Junger Mann verkauft Garagen, die ihm gar nicht gehören

13. Juni 2023

Aus Schaden wird man klug, sagt der Volksmund – mal sehen, ob das auch bei einem jungen Mann von der Mecklenburgischen Seenplatte klappt. Der 21-Jährige hat 2021/2022 in Neubrandenburg als Betrüger mehrere Garagen an Interessenten verkauft. Über eine bekannte Anzeigen-Verkaufsplattform kam er an Interessenten, machte Besichtigungstermine aus, nahm das Geld im Empfang und übergab die Schlüssel. Das Problem dabei: Er war gar nicht Eigentümer dieser städtischen Garagen, die zu einer dieser anonymen weitläufigen Siedlungen mit vielen Autostellplätzen gehören.

Sein Vater – ein Unternehmer – hatte als Betreiber die Schlüssel zu diesen Garagen, weil er früher wohl mal Technik dort unterstellen wollte. Dieser nutzte die Garagen aber nicht. Und das wollte nun der junge Mann nutzen, um ordentlich beim anderen Geschlecht Eindruck zu machen, wie vor Gericht nun herauskam. Seine Freundin – vielleicht seine erste Freundin überhaupt – war 41 Jahre alt.

„Sie hat mir gefallen und ich hoffte, dass sie hierher zieht“, sagte der junge Mann bei seinem umfassenden Geständnis vor dem Richter. Die Frau aus Serbien hatte er über Facebook kennengelernt – eine Freundschaftsanfrage war der Ausgangspunkt. Doch schon bald nach dem ersten Austausch von Komplimenten kam die Frau aus Serbien zur Sache, sie habe Geldprobleme und zwei Kinder.

Der junge Mann, der selbst noch keine Zeit für eine richtige Ausbildung hatte, wollte sich nicht lumpen lassen. Die 10. Klasse hatte er mit 17 gemacht. Dann schnupperte er in das Unternehmen des Vaters rein, wollte dort Abrechnungen machen. Schon mit 18 habe er sich heftig verliebt, sagte der Angeklagte, der selbst Serbisch spricht.

Er überwies nach und nach die Erlöse aus den Betrugsfällen. Die erste Garage verkaufte er für 2000 Euro, die nächsten beiden für je 1500 Euro, und eine vierte für 3700 Euro. Davon will er nur etwa 100 Euro für sich behalten haben. Ob er denn die Frau auch jemals live gesehen habe, will der Richter wissen.

„Ja ich war in Serbien“, sagte der junge Mann. Dort war er sogar zwei Wochen lang mit der erfahrenen Frau zusammen. Danach habe man sich aber getrennt. Inzwischen habe er gehört, dass die Frau immer wieder mal auf ähnliche Art und Weise versucht haben soll, an Geld von Männern zu kommen.

Das Amtsgericht verurteilte den 21-Jährigen, der in der Entwicklung eher noch einem Heranwachsenden entspreche, nach Jugendstrafrecht. Da er noch nie straffällig war, kam er mit einer Bewährungsstrafe davon. Er sei auch von der Frau manipuliert worden, sagte der Richter.

Zwei Jahre lang bekommt der Verurteilte einen Bewährungshelfer, muss das Betrugsgeld von fast 9000 Euro in Raten zurückzahlen und auch 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

„Gehen Sie auch zur Schuldnerberatung und machen Sie endlich eine Ausbildung“, empfahl ihm der Richter. Es sei immer schlecht. auf Kosten anderer Leute zu leben,- auch wenn es in diesem Fall Muttis und Papis Geld sei. Der Verurteilte versprach, sich schnellstens um eine Ausbildung zu kümmern. Er wolle etwas mit Betriebswirtschaft machen. Vielleicht auch erst noch einen höheren Schulabschluss.

Inwieweit das alles klappt, soll der Bewährungshelfer jetzt kontrollieren. Dem Verurteilten fiel sichtbar ein Stein vom Herzen, als er seine Hand- und Fußfesseln ablegen konnte. Er war in Haft genommen worden, weil er den ersten beiden Prozessterminen aus Angst nicht gefolgt war. Beide Seiten erkannten das Urteil schnellstmöglich im Gerichtssaal an.


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