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Wie ein Müritzer viele Klippen umschifft und mit unbändigem Willen die sportliche Karriereleiter erklimmt

19. März 2017

Wir berichten regelmäßig und sehr gerne über Müritzer, die einen besonderen, vielleicht nicht so gewöhnlichen Weg gegangen sind und weiter gehen. Heute stellen wir Matti Schaffran vor. Einen Müritzer Jung, 28 Jahre alt, in dessen Leben nicht immer alles glatt gelaufen ist, aber der durch seinen unbändigen Willen heute das tut, was ihn glücklich macht:

Matti ist Profiboxer und kämpft in diesem Jahr unter anderem bei der internationalen deutschen Meisterschaft im Mittelgewicht.

Und auch wenn er inzwischen in Berlin lebt möchte der ehrgeizige Warener mit seinen Auftritten und seinen sportlichen Erfolgen auch für seine Heimat, die Müritz-Region, werben.

Sportlich war Matti schon als kleiner Junge. Während er sich in vielen Disziplinen erprobte, entdeckte er auch das Boxen. Er lernte im Alter von 9 Jahren den Trainer Wolfgang Nicolovius vom ESV Waren kennen, der mit seiner Güte und Fürsorge als Boxtrainer dafür sorgte, dass der kleine Matti an dieser Kampfkunst großen Gefallen fand.

So begann er schon früh mit dem Training. Matti fühlte sich im Boxteam Waren sofort unglaublich wohl und gut aufgehoben. 24mal stieg er für seinen Verein in den Ring und brachte während der Zeit 4mal den Titel „Landesjugendmeister“ mit nach Hause. Auch an einer deutschen Meisterschaft nahm er teil und erreichte hier den 4. Platz. Im Alter von 13 Jahren verließ Matti seinen Verein, um in der Sportschule Schwerin seine sportlichen Fähigkeiten zu fördern.

Doch es kam alles ganz anders. Es gab viele sportliche Anreize, und Aktivitäten und Matti verlor innerhalb kurzer Zeit seinen Fokus aufs Boxen. Doch er hatte nicht nur sein über alles geliebtes Boxen aus dem Blick verloren, er wollte auch in der Sportschule nicht mehr bleiben und ging nach nur kurzer Zeit andere Wege.

Besonnen auf das, was glücklich macht

Mattis Lebensgeschichte sollte von nun an, er war erst 14 Jahre alt, ein Sammelsurium an Erfahrungen werden. Er geriet, wie man im Volksmund zu sagen pflegt, in seiner frühen Jugend auf die schiefe Bahn und lebte fortan auf der Schattenseite der Welt.

Er, der noch nicht viel vom Leben wusste, war geblendet von den Großen, den Möglichkeiten die sich ihm boten und die ihm Tür und Tor öffneten in die Welt, die er zunächst für das ganz große Los gehalten hatte.

In der späten Jugend kam Ruhe in sein Leben. Er begeisterte sich für Literatur, bildete sich weiter, las unzählig viele Bücher und er überdachte sein bisheriges Leben. Dabei fiel ihm auf, dass die glücklichste Zeit die war, als er in seiner Jugend in Waren mit dem Team des ESV seine Erfolge feierte und so beschloss er, mit dem Boxen wieder anzufangen, dem Sport, der schon immer seine Leidenschaft war und auch heute noch ist.

So begann er wieder mit dem Training und rief das ab, was er früher einmal gelernt hatte, das Boxen. Dabei reifte endgültig der Entschluss, Profiboxer zu werden. Heute lebt er vom Profisport, Gagen und Sponsoren, verdient aber auch Geld als Model sowie Darsteller in Filmen, Serien und im Internet.

„Niederlagen sind große Lehrmeister“

Als Selfmademan bereitete er sich auf seinen ersten offiziellen Profikampf vor und stieg im Dezember 2015 gegen Jeremy Stacy Bens in den Ring. Er gewann den Kampf, doch er merkte auch, dass da noch etwas fehlte.

Der 182 cm große Mittelgewichtler debütierte im Alter von 26 Jahren im Profiboxsport. Seither hat der nun 28 jährige 6 Kämpfe bestritten, aus denen er 4 mal als Sieger hervorging. Seine K.o.-Quote beträgt derzeit 50 Prozent. In Deutschland ist Matti auf Platz 24 von 52 in seiner Gewichtsklasse gerankt.

Sein zweiter Kampf, den er gegen Mazen Girke bestritt, zeigte dann auf, was Matti für eine erfolgreiche Zukunft brauchte, und so wandte er sich an seinen Trainer Dieter Donath, der einst selbst mit 236 absolvierten Kämpfen ein äußerst erfolgreicher Amateurboxer war.

Nach seiner Amateurkarriere wurde Donath Diplomsportlehrer und ist, wie nicht anders zu erwarten, natürlich im Fachbereich Boxen aktiv. Zu seinen Schützlingen gehörten z.B. Sebastian Silvester, Marco Schultze, Besar Nimani , Bernard Donfack, und nun auch Matti Schaffran, der seinen Trainer sehr zu schätzen weiß.

„Vor meinem Trainer Dieter Donath habe ich größten Respekt. Er erwartet von mir Disziplin und Sportsgeist, zwei Eigenschaften, die ich sehr gerne mitbringe. Ich setze neben meinen Trainings- und Sparringeinheiten und allem, was dazu gehört vor allem auch auf Beständigkeit – das ist der Schlüssel zum Erfolg“.

Auf die Frage, wie er mit seinen beiden Niederlagen umgegangen ist, sagt Matti: „Natürlich ist man enttäuscht und traurig, wenn man eine Niederlage mitnehmen muss. Doch im Nachhinein erweisen sich Niederlagen als große Lehrmeister, du wächst an ihnen, verbesserst dich, dadurch geben sie dir Sicherheit, Kraft und Mut. Das ist so im Boxen wie im Leben“.

Erholung in der Müritzer Heimat

Matti erzählt von früher, vom Boxen, weshalb es in diesem Sport derzeit in Deutschland etwas kriselt und er hat jede Menge Ideen, was man dagegen tun könnte.  „Früher bekamen die Fans Gänsehaut, wenn ihr Boxer die Halle betrat. Es war aufregend, es war spannend und es war spektakulär. Das Charisma dieses Sports ist in Deutschland kaum noch vorhanden. Es wird Zeit, dass wir Boxer uns darauf besinnen, den Sport wieder attraktiv zu machen.“

Matti Schaffran ist ein kluger und lebenserfahrener junger Mann. Christine Wong hatte die Gelegenheit zu einem sehr langen Interview, dessen Inhalt hier niederzuschreiben den Rahmen sprengen würde. Eine bunte Lebensgeschichte, die seinesgleichen sucht und über die man sicherlich mal eine Biografie schreiben sollte.

Das Leben hat Matti durchgerüttelt und geschliffen. Jetzt poliert er die Reste, hat große Ziele und Wünsche und ist durch seine Lebensgeschichte nicht nur tiefgründig, sondern auch eine Bereicherung für alle Menschen.
In seine Müritzer Heimat kommt er oft und sehr gerne. Sie erdet ihn, hier erholt er sich und regeneriert. Und für diese Heimat, in der ihm viele Freunde und Bekannte die Daumen drücken, möchte er werben.

Wer Matti live erleben will, hat dazu beispielsweise im Juli in Kühlungsborn und im September in Neubrandenburg Gelegenheit. Oder man trifft ihn zum netten Plausch an der Müritz.

Wir bedanken uns bei Christine Wong für ihre tolle Zuarbeit.

https://www.facebook.com/Matti-Schaffran-1392195887746365/


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