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Bürgermeister wartet Untersuchungen zur Jagdpacht ab

29. Juli 2017

Warens Bürgermeister Norbert Möller will sich zu den Vorwürfen, die gegen ihn in Sachen Vergabe der Jagdpachten erhoben wurden, derzeit nicht im Detail öffentlich äußern und verweist dabei auf das laufende Ermittlungsverfahren.
Nur: „Grundsätzlich ist aber anzumerken, dass die Auswahl des Pächters nicht nur nach der Höhe des Pachtangebots erfolgte, sondern dass unter Einbeziehung aller relevanten Faktoren der optimale Pächter für diesen Jagdbezirk ausgewählt wurde“, so die Pressesprecherin Steffi Schabbel in einem kurzen Statement.

Für eine Sondersitzung des Hauptausschusses gebe es nach Meinung des Bürgermeister keine Veranlassung. Vielmehr wolle man in der Verwaltung die Untersuchung der Rechtsaufsicht abwarten.

Hintergrund: Der FDP-Stadtvertreter Toralf Schnur hat Bürgermeister Möller in Bezug auf die Vergabe von Jagdpachten wegen Untreue angezeigt.

Die Stadt Waren hatte zwei Eigenjagdbezirke in Kamerun und Warenshof zur zwölfjährigen Pacht öffentlich ausgeschrieben. Stein des Anstoßes ist jetzt die Vergabe des Bezirkes Kamerun. Schnur zufolge gab es fünf Bewerber für Kamerun, die Angebote lagen zwischen 10 Euro je Hektar und 28 Euro je Hektar. Entschieden habe man sich dann für einen Bieter, der 12 Euro je Hektar zahlen wolle. „Damit gehen der Stadt im Jahr 2000 Euro und in zwölf Jahren 24 000 Euro verloren. Warum?“, fragt Schnur.

Erst nach der Ausschreibung habe die Stadt weitere Kriterien „erfunden“, um zu entscheiden. Dabei sei es unter anderem auch um das Alter und die Gesundheit der Bewerber gegangen. Und das hält der Stadtvertreter für eine Diskriminierung von Bewerbern. Sämtliche nachgeschobenen Kriterien erwecken nach Meinung des Politikers den Eindruck, dass genau der Bewerber zu diesem Preis die Nutzung des Eigenjagdbezirkes erhalten sollte.

Deshalb habe er Anzeige bei der Polizei erstattet und bittet zudem die Rechtsaufsicht um schnelle Überprüfung.


2 Antworten zu “Bürgermeister wartet Untersuchungen zur Jagdpacht ab”

  1. Petra sagt:

    Eigenartige Praktik.Erst kommt die Ausschreibung und danach werden die Auswahlkriterien dem Wunschpächter angepasst.

  2. TomTom sagt:

    Egal welche Gründe gefunden werden:

    In der Zeitung stand ja, dass es um 290 Hektar ging. Allein ist das doch nicht zu schaffen, wenn der Pächter aus Baden-Württemberg kommt.
    Wenn der Bewerber nun zu alt war oder so. Begehungsscheine musste er doch sowieso ausstellen.
    Jagd ist also gewährleistet.

    Interessant ist doch der Preis:
    2 Bieter – einer bietet das 2,33 fache des anderen und bekommt keinen Zuschlag.
    Man stelle sich mal das bei einem Grundstücksverkauf der Stadt vor. Einer bietet 100.00, der andere 233.000
    Der Aufschrei wäre groß.

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