So viel schon mal vorweg: Eine Lösung für die verfahrene Kiste, sprich die Zukunft der Schulen in Waren-West, gibt es nach wie vor nicht. Die konnte der „Runde Tisch“, den Stadtpräsident Rüdiger Prehn (Linke) gestern Abend auf Bitten von Elternvertretern, Lehrern und Stadtvertretern organisiert hat, nicht bieten. Das hat aber wohl auch niemand erwartet. Aber: Man ist ins Gespräch gekommen – Eltern, Lehrer, Verwaltungsmitarbeiter, Planer und Stadtvertreter. Das war längst überfällig. Und ist beinahe fast zu spät.
Wir erinnern: Eigentlich hatten Warens Stadtvertreter im Frühjahr nach langen Diskussionen beschlossen, dass sowohl die Käthe-Kollwitz-Schule als auch die Regionale Schule Waren/West für zusammen rund 16 Millionen Euro saniert werden sollen. Doch kurz vor den Sommerferien hieß es plötzlich: Geht so nicht, denn alleine die Miete der benötigten Container wird schon mal fünf Millionen Euro teurer (WsM berichtete).

Die Variante, die jetzt erneut von der Warener Stadtverwaltung vorgeschlagen wurde, fand dabei gestern Abend nicht unbedingt Zustimmung. Die Stadt möchte nunmehr die Käthe-Kollwitz-Schule von 2020 bis 2022 neu bauen – in Modulbauweise für rund 13,3 Millionen Euro. Davon sollen vier Millionen als Förderung fließen.
Der Haken: Die Regionale Schule Waren-West ist dann erst ab 2022 bis 2025 an der Reihe – nicht als Neubau, sondern als Sanierung. Bis dahin soll es lediglich einige dringend nötige Arbeiten geben, denn das Schulhaus entspricht nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen. Die Sanierung, so der Vorschlag der Stadt, soll 11,3 Millionen Euro kosten. Ob es auch dafür Fördermittel gibt, ist derzeit offen.

Aber: Wie die Stadtverwaltung, insbesondere Bauamtsleiter Ingo Dann, ganz deutlich gemacht hat: Es geht nicht nur ums Geld, sondern auch ums Personal. Die Stadtverwaltung, so Ingo Dann, ist personell nicht in der Lage, beide Bauvorhaben – also den Neubau der Grundschule Käthe Kollwitz und die Sanierung der Regionalen Schule – gleichzeitig zu stemmen.
„Dann müssen eben andere geplante Bauvorhaben verschoben werden. Das gibt uns finanzielle Kapazität und hilft auch personell“, meinte Raoul Bajorat, der für die AfD am Runden Tisch saß. Auch SPD-Fraktionschefin Christine Bülow möchte nicht, dass die Schulzukunft an Personalfragen scheitert. „Das darf kein Hindernis sein“, meinte sie.
Die FDP/MUG-Fraktion hält – wie schon in der Diskussion vor einigen Monaten – den Neubau von zwei neuen Schulen für dringend nötig. Alles andere sei Flickschusterei und bringe die Schulen und vor allem Schüler der Stadt kein Stückchen voran, wie Fraktionschef Toralf Schnur betonte.
Wie eingangs erwähnt – ein Ergebnis hat der Runde Tisch nicht gebracht. Aber eine neue Form der Kommunikation miteinander – sachlich und ohne Parteien-Gezänk. Das könnte auch bei anderen Themen helfen, eine Lösung zu finden, die näher am „normalen Bürger“ ist, als die bisherigen Beschlüsse.
Schade deshalb, dass zwar alle Parteien Vertreter in die Runde entsandt haben, aber kaum einer im Publikum saß. Gut vertreten lediglich die AfD, die auch im Vorfeld fristgemäß ihre Meinung zum Thema eingesandt hat. So wie die FDP/MUG-Fraktion. Von der CDU, SPD, den Linken und den Grünen gab es dagegen trotz Bitte des Stadtpräsidenten im Vorfeld keine schriftliche Meinung zum Thema.




















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