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Ein Koch tischlert einen Riesenstuhl

9. Dezember 2014

Ein paar Wochen war der Platz verwaist – jetzt hat das Jugendwaldheim Steinmühle im Müritz-Nationalpark bei Carpin wieder einen Riesenstuhl. Dieser wird wie sein Vorgänger ganz bestimmt zum beliebten Motiv, auf dem viele Besuchergruppen des Jugendwaldheims oder auch Wanderer gern für ein Erinnerungsfoto posieren.

Gebaut wurde das genau 3,48 Meter hohe und 1,27 Meter breite Sitzmöbel von Andreas Krase im Rahmen einer Fortbildung am Bildungsinstitut für Umweltentwicklung und Wasserwirtschaft e. v. Neubrandenburg (BUW). Der gelernte Koch hatte schon immer eine besondere Vorliebe für die Bearbeitung von Holz. Mit 46 Jahren schult er nun gerade mit Unterstützung des Job-Centers auf den Tischlerberuf um.

Der Riesenstuhl sei sozusagen sein Gesellenstück oder auch „mein persönliches Denkmal“, meinte Andreas Krase beim Aufstellen und Verankern. Rund 30 Arbeitstage hat er dafür gebraucht, blickt der Neubrandenburger zurück. Sein Ausbilder und Betreuer, Zimmermeister Daniel Müller, ist voll des Lobes über die abgelieferte Arbeit. Er ist sich auch sicher, dass der neue Sitz als Aussichtspunkt auf den Grünower See viele Jahre an seinem Platz stehen kann. Schließlich wurde als Material dafür Eichenholz verarbeitet, das vom Nationalparkamt Müritz als Betreiber des Jugendwaldheims zur Verfügung gestellt wurde.

Gesellenstück aus langlebigem Holz

„Das waren noch Reste von Holz, das wir für einen Brückenbau eingekauft hatten“, erklärt dazu Nationalpark-Mitarbeiter Claus Weber. Er hatte auch schon vor rund fünf Jahren den ersten Riesenstuhl für das Jugendwaldheim „organisiert.“ „Damals hatte dieser zur Märchenkulisse einer Peter Pan-Inszenierung am Neustrelitzer Theater gehört“, erinnert sich Claus Weber. Das Teil sollte anschließend zu Brennholz zerkleinert werden. Claus Weber hörte davon und fand: „Viel zu schade.“ Mit etwas Überredungskunst kam der Riesenstuhl dann zur Steinmühle. Allerdings war er nur aus Kiefernholz gefertigt. Wind und Wetter nagten an seiner Stabilität. „So mussten wir ihn in diesem Sommer aus Sicherheitsgründen abbauen“, berichtet Claus Weber. „Das wurde von vielen bedauert.“

Der Nationalparkmitarbeiter für Umweltbildung erinnerte sich aber seiner alten Kontakte zum Bildungsinstitut in Neubrandenburg. Von dort hatte er vor einigen Jahren auch schon ein anderes ausgemustertes „Gesellenstück“ sozusagen „an Land gezogen“: ein hölzernes Ruderboot, das bis heute treue Dienste bei Exkursionen von Schülergruppen auf dem Grünower See leistet.

So konnte Claus Weber nach den alten Originalmaßen schließlich auch die Fertigung des neuen Riesenstuhls beim BUW in Auftrag geben. Als Dankeschön für die kostenlos geleistete Arbeit des gemeinnützigen Bildungsvereins lud Claus Weber den Neu-Tischler Andreas Krase und seine Kollegen zu einer Führung durch den Müritz-Nationalpark ein.

Text und Foto: Hannes Grünwaldt

Bild: Gelungene Sitzprobe auf dem neuen Riesenstuhl am Jugendwaldheim Steinmühle: Erbauer Andreas Krase, flankiert von Zimmermeister Daniel Müller (rechts) und Aufbauhelfer Hans-Uwe Boek.

Stuhl

 


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