
Brennende Fahrzeuge, Mülltonnen und Briefkästen, unerlaubte Pyrotechnik und sichergestellte Waffen – diePolizeibeamten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg hatten in der vergangenen Silvesternacht alle Hände voll zu tun. Hier eine erste Bilanz:
Einen besonders schweren Fall des mutmaßlichen Besitzes unerlaubter Pyrotechnik gab es in Waren am gestrigen Abend. Kurz vor Mitternacht gelang es den Beamten, mehr als ein Kilogramm davon sicherzustellen, die sich ein 17-jähriger deutscher Tatverdächtiger online bestellt haben soll. Ermittelt wird gegen ihn nun wegen verbotener Einfuhr/illegalem Besitz von Pyrotechnik nach § 40 Sprengstoffgesetz. Vorausgegangen war diesem Ermittlungserfolg übrigens ein anonymer Hinweis, der über die Onlinewache der Polizei einging.
Ebenfalls nach § 40 Sprengstoffgesetz, wird nun auch gegen drei Deutsche aus der Nähe von Ferdinandshof ermittelt. Der Einsatzleitstelle wurde am gestrigen Abend in dem Ort nahe Ueckermünde die Beschädigung eines Briefkastens gemeldet. Im Zuge der Nahbereichsfahndung konnten ein 23-jähriger und zwei 18-jährige Deutsche festgestellt werden, die mehrere selbstgebaute Raketen und diverse unerlaubte Feuerwerkskörper bei sich trugen. Gegen sie wird nun auch wegen Sachbeschädigung durch Pyrotechnik ermittelt.
Gegen 01:30 Uhr in dieser Nacht, wurde über die Integrierte Rettungsleitstelle in Bergen auf Rügen der Brand eines Holzcarports inklusive eines dort untergestellten Fahrzeuges gemeldet. Durch den Brand ist ebenfalls Schaden an der Hausfassade des zugehörigen Mehrfamilienhaues entstanden. Nach ersten Schätzungen liegt der Sachschaden bei ca. 85.000 Euro. Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Zu einer schweren Brandstiftung, vermutlich durch Feuerwerkskörper, kam es gestern kurz vor 19.30 Uhr in Ribnitz-Damgarten. Dort brannte ein ehemaliges Computergeschäft. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden beträgt ca. 50.000 Euro. Ein Brandursachenermittler wird am heutigen Tag zum Einsatz kommen.
In Bugewitz, in der Nähe von Anklam, sind in der Nacht mehrere Personen leicht verletzt worden. Kurz vor 3 Uhr wurde der Polizei der Brand eines Carports gemeldet. Dabei sind ein Pkw und der Carport ausgebrannt und ein weiterer Pkw sowie eine Hausfassade beschädigt worden. Der geschätzte Schaden beläuft sich auf etwa 50.000 Euro. Die Ursache des Brandes ist noch unklar.
Im Bereich des Polizeihauptreviers Bergen kam es außerdem in der Nacht gegen 1.30 Uhr in Ralswiek zu einem Brand von drei Fahrzeugen und mehreren Mülltonnen. Der Sachschaden beläuft sich hier auf etwa 32.000 Euro. In Stralsund brannten ebenfalls Mülltonnen, in dessen Folge auch ein abgestellter Pkw leicht beschädigt wurde. Der Schaden beträgt hier knapp 3.000 Euro. Auch in vielen weiteren Orten, darunter in Wolgast, Gützkow, Waren und Neustrelitz wurden Brände von Mülltonnen oder Papierkörben gemeldet. Die Sachschäden betrugen dabei jeweils wenige hundert Euro.
In Neubrandenburg haben unbekannte Tatverdächtige am Bethaniencenter einen Einkaufswagenunterstand in Brand gesetzt. Dieser brannte in voller Ausdehnung. Es wurden dabei 35 Einkaufswagen und eine in der Nähe befindliche Werbetafel beschädigt. Der Schaden beläuft sich auf schätzungsweise 15.000 Euro.
In Neustrelitz kam es weiterhin zu einer fahrlässigen Brandstiftung an einem Pkw – vermutlich durch eine ausgebrannte Feuerwerksbatterie. Der Schaden liegt bei etwa 20.000 Euro. Ebenfalls ein Fahrzeug brannte in Malchow. Das Feuer wurde der Polizei gegen 00:30 Uhr gemeldet. Eine mögliche Ursache ist auch in diesem Fall Pyrotechnik. Ein Brandursachenermittler kommt zum Einsatz. Der Schaden beträgt ca. 3.000 Euro.
In Heringsdorf auf der Insel Usedom wurde kurz vor Mitternacht die Beschädigung einer Klingelanlage eines Hauses gemeldet. Die massive Anlage mit integriertem Briefkasten wurde dabei aus der Verankerung gerissen und entsprechend stark beschädigt. Ursache waren hier vermutlich unerlaubte Böller. Der Sachschaden beträgt etwa 800 Euro. Der Tatverdacht richtet sich gegen Unbekannt.
In Ribnitz-Damgarten wurde der Polizei weiterhin die Sprengung eines Zigarettenautomaten gemeldet. Ob dieser ebenfalls durch Feuerwerkskörper beschädigt wurde, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Sachschaden beträgt hier etwa 5.000 Euro.
In mehreren Fällen wurden in der vergangenen Einsatznacht zudem unerlaubte Gegenstände, wie Waffen, sichergestellt. So konnten in den Revierbereichen Demmin, Malchin, Neubrandenburg und Pasewalk im Zuge von Einsätzen Schreckschusswaffen sichergestellt werden. Im Bereich Pasewalk erfolgte zudem die Sicherstellung eines Einhandmessers. Weiterhin wurde der Einsatzleitstelle des Präsidiums kurz nach Mitternacht in Stralsund ein Tatverdächtiger gemeldet, der mit einer Waffe schießen solle. Die Polizeibeamten konnten kurze Zeit später den 68-jährigen Deutschen im Bereich Knieper West feststellen. Auch er führte eine Schreckschusswaffe mit sich, für die er keinen entsprechend benötigten kleinen Waffenschein vorweisen konnte. Die Waffe wurde sichergestellt und eine Anzeige aufgenommen. Im Bereich des Polizeireviers Heringsdorf, sowie unter anderem im Bereich der Stadt Neubrandenburg, zählten zu den Sicherstellungen weiterhin diverse unerlaubte Feuerwerkskörper.
Polizeipräsident Arne Wurzler dankt an dieser Stelle allen eingesetzten Kräften. „Der Einsatz jeder Mitarbeiterin und jedes Mitarbeiters unseres Polizeipräsidiums während der zurückliegenden Feiertage und insbesondere der vergangenen Nacht, hat einen wesentlichen Beitrag für mehr Sicherheit im Land geleistet.“
Wie jüngst einer Veröffentlichung von Zahlen des Bundeskriminalamts zu entnehmen war, steigen die Zahlen der Angriffe auf Polizeibeamte und Rettungskräfte seit 2017 stetig. In der vergangenen Silvesternacht gab es so beispielsweise in Neustrelitz einen 18-jährigen Deutschen, der auf dem Marktplatz eine Schreckschusswaffe mit sich führte, für die er keinen gültigen Waffenschein vorlegen konnte. Während der Kontrolle durch die Beamten wurde er aggressiv, leistete Widerstand gegen die durchgeführten Maßnahmen, versuchte, die Beamten zu treten und randalierte später auch im Streifenwagen. Er kam schlussendlich in Polizeigewahrsam ins Revier nach Neustrelitz. Neben der Anzeigen wegen des unerlaubten Waffenbesitzes werden gegen den Mann entsprechend auch Ermittlungen wegen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Bedrohung und Beleidigung geführt.
Der Präsident zeigt sich erleichtert, dass kein Beamter ernsthaft verletzt wurde. „Angriffe auf Einsatzkräfte gehören mittlerweile zum Alltag. Ich freue mich daher, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Neubrandenburg nach derzeitigem Stand alle unversehrt ihren Dienst verrichten und beenden konnten“, so Arne Wurzler.










