Anzeige
Anzeige

Museum im Museum: Alte Schnitterkaserne eröffnet wieder

25. März 2017

Am 1. April startet das AGRONEUM Alt Schwerin mit der Wiedereröffnung der Dauerausstellung in der Schnitterkaserne in die Saison 2017. Ab 10 Uhr soll die sanierte Schnitterkaserne mit ihrer wechselvollen Geschichte festlich eröffnet werden.
Der Gutsbesitzer H. Schlutius ließ 1904 die Schnitterkaserne bauen, um ca. 100 Saisonarbeiter (Schnitter) für das Gut Alt Schwerin unterbringen zu können. Das Gebäude wurde in den 1960er Jahren dreiseitig verputzt. Die Rückseite repräsentiert noch die originale Klinkerfassade.

Nach Verlust seiner eigentlichen Bestimmung, besonders nach 1945, durchlief das Haus eine sehr wechselvolle Geschichte als Schule, Kindergarten, Gemeindebüro, Dorfgaststätte, Konsum und schließlich, bis zum heutigen Tag, auch als Museum.

Die sich dort befindliche zentrale Ausstellung, die 1988 gestaltet wurde, gibt einen geschichtlichen Überblick zu ca. 5.000 Jahren mecklenburgischer Landwirtschaftsgeschichte. Sie ist weitestgehend im Originalzustand erhalten. Es erfolgte keinerlei Veränderung der Präsentation und der Texte, obwohl diese unverkennbar die tendenziöse, ideologisch gefärbte Sichtweise des DDR-Geschichtsverständnisses widerspiegeln. Die gesamte Ausstellung gilt als Exponat, als „Museum in Museum“!

In insgesamt zehn Räumen ist die mecklenburgische Agrargeschichte von den ersten jungsteinzeitlichen Besiedlungen bis hin zur Produktions- und Lebensweise der 2. Hälfte des 20.Jh. mit vielen wertvollen und seriösen Exponaten dargestellt. Die Ausstellung dokumentiert die Besiedlungsgeschichte im Mittelalter, das Bauernleben des 18.Jh., das Glashüttenwesen in Mecklenburg, die landwirtschaftliche Industrialisierung und  die Agrarökonomie.  Einen besonderen Effekt besitzt die Rekonstruktion eines „Schnitterraumes“, in dem (privilegiert) vier Vorarbeiter untergebracht waren.

Ebenfalls pünktlich zum Saisonbeginn hat  die fast 175 Jahre alte Erdholländerwindmühle  ihre neuen Flügeln erhalten. Weithin sichtbar macht die Mühle als Wahrzeichen von Alt Schwerin auf das AGRONEUM aufmerksam (WsM berichtete)

Die Holländerwindmühle stammt ursprünglich aus dem vorpommerschen Jarmen, wo sie 1843 gebaut und 1885 mit Windrose und Jalousieklappen modernisiert wurde. Mit Unterbrechungen war sie bis 1955 in Betrieb. Täglich konnte eine Tonne Getreide vermahlen werden.

1964 erwarb das Alt Schweriner Museum die Mühle mit der erhaltenen Ausstattung. Im Mai/Juni 1974 wurde die Mühle abgebaut und 1975 begann der Wiederaufbau in Alt Schwerin.

Der Mühlenkörper ist 13 m hoch, mit senkrecht stehenden Flügeln erreicht das Bauwerk eine Höhe von 24 m. Die Flügel haben eine Spannweite von 22 Metern. Der Durchmesser des Kammrads beträgt 3,60 m. Bei einem Übersetzungsverhältnis der Windrose von 1:500 dreht sich die Haube bei 500 Umdrehungen der Windrose einmal um 360°. Hartholzschindeln bedecken die Außenhaut.

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*