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Malchows Bibliothek vor dem Aus

1. März 2015

Die Malchower Bibliothek steht kurz vor der Schließung. Nach Informationen von „Wir sind Müritzer“ kann der Verein „Leseratten e.V.“ im März seine laufenden Kosten nicht mehr aufbringen.  Und zwar, weil die Stadt ihre Zuschüsse nicht zahlt. Die Stadt Malchow hat bekanntlich noch keinen Haushalt, vor allem für die Vereine, die Kultur, Sport und Tourismus in der Inselstadt managen, ist das eine Katastrophe. Die Museen sind bereits vorübergehend geschlossen worden, der Bibliothek droht das endgültige aus.

Round bookshelf in public library„Seit Januar 2015 werden diese Zuschüsse nicht gezahlt aufgrund des fehlenden Haushaltsplanes 2015. Unter Aufbringung sämtlicher Kräfte ist es uns gelungen, dennoch den Betrieb der Bibliothek über die Monate Januar und Februar aufrecht zu erhalten. Es wurden vorzeitig Mitgliedsbeiträge realisiert, Spender geworben und keinerlei Anschaffungen getätigt. Dies geschah in Erwartung, dass zeitnah Anfang des Jahres 2015 diese unsägliche Situation beseitigt werden kann“, schreibt Antje Abe als Vorsitzende des Vereins an die Stadtvertreter.

Sorge um Geschäftsführerin

Und: „Nunmehr sind wir jedoch nicht mehr in der Lage, diesen Zustand aufrechtzuerhalten. Ein Haushaltsplan 2015 ist nicht in Sicht. Dies wurde uns vom Bürgermeister als auch von den Stadtvertretern bekannt gegeben. Über regelmäßige eigene Einnahmen verfügt der Verein nicht. Dies liegt in der Natur einer Bibliothek. Mitgliedsbeiträge und Nutzungsentgelte wurden bereits vorzeitig realisiert.“

Auch die Aufnahme eines Darlehens komme in Anbetracht der ungesicherten finanziellen Situation nicht in Betracht. Deshalb sehe sich der Vorstand gezwungen – bei unveränderter Lage – noch im März 2015 Insolvenzantrag zu stellen. Das bedeutet, dass die Bibliothek in Malchow geschlossen wird.

Jahrelang aufgebaute Beziehungen zu den Kindertagesstätten, Schulen, Fachstellen und Fördermittelgeber fallen ersatzlos weg. „Wesentlich ist jedoch, dass das Arbeitsverhältnis mit der langjährigen Mitarbeiterin und Geschäftsführerin des Vereins,  Sabine Schöbel, beendet werden wird. Diese hat maßgeblich die Bibliothek mit Herz und Engagement aufgebaut und unterhalten. Sie ist eine qualifizierte Fachkraft. Durch die Stellung des Insolvenzantrages ermöglichen wir zumindest für drei Monate den Bezug des Insolvenzgeldes. Es ist jedoch fraglich, ob sie nach einem solchen Debakel und persönlichen Enttäuschung irgendwann wieder für die Stadt Malchow zur Verfügung stehen wird“, schreibt Antje Abel.

Zugesagte Fördermittel verfallen

Und weiter. „Den Fachkräftemangel dürfen wir als bekannt voraussetzen. Jahrelang haben wir uns zusätzlich zu den Zuschüssen um zweckgebundene Fördermittel bemüht und auch erhalten. Eine qualitativ hochwertige Bibliothek ist entstanden. Um auch den technischen Standard in unserer Bibliothek zu erhöhen, wurde uns vom Ministerium angekündigt, dass wir in diesem Jahr einen fünfstelligen Betrag an zweckgebundenen Fördermitteln erhalten, umso weiter dem Wettbewerb standzuhalten und auch zukünftig die Voraussetzungen für den Bezug von Fördermitteln zu erfüllen. Bei Insolvenz des Vereines werden diese Fördermittel nicht ausgezahlt und ersatzlos wegfallen! Alles wird zerstört. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Folgen der derzeitigen Situation nicht wahrgenommen werden (wollen).

Für uns ist es uninteressant, aus welchem Grunde es zu dieser Situation gekommen ist. Fest steht nur, dass durch die derzeitige Situation ein unwiederbringlicher Schaden entsteht und sogar Existenzen vernichtet werden. Das Ehrenamt erleidet darüber hinaus ebenfalls Schaden. Die Bereitschaft, Ehrenämter zu übernehmen, dürfte stark gesunken sein. Es ist ein Trauerspiel… Über jegliche Unterstützung – Sachspenden, Geld, Hilfe und Stärkung – freuen wir uns.“

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