Eine Unachtsamkeit im Umgang mit heißen oder entzündlichen Gegenständen kann für Kinder dramatische Folgen haben. Bei dem zwölfjährige Lenny explodierte ein Feuerwerkskörper in seiner Hosentasche und verursachte schwere Verletzungen am Oberschenkel, seine Hände blieben glücklicherweise unverletzt. Damit Unfälle seltener auftreten, beteiligt sich die Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie der Universitätsmedizin Rostock am bundesweiten Tag des brandverletzten Kindes am heutigen 7. Dezember mit dem Motto „Unfallfrei statt Böllerei“ und weist auf Risiken und wirksame Präventionsmaßnahmen hin.

Bei einer Verletzung empfiehlt sie Eltern, die betroffene Stelle 15 Minuten mit lauwarmem Wasser zu kühlen, die Wunde vorsichtig zu reinigen, umliegende Kleidung zu entfernen und großzügig Schmerzmittel zu geben. Grundsätzlich sollten nur geprüfte Feuerwerke verwendet werden und Kinder niemals unbeaufsichtigt damit hantieren. Der Sicherheitsabstand sollte eingehalten werden. Statt der bis zu 1200 Grad heißen Wunderkerzen, können Knicklichter und LED-Leuchtstäbe verwendet werden.
Unfälle durch einfache Maßnahmen vermeiden
„Neben der direkten Versorgung der Verletzten ist es uns wichtig, Eltern und Kinder frühzeitig über Präventionsmaßnahmen aufzuklären“, betont die leitende Oberärztin Dr. Judith Lindert. „Als spezialisierte Klinik für brandverletzte Kinder, übernehmen wir die Erstversorgung aller Kinder und Jugendlichen“. In besonders schweren Fällen arbeitet das Team eng mit dem Schwerbrandverletztenzentrum in Lübeck zusammen.
Klinikdirektorin Prof. Dr. Stefanie Märzheuser, die sich seit vielen Jahren in der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. engagiert, unterstreicht die Bedeutung der Prävention: „Viele Unfallgefahren lassen sich durch einfache Maßnahmen beseitigen. Unser Ziel ist es, Eltern zu sensibilisieren und Kinder vor Verletzungen zu schützen. Aufklärung über Gefahrensituationen, vorausschauendes Denken und ein aufmerksamer Blick, helfen eine Gefahrensituation zu erkennen und zu beseitigen.“
Das ganze Jahr über stehen die Kinderchirurginnen und -chirurgen der Universitätsmedizin Rostock rund um die Uhr zur Verfügung. Rund um den Jahreswechsel rechnet die Klinik erfahrungsgemäß mit einem Anstieg von Verletzungen durch Feuerwerkskörper.
Bild: Dr. Maike Mohr wechselt den Verband an Lennys Wunde und kontrolliert den Heilungsprozess.
Foto: Universitätsmedizin Rostock







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