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Nach Unfall in Vietzen: Familie aus Vipperow bedankt sich bei den Rettern

8. Oktober 2017

Nahezu täglich berichten wir über Unfälle in der Region, erfahren aber nur selten die Geschichte dahinter. In diesem Fall ist das anders. Gestern trafen wir den 15-jährigen Iven aus Vipperow, zusammen mit seinen Eltern, beim Herbstfest des Dorfes. Nicht nur für die Bewohner des Ortes ein bewegender Moment.

Es war der 11. September gegen 7:05 Uhr. Ein herrlicher Spätsommertag. Wolkenloser Himmel und Sonne – tiefstehende Sonne. Genau das wurde dem 15-jährigen Iven Stock aus Vipperow zum Verhängnis. Der Schüler war gerade auf dem Weg zur Schule nach Rechlin. Am Fußgängerüberweg an der B198 wartete Iven an der Ampel auf sein Grünzeichen. Als er die Straße überquerte erfasste ihn ein Lkw – der Fahrer offenbar geblendet von der tiefstehenden Sonne. Iven stürzte und blieb regungslos liegen. Sofort verständigten Augenzeugen den Notruf und die Eltern des Jungen, anschließend leisteten sie erste Hilfe. Nur wenige Minuten später trafen der Notarzt und ein Rettungswagen an der Unfallstelle ein. Parallel wurde der Güstrower Rettungshubschrauber „Christoph 34“, ebenfalls besetzt mit einem Notarzt, alarmiert.

Inzwischen kamen auch die Eltern Silke und Matthias Stock an die Unfallstelle. „Es war ein Schock, unser Kind lag auf der Straße und wir konnten ihm nicht helfen. Wir erinnern uns nur sehr ungern daran. Viele Ersthelfer waren bereits vor Ort, die sich um ihn kümmerten. Dafür sind wir so dankbar“, sagte die Mutter. Zwei Notärzte versorgten Iven im Rettungswagen, während die Eltern auf der Straße um ihren Sohn bangten. Die Notfallmediziner verabreichten Medikamente und legten Infusionen an, stellten so die Transportfähigkeit des Jungen her. Kurz darauf wurde entschieden, Iven mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik zu fliegen.

Sofort machten sich die Eltern auf den Weg in das Neubrandenburger Klinikum. Dort erfuhren sie die ersten Diagnosen. Iven erlitt durch den Unfall Schädel- und Bauchverletzungen. Vier Tage verbrachte er auf der Intensivstation, seine Mutter blieb Tag und Nacht am Bett ihres Sohnes. Erst 15 Tage später konnte Iven das Klinikum wieder verlassen. Auch heute noch ist er wegen der Folgen des Unfalls in fachärztlicher Behandlung.

Was die Eltern aber wirklich bewegte, war die Anteilnahme der Menschen in Vipperow und der Umgebung. Das wurde auch gestern beim traditionellen Herbstfest des Dorfes deutlich. Iven ist in dem kleinen Dorf bei Röbel überall bekannt, und umso schlimmer war es für die Bewohner, als sie von dem Unfall erfuhren. „Viele haben uns angerufen und sich nach Iven erkundigt, unter anderem auch der Fahrer des Lkw hat sich gemeldet. Selbst die Firma, in der er beschäftigt ist, bot ihre Hilfe an“, sagte die Mutter. „Aber wir möchten uns auch vor allem bei den Menschen bedanken, die Iven am Unfallort geholfen haben und auch bei denen, die immer in Gedanken bei uns gewesen sind. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Alle waren sehr nett zu uns und Iven war in guten Händen. Die schnelle Rettung, der Hubschrauber, einfach alles. Ein großes Dankeschön an die beiden Notärzte, dem Piloten, dem Rettungsdienstpersonal und natürlich den Ersthelfern“, ergänzte die Mutter.

Iven selbst kann sich derzeit nicht mehr an den Unfall erinnern und auch den Flug mit dem Rettungshubschrauber nach Neubrandenburg hat er nicht mitbekommen. Es wird noch einige Zeit dauern bis sich Iven gänzlich von den Folgen des Unfalls erholt haben wird. Am Montag geht er das erste Mal wieder zur Schule und freut sich sogar darauf. Ganz sicher hat er auch viel zu erzählen.

Text und Fotos: Nonstopnews Müritz


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