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Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider gestorben

28. April 2019

Traurige Nachrichten aus der Politik: Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider ist heute nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 58 Jahren verstorben. Die aus Waren stammende SPD-Politikerin gehörte dem Landtag Mecklenburg-Vorpommern seit dem 15. November 1994 an. Insgesamt viermal wählte das Parlament Sylvia Bretschneider zur Präsidentin. Das Amt übte sie mehr als 16 Jahre aus.
Mit Sylvia Bretschneider verstarb die zurzeit am längsten amtierende Präsidentin eines deutschen Parlamentes.
Die Warenerin kämpfte seit einigen Jahren gegen eine Krebserkrankung und zeigt sich stets zuversichtlich, dieses Kampf zu gewinnen.

„Mecklenburg-Vorpommern hat eine starke Frau und hervorragende Repräsentantin unseres Landes verloren, der unser demokratisches Gemeinwesen eine Herzensangelegenheit war“, erklären die beiden Vizepräsidentinnen Beate Schlupp und Dr. Mignon Schwenke. „Sylvia Bretschneider hat sich mit aller Kraft für die Verteidigung und Stärkung der mit der politischen Wende 1989 errungenen Werte und Freiheiten eingesetzt. Extremistischen Gegnern der parlamentarischen Demokratie bot sie entschieden die Stirn.
Mit unseren Gedanken sind wir in diesen schweren Stunden bei ihrer Familie.“

Sylvia Bretschneider hinterlässt ihren Mann, drei Töchter und drei Enkelkinder.

Die Abgeordneten des Landtages Mecklenburg-Vorpommern trauern um eine profilierte Politikerin – um ihre Präsidentin.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Sylvia Bretschneider als „starke Frau und mutige Kämpferin für die Demokratie“ gewürdigt. „Sylvia Bretschneider hat die parlamentarische Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten 25 Jahren entscheidend geprägt. 1994 zog sie erstmals in den Landtag ein. Seit 2002 war sie mehr als 16 Jahre Präsidentin des Landtages. Das ist eine außergewöhnlich lange Zeit. Sylvia Bretschneider hat ihr Amt überparteilich, aber immer mit einer klaren Haltung ausgeübt. Sie war eine starke Frau und eine mutige Kämpferin für die Demokratie in unserem Land“, sagte Schwesig heute in Schwerin.

„Demokratie und Freiheit, Weltoffenheit und Toleranz – das sind die Werte, für die Sylvia Bretschneider immer wieder eingetreten ist. Mit der von ihr ins Leben gerufenen Initiative ´WIR – Erfolg braucht Vielfalt´ hat sie die Zivilgesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern gestärkt. Zugleich hat sie mit eindringlichen Worten an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnert und gemahnt, dass sich diese schrecklichen Taten nie wiederholen dürfen. Auch die Zusammenarbeit im Ostseeraum und die Entwicklung des Tourismus waren Themen, für die sie sich besonders eingesetzt hat.

Ich habe Sylvia Bretschneider Ende März in Neubrandenburg besucht. Sie war wie so oft optimisch und voller Kampfgeist. Umso trauriger ist es, dass ihre Krankheit am Ende doch zu schwer war“, so Manuela Schwesig.

Foto: Landtag


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