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Mann kommt mit fantastischer Geschichte durch – Freispruch des Amtsgerichtes jetzt rechtskräftig

7. April 2018

Der 30-jährige Auto-Rowdy aus einem Dorf bei Neustrelitz, mit dessen Auto vor einem Jahr fast ein Polizist umgefahren worden wäre, ist mit seiner fantastischen Geschichte vor Gericht endgültig durchgekommen. Wie WsM aus Justizkreisen erfuhr, ist innerhalb der üblichen Frist von einer Woche – diese endete am Donnerstag 24.00 Uhr – von der Staatsanwaltschaft keine Berufung gegen den Freispruch des Amtsgerichtes Waren eingelegt worden. Damit gilt der 30-jährige Schweißer, der bei der Polizei kein Unbekannter ist, als freigesprochen vom Vorwurf des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.
Ein Urteil, das bei vielen für Kopfschütteln gesorgt hat.

Der 30-Jährige sollte vor einem Jahr in Neustrelitz mit seinem Auto für eine Kontrolle gestoppt werden, weil der Wagen auffällig fuhr. Bei der Verfolgungsjagd (WsM berichtete) wurde die Polizei erst abgedrängt, dann in einem Wald abgehängt, später ein Beamter auf einem Waldparkplatz fast überfahren und schließlich entkam der Jeep über ein Feld.

Die märchenhaft anmutende Version des 30-Jährigen vor Gericht: Er habe nachts auf dem Markt in Neustrelitz jemanden auf einer Bank getroffen, den er vorher nicht kannte. Diesen habe er mitnehmen wollen – sein eigener Partner hatte sich gerade von ihm getrennt. Dieser Unbekannte habe nach Bredenfelde an der B 198 gewollt.

Da der 30-Jährige am linken Fuß Gips hatte, habe er dem Unbekannten angeboten, auch gleich zu fahren. Der Unbekannte soll die Verfolgungsjagd gegen seinen Willen abgezogen haben, er sei nur Beifahrer gewesen. Nach dem ganzen Vorfall soll der Unbekannte noch bei dem 30-Jährigen zu Hause geschlafen haben und seitdem „ist er weg.“ Nach den Personalien habe er ganz vergessen, zu fragen.

Ein junger Polizist hatte vor Gericht erklärt, den 30-Jährigen damals am Steuer bei einem Wendemanöver durch die Scheinwerfer des Polizeiwagens erkannt zu haben. Das griff der Staatsanwalt nicht auf und auch der Richter nicht. Beide hatten sich in der Verhandlung erstaunt gezeigt, dass der junge Polizist, dies bisher nicht im schriftlichen Verfahren angeführt haben soll.

Nun ist die Berufungsfrist abgelaufen. WsM und einige Besucher meinen: Mit solchen Gerichtsentscheidungen leistet die Justiz sich selbst und auch der Autorität der Polizei einen Bärendienst. Und auch dem 30-Jährigen helfen solchen märchenhaften Erzählungen nicht viel, so dass man ihn irgendwann wohl wieder vor Gericht sehen wird.


3 Antworten zu “Mann kommt mit fantastischer Geschichte durch – Freispruch des Amtsgerichtes jetzt rechtskräftig”

  1. Meckerkopp sagt:

    Hallo,
    mir tut vom vielen Kopfschütteln schon der Kopf weh und es wird immer Schlimmer!!

  2. ProPolizei sagt:

    Tolles Zeichen an alle „Rowdies“ dieser Welt und vielen Dank im Namen aller Polizisten, dadurch wird deren Job bestimmt immer einfacher!
    Der Begriff Rowdy ist verharmlosend und falsch, dieser Mensch hat in Kauf genommen einen anderen zu verletzen oder im schlimmsten Fall zu töten um sich selbst einer vergleichsweise geringen Strafe zu entziehen. Er ist ein Verbrecher!

  3. Elimar sagt:

    Mir tut zwar der Kopf noch nicht weh, aber verwundert bin ich auch. Was ich am Wenigsten verstehe, ist, warum man den Kerl bald wieder vor Gericht sehen wird. Was hat er denn noch angestellt oder basiert das auf Vermutungen aufgrund dessen, dass er der Polizei kein Unbekannter war, dass er wieder sowas tun könnte?
    Ich „könnte“ auch.

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