird es in der kommenden Woche eine gemeinsame Sitzung des Finanz- und Grundstücksausschusses und des Stadtentwicklungsausschusses geben, auf der die Volksvertreter noch einmal intensiv über das Projekt Hafen beraten sollen. Dabei geht es auch um Alternativen, um Folgen, wenn die Stadt die europaweite Ausschreibung aufhebt und mögliche Nachträge, die nach Baubeginn kommen könnten. Ende des Monats soll der Hauptausschuss dann den Auftrag vergeben – oder aber nicht.

Auch in der Stadtvertretung ist das Thema nicht unumstritten, sogar Ex-Wirtschaftsminister Jürgen Seidel, der heute nicht nur Stadtvertreter, sondern auch Chef des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern ist, warnte: „Der Hafen ist Warens Edelstein, und wir müssen die Stärken stärken, aber wir müssen Garantien haben, dass der Ausbau nicht noch teurer und ein Faß ohne Boden wird“, sagte der CDU-Politiker.

Bürgermeister Norbert Möller erklärte zu einem ersten Bericht von „Wir sind Müritz“ über die erneute Kostensteigerung: „Ich habe nicht gesagt, dass mit mir eine weitere Kostenerhöhung nicht zu machen ist, sondern dass ich den Hafenausbau nicht um jeden Preis will und wir noch einmal reden müssten, sollte das Projekt teurer werden. Das ist jetzt der Fall.“

Hafen Kopie 2


Eine Antwort zu “Hafenausbau weiter im Rennen”

  1. Heinz-Peter Schifflers sagt:

    Es könnten Wetten darauf geschlossen werden, daß der geplante Hafenausbau letztlich noch teurer und die 10 Millionengrenze noch deutlich überschreiten wird. Die von Herrn Seidel wohlgemeinten Garantien kann und wird es nicht geben. Selbst bei einer Investitionssumme von „nur“ 10 Millionen € für die geplanten 80 neuen Liegeplätze, beträgt der Finanzaufwand für nur einen einzigen hinzugewonnenen Liegeplatz fast 125.000,– €. Also soviel, wie ein kleines Einfamilienhaus kostet !! Als langjähriger Inhaber eines Liegeplatzes im Warener Hafen bezweifle ich, daß – angesichts des Vorhabens am alten Sägewerk – überhaupt noch ein echter Bedarf für eine Hafenerweiterung besteht. Dem Grunde (nicht der Höhe) nach handelt es sich um eine genau so gigantische Fehlinvestiton aus Steuermitteln, wie die der Hamburger Philharmonie, des Berliner Großflughafens, des Stuttgarder Bahnhofprojektes, usw., usw. ! Wo bleiben die prüfenden Rechnungshöfe? Erstaunlich bleibt, daß mit den so sauer verdienten Steuergeldern -ohne Wiederspruch- der steuerzahlenden Bevölkerung so verschwenderisch umgegangen werden kann. Und zwar für diejenigen, die diese gigantischen Fehlentscheidungen treffen, ohne jedwede Konsequenz oder gar Haftung. Was bleibt, ist mehr als Frußt, ist das Gefühl von Hilflosigkeit und Wut.
    Ihr Heinz-Peter Schifflers

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