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Waren lädt junge Kicker aus der japanischen Partnerstadt Rokkasho zu Fußballturnier ein

21. Oktober 2019

Wenn alles klappt, wird der SV Waren 09 Ende August 2020 bei seinem zweiten Fußballturnier von D-Jugend-Teams aus Partnerstädten des Heilbades auch junge Kicker aus der nordjapanischen Stadt Rokkasho begrüßen dürfen. Bürgermeister Norbert Möller (SPD) hat jedenfalls seinem Amtskollegen Mamoru Toda gestern Abend dazu eine offizielle Einladung übergeben. Und das Stadtoberhaupt von Rokkasho bedankte sich dafür recht herzlich. Mit fünf weiteren Mitgliedern seiner Stadtverwaltung war er anlässlich des 25. Jahrestages der Partnerschaft zwischen beiden Städten nur Stunden zuvor in der Müritzstadt eingetroffen. Bei einer Feierstunde im Haus des Gastes äußerte Mamoru Toda die Hoffnung, dass er und seine Begleitung im Gespräch mit den Warener Kollegen neue Anregungen für ihre Verwaltungsarbeit erhalten werden.

Auch Bürgermeister Möller sprach sich dafür aus, bei der Zusammenarbeit neue Wege zu beschreiten. „Unser Wunsch ist es, besonders die Jugend unserer Partnerstädte zusammenzuführen“, betonte er. Die Teilnahme junger Kicker aus Rokkasho an dem Fußballturnier könnte ein wichtiger Beitrag dazu sein. Nach dem erfolgreichen ersten Fußballturnier von Mannschaften des SV Waren 09 und aus den Partnerstädten Schleswig, Springe und Suwałki (Polen) am 20. September dieses Jahres sollen 2020 neben den Japanern auch Teams aus Gorna Orjachowiza (Bulgarien) und Magione (Italien) im Müritzstadion auflaufen.

Dass junge Leute aus Waren und Rokkasho Spaß am gegenseitigen Kennenlernen haben, darüber berichteten Celina und Tabea (Foto rechts), Schülerinnen der 8. Klasse des Richard-Wossidlo-Gymnasiums. Seit Anfang dieses Jahres pflegen sie enge Brieffreundschaften zu fast gleichaltrigen Mädchen und Jungen der Europa-Schule in Rokkasho. Diese Korrespondenzen seien eine gute Gelegenheit, ihr Englisch in schriftlicher Form auszubauen und mehr über die japanische Kultur zu lernen, erklärten beide Schülerinnen.

Voll des Lobes über Begegnungen mit japanischen Kollegen war auch die Malerin Kerstin Borchardt (Foto rechts) aus Gotthun. Erst am Sonntagmorgen war sie von einem zweiwöchigen Arbeitsaufenthalt aus der Großstadt Kyoto zurückgekehrt.
Dort hatte sie gemeinsam mit fünf weiteren Künstlern aus Mecklenburg-Vorpommern in einer Galerie neue Bilder gemalt, die jetzt und in den kommenden Wochen in verschiedenen Ausstellungen in Kyoto und in der Stadt Maizuru zu sehen sind. Kerstin Borchardts Aufenthalt in Kyoto kam auf der Grundlage einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern zu Rostock und der Kyoto Society for Inter-Art Exchange (JARFO) zu Stande. Seit 2006 erhalten deutsche und japanische Künstler die Gelegenheit, im Rahmen des „Rostock-Kyoto Art Rainbow Project“ die Kultur und künstlerische Traditionen im jeweiligen Gastland kennen zu lernen. Bisher haben 124 überwiegend junge Künstler aus beiden Ländern an dem Austausch teilgenommen, berichtete Johannes Kunze, Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern zu Rostock. Er war eigens zu der Feierstunde und der vorangegangenen Bonsai-Ausstellung im Haus des Gastes nach Waren gekommen.

Aber auch ein Warener Ehepaar wird in Kürze das Land der aufgehenden Sonne besuchen. Satsuki Onishi, die seit zwei Jahren in der Müritzstadt lebt, und ihr Ehemann Bernhard Houy wollen im November eine zehntägige Tour von Sapporo im Norden bis Kyoto in der Mitte Japans unternehmen. Die Partnerstadt Rokkasho wird eine Station ihrer Reise sein. Zur Feierstunde im Haus des Gastes war Frau Onishi (Foto rechts) in einem eleganten Kimono gekommen.

Die Delegation aus Rokkasho erwartet in den nächsten Tagen indes ein volles Programm. Heute besuchen die japanischen Gäste den Landtag in Schwerin und führen dort mit Experten aus Mecklenburg-Vorpommerns Energieministerium Gespräche über die Nutzung erneuerbarer Energien und energieeffizientes Bauen in Mecklenburg-Vorpommern. Begleitet werden sie dabei von der Warener Landtagsabgeordneten der SPD, Nadine Julitz. Nachmittags sind die Japaner im Landeszentrum für erneuerbare Energien (Leea) in Neustrelitz angemeldet.

Am Dienstagvormittag erleben die japanischen Kommunalpolitiker in Rostock eine Werksführung beim Hersteller von Windkraftanlagen Nordex. Das wird sehr interessant für sie werden, denn in der Umgebung von Rokkasho gibt es drei Windparks. Nachmittags kehren die Gäste nach Waren zurück, um sich über die Produktion in der Strohplatten Müritz GmbH zu informieren. Gegen 17 Uhr werden sie sich bei einer Führung beim Lebenshilfswerk am Tiefwarensee den Japanischen Zen-Garten anschauen. Er wurde im April 2013 von Gartenbauspezialisten aus ihrem Heimatland vor der malerischen Kulisse der Warener Altstadt angelegt.

Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck werden sich die Besucher aus Rokkasho am Mittwoch von ihren Warener Gastgebern verabschieden.

Text und Fotos: Bernd Büchler


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