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Ein Fischadler-Junges offenbar an Gräte erstickt

11. August 2017

Das Jahr 2017 war – was die Fischadler angeht – ein besonderes Jahr mit vielen Höhen und Tiefen für den Nationalpark-Service in Federow. Denn nach dem „Partnerschaftsdrama“ im April gab es vor wenigen Wochen ein weiteres Drama im Fischadler-Horst. Somit sind die Elterntiere nur noch mit einem Jungvogel zusammen, der aber inzwischen seine ersten Flugversuche unternommen hat, wie es hieß. Man sei optimistisch, dass der Jungadler, der nun noch Jagen lernen muss, bis September so stark sei, dass auch er zum Überwintern nach Afrika fliegen kann.

Doch der Reihe nach. In Federow hatte im April ein harter „Fischadler-Kampf“ stattgefunden. Schließlich hatte das 22 Jahre alte Männchen ein anderes, jüngeres Männchen, das eher aus dem Winterquartier gekommen war, doch aus dem Nest vertrieben. Dann waren – wie auch bei anderen Tieren in der Natur üblich – die Eier des ersten Paares aus dem Horst entfernt worden. Schließlich legte das Weibchen dem älteren Männchen noch einmal drei neue Eier. Die Hoffnungen waren groß.  Im Juni – also spät – schlüpften nur zwei Jungvögel. Ein Ei war unbefruchtet geblieben – soweit, so gut.

Im Juli sollten die jungen Adler beringt werden. Dann passierte das, was in der Natur wohl öfter vorkommt, aber noch nie per Kamera aufgezeichnet wurde. Der ältere der Jungvögel fraß ein Stück Fisch und bekam plötzlich keine Luft mehr, schilderte eine Mitarbeiterin. Das Tier starb. Die Vogelberinger räumten das tote Tier dann tags darauf gleich weg. „Ohne die Kamerabeobachtung hätten aber niemand gewusst, woran das Jungtier gestorben ist“, sagte ein Sprecher. Man vermute, dass eine zu große Gräte die Ursache war.

Etwas besser sind die Wanderfalken auf der „Herzinsel am Brückentinsee“ durch ihre Brutsaison gekommen. Beide Jungvögel konnten aufgezogen werden, berichtete eine Sprecherin des Hotels auf der Insel. Der dortige Horst war auch für Fischadler angelegt worden, aber dort nisten schon seit drei Jahren die selteneren Wanderfalken. Sie jagen vor allem andere Vögel. Wanderfalken kommen deutlich früher aus ihren wärmeren Quartieren nach Mecklenburg zurück. Dafür fliegen sie auch eher ab, bedauern die Hotelbetreiber. Schon im Juni hätten sich die Falken „aus dem Staub gemacht“. Bei diesem durchwachsenen Sommer dürfte ihnen  nicht viel entgangen sein.

Internet:
http://www.inselhotel-brueckentinsee.de/index.php/rundgang/fischadler
http://www.nationalpark-service.de/wissenswertes/fischadler-tagebuch-2015.html


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