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Werben für mehr Hausärzte auf dem Land

6. Oktober 2018

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat für mehr Hausärzte auf dem Land geworben. Mit der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) hat Minister Glawe in Dobbertin eine allgemeinmedizinische Praxis und in Parchim die Asklepiosklinik besucht. Im Mittelpunkt der Tour standen Weiterbildungsassistenten im Bereich der Allgemeinmedizin. „Mit der Tour liefern wir praktische Einblicke in den Alltag einer allgemeinmedizinischen Praxis und in den Klinikbetrieb. Wir wollen die künftigen Allgemeinmediziner für eine spätere Tätigkeit als Hausarzt auf dem Land gewinnen. Der Vorteil ist, dass auf unkomplizierte Weise Kontakte zu potentiellen praxisabgebenden Medizinern ermöglicht werden“, sagte  Harry Glawe vor Ort.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit über 200 Weiterbildungsassistenten im Bereich der Allgemeinmedizin. Der Weiterbildungsassistent ist ein Arzt, der nach Erteilung der Approbation im Rahmen einer Weiterbildung einen Facharzt erwirbt.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Kassenärztliche Vereinigung haben in den vergangenen Jahren vielfältige Aktivitäten zur Arztgewinnung unternommen. So wurden beispielsweise Lehrstühle an den Universitäten Rostock und Greifswald für Allgemeinmedizin eingerichtet. Zudem findet eine Förderung eines Quartals Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr statt. Weiterbildungsverbünde sind entstanden, die den Weiterbildungsassistenten die Koordination der Weiterbildung erleichtern.

Es ist ein Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin etabliert worden, und es werden Sicherstellungs- und Investitionszuschüsse für niederlassungswillige Ärzte gezahlt. Daneben besteht die Möglichkeit der Einrichtung von Zweigpraxen und Gesundheitshäusern. Mit der Aufhebung der Residenzpflicht sowie der Altersgrenzen für Ärzte bis zur Möglichkeit einer Tätigkeit in einem medizinischen Versorgungszentrum oder einer Gemeindepraxis sind die Rahmenbedingungen insbesondere für Mediziner, die in der Allgemein-Medizin tätig werden möchten, wesentlich verbessert worden.

„Es sind viele Aspekte und regionale Besonderheiten zu beachten, um auch in Zukunft den Beruf des Hausarztes attraktiv zu gestalten. Dazu gehören unter anderem familienfreundliche Arbeitszeiten und Finanzierungsmodelle bei Übernahme einer Praxis. Für die ländlichen Regionen müssen wir noch stärker die Vorteile als Lebens- und Arbeitsort herausstellen. Daran werden wir weiter mit allen Beteiligten arbeiten“, sagte Glawe.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 970 niedergelassene und 202 angestellte Hausärzte (einschließlich hausärztlich tätige Internisten) in ihrem Beruf aktiv (Stand April 2018). „Die klassische Hausarztpraxis wird nach meiner Einschätzung auch künftig das Rückgrat der ambulanten ärztlichen Versorgung sein. Doch wir brauchen zusätzliche sektorenübergreifende Modelle wie beispielsweise medizinische Versorgungszentren und Gesundheitshäuser, um eine gute medizinischen Versorgung der Bevölkerung insbesondere in ländlichen Räumen bewältigen zu können“, sagte Glawe.

 

 

 


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