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Jugendtheater bringt Warener Gymnasiasten zum Nachdenken

20. Oktober 2019

Was wollt ihr? …schallt die Frage durch die Aula. Schon mal drüber nachgedacht, was ihr wollt? Doch die Zehntklässler des Warener Wossidlo-Gymnasiums antworten nicht. Er stellt die Frage noch mal, nur lauter – viel lauter. Wie ein Donnern erfüllt sie die Bühne. Keiner der Schüler wagt es, zu reden. Rausgerissen aus ihrem Schulalltag befinden sie sich plötzlich in einer anderen Welt. Oder vielleicht doch nicht? „Fighter“ heißt die mobile Jugendtheater-Produktion. Es spielt: Peer Roggendorf vom COMPAGNIE de COMÉDIE aus Rostock.

„Sieger! Fighter! Könnt ihr sein. Müsst ihr aber nicht. Eure Entscheidung. Das Leben ist hart. Kriegst nichts geschenkt. Wenn du weich bist, verlierst du. Wenn du aufgibst, verlierst du. Wenn du Ausreden findest, verlierst du. Ist ok. Zwingt dich keiner, Sieger zu sein. Aber wenn du Sieger sein willst, wenn du oben sein willst, dann musst du brennen.

Die meisten, die mit dem Fighten anfangen, taugen nix. Ist nicht weiter schlimm. Es braucht auch Verlierer. Die, die unten sind. Die Schwachen. Die Anderen. Die Masse.“ Als Boxtrainer sieht er in Sami ein großes Talent zum Profiboxer – er hat den Willen zum Siegen. Doch sein Weg ist geprägt von Mobbing, Gewalt und Vorurteilen. All das treibt ihn schließlich zur Verzweiflungstat – die Schüler mittendrin.

Klischees zu den Geschlechterrollen werden aufgebrochen. Das Ein-Mann-Stück aus der Feder von Philipp Romann & Knut Winkmann mit Gänsehautgarantie bietet fast alles, was junge Menschen emotional durchleben; Wut, Trauer, Verzweiflung, Sinnkrise und Selbstfindung.

Diesen etwas anderen Schulunterricht hat der „Kultur- und Kunstverein Waren“ e. V. – insbesondere Katharina Sell an die Müritz geholt. Die Künstlerin und Schauspielerin spielt selbst am Theater COMPAGNIE de COMÉDIE, kannte daher den Schauspieler und war von dem Stück sofort begeistert. „Es ist kein Kuschelstück mit gutem Ausgang und direkt für die Jugend gemacht. Es ist altagstauglich und deckt die Probleme der Gesellschaft auf. Die zerstörerische Kraft der Medien wird deutlich“, beschreibt sie die Probleme der Menschen in Zeiten von Cybermobbing.


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