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Nach Brücken-Unfall: Viel Anerkennung für einen jungen Warener

20. Dezember 2018

Diesen Tag wird Pascal Weinberg wohl so schnell nicht vergessen. Der 15 Jahre alte Warener kam am Dienstagnachmittag im Auto eines Bekannten vom Zweiradclub in der Teterower Straße. Gerade, als der Wagen, in dem er saß, die Brücke hoch fuhr, scherte plötzlich zwei Autos vor ihm ein Pkw nach links in den Gegenverkehr aus, krachte erst gegen die ziemlich hohe Bordsteinkante, hob leicht ab und knallte dann gegen das Brückengeländer. „Ich habe gar nicht lange überlegt, wollte nur raus aus dem Auto und dort helfen“, erzählt der Jugendliche einen Tag später im Gespräch mit „Wir sind Müritzer“. Als allererstes wählte er aber die 112, was anderen Augenzeugen offenbar noch nicht getan hatten.

Sofort erinnerte sich Pascal an seinen Erste-Hilfe-Kurs, den er als Mitglied des THW absolviert hat, ging ohne zu zögern, auf das verunfallte Auto zu und sprach den Fahrer, der alleine im Auto saß, an. „Er hatte zwar keine sichtbaren Verletzungen, aber wohl einen Schock. Denn obwohl er bei Bewusstsein war, reagierte er gar nicht, war aber unheimlich zittrig“, berichtet der junge Mann, der gegenwärtig im ÜAZ eine Berufsvorbereitung absolviert. Offenbar im Schockzustand habe der Fahrer sogar immer wieder versucht, den Zündschlüssel umzudrehen, um seinen Wagen zu starten. Und dass, obwohl das Auto quasi am Abgrund stand und um ein Haar viele Meter in die Tiefe gestürzt wäre.

„Das ging ja gar nicht, viele Teile des Pkw lagen sogar unter der Brücke. Aber aus Angst, dass es doch noch mal einen Funken gibt, habe ich den Schlüssel an mich genommen. Denn es war ja schon Kraftstoff ausgelaufen“, so Pascal. Der Junge redete so lange mit dem Mann, bis die professionellen Retter eintrafen und erzählte ihnen dann, was passiert ist.

Angst hatte er in diesen Minuten auf der Brücke nicht, Auch nicht davor, was ihn erwartet, wenn er die Autotür öffnet. Einige Minuten nach seinem „Einsatz“ schlotterten ihm aber doch ein wenig die Knie.

Besonders gefreut hat ihn, dass sich nach der Veröffentlichung bei „Wir sind Müritzer“ die Tochter des Verunglückten bei ihm gemeldet und sich bedankt hat. „Das fand ich klasse“, meinte er und berichtet von vielen weiteren Anrufern, die sein spontanes und richtiges Handeln gelobt haben. Schulterklopfen, das einem jungen Mann wie Pascal sicherlich gut tut und das ihn in seinem Berufswunsch noch bestärkt hat.

Denn Pascal möchte Notfallsanitäter werden. Bis dahin ist es zwar noch ein langer Weg, doch für seinen Traumjob möchte er ihn gerne gehen. Dass er Menschen helfen kann, hat er in dieser Woche schon mal eindrucksvoll bewiesen.

Dem Verunfallten geht es zum Glück besser. Wie seine Tochter berichtet, konnte ihr Papa das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen. Die Warener Familie wird das kommende Weihnachtsfest jetzt ganz besonders dankbar feiern.


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