Polizei plant angeblich Einsatz von Räumpanzern und Wasserwerfern bei der Fusion in Lärz

20. Mai 2019

Es klingt so absurd, dass man es gar nicht glauben mag: „Zeit Online“ berichtet heute ausführlich über die Planung des Polizeieinsatzes zum Fusion Festival 2019 – https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-05/fusion-festival-polizeieinsatz-sicherheitskonzept-interne-dokumente. Die Recherchen von Zeit Online übertreffen die schlimmsten Befürchtungen des Kulturkosmos, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Die Planung geht laut dem Bericht von etwa 1.000 Polizeibeamten für den Einsatz aus. Alleine 100 Polizeibeamte pro Schicht sollen mitten auf dem Festival stationiert werden und das Gelände mit uniformierten und zivilen Beamten anlasslos bestreifen. Auch Wasserwerfer und Räumpanzer sollen zum Einsatz kommen.

Laut dem Bericht sollen sowohl Räumpanzer und Wasserwerfer, eine Beweissicherungs- und Festnahmeinheit als auch weitere Hundertschaften vorgehalten und im Bedarfsfall gegen die Gäste eingesetzt werden. Auch eine Spezialeinheit zum Lösen von Blockaden und Ankettungen ist laut Zeit Online angefordert. Sogar die Bundeswehr ist laut der Berichterstattung als Infrastrukturdienstleister am geplanten Einsatz beteiligt.

Dazu sagt Martin Eulenhaupt vom Kulturkosmos: „Die Polizei plant, wie sich jetzt bestätigt, ein unverantwortliches Eskalationsszenario gegen unser Kulturfestival. Unsere Gäste aus der ganzen Welt und die Menschen hier in der Region wollen, wie schon seit über 20 Jahren, einfach nur ein friedliches Fest feiern – und die Polizei will uns allen Ernstes Hundertschaften von Bereitschaftpolizei mit Wasserwerfer und Räumpanzer schicken. Mit diesen eskalativen Einsatzplanungen ist niemand in Sachen Sicherheit geholfen. Die Landesregierung muss jetzt diesem unverhältnismäßigen Vorhaben sofort ein Ende setzen.“

Polizei hat vertrauliche Dokumente offenbar an rechten Gewalttäter weitergereicht

Weiter berichtet Zeit Online, dass die Polizei offenbar eine Bachelorarbeit zum Thema Fusion bei der Polizeihochschule (FH Güstrow) angeregt hat. In diesem Zusammenhang habe die Polizei dann vertrauliche Dokumente aus dem Genehmigungsverfahren, ungeschwärzt mit vollen Namen und Adressen der Ansprechpartner und Dienstleister weitergereicht. Diesem schwerwiegenden Verstoß gegen den Datenschutz wird noch die Krone aufgesetzt, weil unter den Empfängern auch Ulf-Theodor Claassen ist. Claassen sei Vizevorsitzender der AfD Mecklenburg-Schwerin gewesen und sei ein rechtskräftig verurteilter Gewalttäter. Er sei mittlerweile Dozent für Einsatzlehre an der FH Güstrow und Betreuer der Bachelor-Arbeit, in der die Polizeiwache mitten auf dem Fusion-Gelände und die anlasslose Bestreifung gefordert und begründet werden.

Hierzu sagt Petra Barz vom Kulturkosmos: „Der Vorgang ist nicht nur aus Sicht des Datenschutzes ein Vertrauensbruch: Eine Bachelor-Arbeit, die ein politischer Rechtsaußen an der Polizeihochschule betreut, soll möglicherweise als theoretisches Fundament für die unverhältnismäßigen Forderungen der Polizei dienen. Für uns drängt sich zunehmend der Eindruck auf, dass wir es gar nicht mehr mit Sicherheitsforderungen zu tun haben, sondern auch mit dem politischen Versuch von rechts, ein linksalternatives Kulturfestival anzugreifen. Die große Frage ist: Hat am Ende die AfD am Polizeikonzept mitgeschrieben?“

Ulf-Theodor Claassen und der jetzige Neubrandenburger Polizeipräsident Nils Hoffmann Ritterbusch seien ehemalige Kollegen bei der Polizeiinspektion Rostock und beide federführend an den Einsätzen rund um den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 beteiligt. Schon damals habe Hoffmann-Ritterbusch offenbar Aufklärungsflüge der Bundeswehr über das Kulturkosmosgelände beantragt.

Kulturkosmos fordert Aufklärung und konstruktive Zusammenarbeit

Der Kulturkosmos begrüßt, dass die Polizei gegenüber Pressevertretern Verhandlungsbereitschaft im Konflikt signalisiert: „Trotz dieser skandalösen Vorgänge, die unbedingt aufgeklärt werden müssen, ist das Gebot der Stunde die Rückkehr zur Sachlichkeit. Es braucht nun vertrauensbildende Maßnahmen der Polizei sowie überprüfbare, konkrete Schritte der Abrüstung sowohl in den Verhandlungen als auch bei der polizeilichen Einsatzplanung. Unser aktuelles Sicherheitskonzept mit dem Kompromissvorschlag einer Wache in unmittelbarer Nähe zum Festival und konkreten Vorschlägen für einen anlassbezogenen Zugang liegt auf dem Tisch“, sagt Martin Eulenhaupt.

Foto: Ole Steindorf-Sabath


8 Antworten zu “Polizei plant angeblich Einsatz von Räumpanzern und Wasserwerfern bei der Fusion in Lärz”

  1. Mario sagt:

    Na da bin ich ja mal auf das Statement von Herrn Caffier gespannt…

  2. Steffen sagt:

    Wasserwerfer und Räumpanzer werden auf der Fusion so dringend benötigt wie Streusalz in der Sahara.
    Es ist wirklich eine Schande wie einige Personen versuchen ein friedliches Fest mit 20 Jähriger Tradition kaputt zu machen weil mit deren engstirningen Verstand nicht vorstellbar ist dass an die 100.000 Menschen friedlich miteinander feiern können ohne ein Polizeiaufgebot wie bei einem Fußballderby.
    Die Landesregierung muss ein Zeichen setzten und den Polizeichef zurückpfeifen.

  3. Schockiert sagt:

    Wahnsinn!
    Räumpanzer und Wasserwerfer, obwohl die ganzen letzten Jahre keine einzige größere Auseinandersetzung stattfand.
    Hier darf der Bund der Steuerzahler auch mal gerne prüfen, ob die Steuergelder nicht besser angelegt werden können.
    Schließlich wird die Müritz-Sail auch nicht von einem Wasserwerfer begleitet. Und da passieren mehr Gewalttaten (Schlägerei) als bei der Fusion.

    Als ich laß „rechtskräftig verurteilter Gewalttäter“ und Polizist und Dozent an der FH Güstrow (Polizei und Verwaltungshochschule) habe ich ihn mal schnell gegoogelt.

    https://afdwatchafd.wordpress.com/tag/ulf-theodor-claassen/

    Krass, Pfeffersprayeinsatz als Privatperson an einem AFD-Infostand, weil Linke den Stand mit Konfetti bewarfen.

  4. Suse sagt:

    Oh mein gott, die sollen sich schämen, alles wird kaputtgemacht, was zig Jahre super lief. Wenn das alles so durchgeht, hat man den Glauben an einen Rechtsstaates verloren. Was einige Menschen so anrichten, nur um sich in den Mittelpunkt zu stellen, weil sie sonst so gar nichts auf die Reihe bekommen, ist schon mehr als peinlich und für mich als Bewohner der Region nicht zu verstehen. Absetzen, rausschmeißen und nie wieder an Positionen, wo sie was zu sagen haben WOLLEN!!!!

  5. K.Frind sagt:

    Auf der einen Seite kommt die Staatsmacht,mit Räumpanzern,Wasserwerfer,Festnahmeeinheit u Bundeswehr. Auf der anderen Seite steht eine nachchweislich friedliche Region mit seinen Festivalbesuchern,wo es wie gesagt auch nachweislich nie etwas zu beanstanden gab.Nun stellt sich mir die Frage.Wer von beiden Seiten ist hier nun gewaltbereit?Wer provoziert hier Gewalt? Aus welchem Anlass bekommen Jugendliche u Erwachsene ,sowie tausende ausländische Gäste Wasserwerfer u Räumpanzer vor die Nase gesetzt? In der Nazi u Stasi Zeit ,gab es diese typischen Begriffe,wie zb. Beobachtung,Schikanieren,Tyranisieren..Und genau diese Begriffe finden sich nun in Lärz wieder.Friedliche Menschen werden grundlos als kriminell gewaltbereit dargestellt. Ein Veranstalter ,der eine ganze Region positiv in Szene setzt,der krativ ist u etwas tolles umsetzen tut,wird hier schikaniert u tyrannisiert. Vielleicht hat da jemand in Heiligendamm ein Knalltrauma erlitten. Aber Lärz ist nicht Heiligendamm.Lärz ist nur ein paar Häuser,mit Hühnerfarm u im Sommer mit fröhlich tanzenden Menschen. Wenn ein Polizeipräsident den Unterschied zwischen Krieg u Frieden nicht erkennen kann ,ist er irgendwie fehl am Platz. Mit Sachverstand u Sicherheit hat das ganze rein gar nichts zu tun

  6. Jürgen sagt:

    Absolut nicht tragbar dieser Polizeipräsident,die Landespolitiker schlafen weiter😡

  7. Dagmar Wilisch sagt:

    So eine Sauerei. Es wird provoziert und dann, wenn es zu Karwallen kommt heißt es: Haben wir doch gleich gesagt.
    Das kann ein einzelner Beamter in Neubrandenburg nicht geplant haben, zumal er noch gar nicht lange im Amt ist.

  8. DirkNB sagt:

    Kann mal jemand die Erklärung der Polizei zum Thema mit berücksichtigen, der Zeit-Artikel hat wohl ein wenig übertrieben …

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