Ein Warener Riese sorgt sogar in Hamburg für Wirbel

23. Februar 2014

Propeller1Hamburg schraubt für Waren. Weil am Dienstag an der Müritz ein Riese auf die Reise geht, musste in den vergangenen Wochen sogar an der Alster für mehr Platz auf den Straßen gesorgt werden. Denn das Mecklenburger Metallgusswerk schickt in der kommenden Woche einen Propeller los, der mit seinen fünf Flügeln gut 10,30 Meter im Durchmesser misst und 113 Tonnen auf die Waage bringt.

Die Rekord-Schiffsschraube beschäftigt seit Monaten nicht nur die Mitarbeiter des Werkes selbst, sondern auch Transportunternehmen und Verkehrsexperten. Weil die Straßen teilweise zu eng waren, mussten Ampel umgebaut und Schilder versetzt werden. Auch in Hamburg. Und obwohl viele Hindernisse verschwunden sind, wird der „Riese“ von der Müritz die knapp 37 Kilometer bis zur Autobahn 19 etwa drei Stunden unterwegs sein.

Los geht’s um 21 Uhr, und zwar zunächst rückwärts bis zur Kreuzung Mozartstraße. Rückwärts muss der Schwerlaster noch einmal fahren – auf der Umgehungsstraße Röbel. Auf der Autobahn kommt der Transporter dann etwas schneller voran, aber in Hamburg heißt es dann wieder Millimeterarbeit – trotz der Umbauten im Vorfeld. „Alles in allem haben die Vorbereitungen an den Straßen um die 20 000 Euro gekostet. Alles hat hervorragend geklappt. Auf die Straßenmeisterei Waren ist wirklich Verlass“, lobt Geschäftsführer Manfred Urban.“

Der Propeller wird sich künftig an einem 400 Meter langen Containerschiff einer italienischen Reederei drehen. Weitere fünf Schrauben hat die koreanische Werft, in der die italienischen Schiffe gebaut werden, noch bestellt. „Glücklicherweise hat sich die Lage im Schiffbau wieder leicht verbessert. Wir konnten die Kurzarbeit beenden“, sagt Manfred Urban, der mehr als 100 Tage im Jahr im Ausland unterwegs ist, um Aufträge für das Warener Traditionsunternehmen zu „besorgen“.

Neue Halle wächst

Und obwohl der Umsatz im vergangenen Jahr alles andere als gut war, investiert das Metallgusswerk auch 2014 kräftig – zur Freude vieler einheimischer Firmen, die für das MMG arbeiten.  Derzeit entsteht auf dem Betriebsgelände eine neue 20 mal 35 Meter große Halle. Eine Lagerhalle für Modelle. Außerdem steckt das Unternehmen viel Geld in die Produktion. Gegenwärtig sind für dieses Jahr Investitionen in Höhe von 2,5 Millionen Euro geplant. Manfred Urban schließt aber nicht aus, dass die Firma noch mehr Geld in die Hand nimmt. Denn der Trend geht derzeit eindeutig zu größeren Propellern. Die, so der Experte, laufen langsamer und können den Treibstoffverbrauch so erheblich reduzieren. „Bei einem Durchmesser von 10,30 Meter ist nicht Schluss. Wir haben bei uns die Voraussetzungen, Propeller mit mehr als elf Metern Durchmesser zu bauen“, erklärte Manfred Urban.

Alles in allem werden in diesem Jahr rund 140 Schiffsschrauben das Mecklenburger Metallgusswerk in Waren verlassen. Viel Arbeit also für die 214 Mitarbeiter.

Vor einigen Jahren, als der mit 131 Tonnen bislang schwerste Propeller auf die Reise ging, haben ihn übrigens hunderte Schaulustige, die am Wegesrand standen, applaudierend verabschiedet. Ob auch der neue „Riese“ wieder viele Menschen an die Straße lockt?

Propeller2Geschäftsführer Manfred Urban bringt den MMG-Aufkleber auf dem Rekordpropeller an.

 


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