Abrocken, ausflippen, ankuscheln

22. September 2013

B9Von Antje Rußbüldt-Gest

Waren. So viele  Menschen dürften selbst bei der 750-Jahrfeier Warens im Juli nicht gleichzeitig auf der Straße gewesen sein: Es kann wohl niemand schätzen, wie viele Besucher bei „City“ und den „Puhdys“ an den Kaimauern gerockt haben, aber es waren deutlich, wirklich deutlich mehr als 1000.

Und die Ostrocker brauchten nicht lange, um die Menge zum Toben zu bringen. Da tanzte der dreijährige Knirps genauso wie seine 82 Jahre alte Uroma. Da flippte der Heizungsmonteur genauso aus wie der Finanzbeamte. Und da lagen sich Einheimische wie Urlauber gleichermaßen in den Armen, als City endlich und als Zugabe „Am Fenster“ zum besten gab.

Nach einer Zwangspause während des Bühnenumbaus hatten es die Puhdys zunächst schwerer, die Konzertgäste wieder „wachzurütteln“, aber spätestens, als Maschine sie zünftig und wie man ihn kennt ins Publikum rief „Hallo Waren“, ging’s ausgelassen weiter.B12

Anders als in den Vorjahren hatten die Organisatoren dieses Mal das Veranstaltungsgelände komplett eingezäunt. Die beplanten Absperrgitter sind allerdings nicht bei allen auf Gegenliebe gestoßen. Zum einen, weil nur eine kleine Lücke als Einlass diente und zum anderen, weil viele nicht verstehen konnten, dass bei einem Konzert ohne Eintritt die Zäune verhängt werden. Durch den schmalen Einlass staute es sich zeitweise enorm. Das Unverständnis der Menge wurde durch die „Promi-Tribüne“ noch verstärkt. Während dort geladene Gäste gemütlich sitzen konnten und links und rechts jede Menge Platz war, rangen ein Stück weiter einige Besucher um Atem.
Außerdem drängelten sich die Massen wegen der Absperrzäune auf ziemlich kleinem Raum, was bei dem einen oder anderen sichtbar zu Panikattacken führte. Einen Vorteil hatte das Ganze: Weil sich die Besucher kaum vom Fleck rühren konnten, schafften es auch nur wenige bis zu den Getränkewagen. Und diejenigen, die sich doch durchgekämpft haben, kamen ob der Drängelei mit halb leeren Bechern zu ihren Plätzen zurück. Betrunken konnte so innerhalb der Absperrung kaum jemand werden. Zumal die strengen Kontrollen auch verhinderten, dass Getränke mit aufs Gelände genommen wurden. Selbst Plastikflaschen mit Wasser mussten vor den Augen der nicht immer freundlichen Ordnungskräfte entsorgt werden.

Dennoch: Die Ostrocker haben Waren ordentlich eingeheizt und für eine Wahnsinns-Stimmung gesorgt. Danke Smurfit Kappa für dieses Geschenk an die Müritzer!


8 Antworten zu “Abrocken, ausflippen, ankuscheln”

  1. Heine Chr. sagt:

    Also der Aussage zur guten Stimmung vom Dreijährigen bis zur Oma kann ich definitiv nicht zustimmen.
    Es war ab dem Anfang des eigentlichen Konzertes SO ein Gedränge und niemand nahm auf irgendwas oder irgendjemand Rücksicht, dass wir es vorgezogen haben, uns wegen der Sicherheit unseres Kindes bereits nach 2 Songs zu verabschieden. Schade eigentlich.
    Und wie unsinnig, das Gelände zur Straße hin abzuzäumen aber zum Wasser hin nicht.
    Möchte gern mal wissen ob da jemand baden gehen musste.
    Für den Fall einer Panik war da jedenfalls kein Halten.
    Auch ein offensichtlich kollabierter junger Mann konnte nicht einmal um Rettungswagen gebracht werden, weil alle so gedrängt standen und eben um Wasser hin kein Ausweichen mehr möglich war.

    Also ich finde den Veranstaltungsort für so ein großes Event für bedenklich.

  2. Mausi Siegfried sagt:

    so einen abend brauch unsere stadt…es war genial…die absperrung fand ich shitt…aber ich als „omi“ muss sagen…um die zeit gehören die kinder ins betti…puhdys und city sind und bleiben „hammer“…

  3. Mausi Siegfried sagt:

    alles war gut…nur WAREN war die absperrung nicht gewohnt…sehr unfreundlich waren die leute…:) puhdys und city waren geilo…wie immer…:)
    und ich als omi muss sagen…beschwert euch nicht…kinder gehören um die zeit ins bett…

  4. andy sagt:

    Puhdys u. City waren super, dank auch an Smurfit Kappa für dieses kostenlose Event.
    ABER die Sicherheit auf diesem Gelände war mehr als fraglich, wenn dort, aus welchem Grund auch immer, eine Panik
    ausgebrochen wäre, es hätten Dortmunder Verhältnisse werden können. So viele Menschen in einen von Zäunen
    umgebenen Platz einzupferchen, nur damit einige Getränkehändler verdienen, na ja….

  5. Sascha Jochens sagt:

    Auf der Rückfahrt gestern Abend von NB nach Röbel, wurden wir von enorm viel Mannschaftswagen der Polizei in Richtung Waren überholt. Was war da los? Warum so viele Einsatzkräfte? Wir dachten schon es wäre was passiert.

  6. Petra Kuntzsch sagt:

    Wir fanden die Party sehr gelungen für Jedem etwas dabei. Das bei solch einen Menschenauflauf etwas Gedränge entsteht ist doch völlig normal. Wir fühlten uns gut aufgehoben Getränke gab es auch genug, eine Bombenstimmung.
    Danke Smurfit Kappa, Waren hat gerockt.

  7. Tina sagt:

    Ich fand den Abend sehr gelungen City wie auch Puhdys haben gerockt!
    Die Absperrung fand ich auch sehr daneben aber ich finde es klasse das Smurfit diese Konzerte wie auch in den letzten Jahren kostenlos zur Verfügung stellt.
    Ich als Mutter muss auch sagen, dass ich finde das Kinder um diese Zeit im Bett liegen sollten und nicht mit auf so ein Konzert, die armen Kinderohren.
    Mein Kind war gut aufgehoben bei der Oma und wenn die nicht hätte aufpassen können wäre ich nicht hingegangen.
    Mein Vater „der Opa“ hat sich blendend amüsiert und hat es genossen, er kannte alle Lieder und hat abgerockt wie ich ihn noch nie erlebt hab!!!
    Wie gesagt an dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Organisatoren!!!

  8. Alfred sagt:

    Die Absperrung hat wohl – wie auch auf anderen Konzerten – den Sinn, unter Anderem das Gelände von Glasflaschen und Schlaggeräten freizuhalten. Ich habe kein Problem, wenn ich auf ein kostenloses Konzert, das sonstwo 40 bis 50 Euro Eintritt gekostet hätte, keine Getränke mitbringen darf. Das ist übrigens auch bei anderen Konzerten so.
    Und wenn die von der Wellpappe für ihre Gäste eine Tribüne haben, die nicht alle benützen können: Die könnten ihre Konzerte auch auf dem Betriebsgelände für ihre Leute veranstalten, ohne uns.

    Schön, dass die uns jedes Jahr einladen, kostenlos. Danke, Wellpappe!

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