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Seltsame Plakat-Koalitionen an den Laternenmasten der Region

10. August 2016

Die Grünen ausgerechnet gemeinsam mit Mc Donalds, CDU-Mann Thomas Diener mit Antik & Trödel, SPD-Frau Nadine Julitz und die Alfa-Partei „hängen“ mit einem Trödelmarkt zusammen und Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat landesweit die Hände in den Taschen – auch neben „Damen“: Wahlkampf muss nicht langweilig sein. Wer mit offenen Augen durch die Dörfer und Städte an der Seenplatte geht, kann mitunter seltsame „Koalitionen“ beobachten.

Pl5Der Grund: An den Laternen hängen neben den Wahlplakaten auch immer aktuelle Hinweise. Zum Beispiel der, dass man zu einem Drogeriemarkt an der B192 „rechts abbiegen soll“. Wohl deshalb hat auch die NPD ihr Wahlplakat dort platziert.

Aber die Christdemokraten sind im wahrsten Sinne des Wortes „auch nicht von Pappe“: So lächelt Spitzenkandidat Lorenz Caffier ausgerechnet in der Mozartstraße von zwei Laternenpfählen, an denen sonst nur die Rechtsextremen ihre Plakate befestigt haben, die Caffier verbieten lassen will . Eines der Innenminister-Plakate schaut sogar auf die bekannteste Immobilie der Rechten in Waren, man könnte fast meinen, Doris Zutt und Co stehen unter seiner Beobachtung.

Ganz andere Probleme beklagt der Landesverband der Alternative für Deutschland (AfD). Er wirft der SPD vor, gezielt AfD-Wahlplakate zu beschädigen. Anlass sei ein Fall vor Kurzem bei Plau, wo SPD-Plakatierer dabei beobachtet worden seien. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass Beamten in dem Fall in Plau unterwegs waren.

Die kommerziellen SPD-Plakatierer haben ein Plakat mit dem Bild von Ministerpräsident Sellering an einer Laterne befestigt und damit das AfD-Plakat so hochgedrückt, dass es „bis zur Unkenntlichkeit zusammengeschoben wurde“, erklärten AfD-Sprecher als Zeugen. Dies sei auch kein Einzelfall, man sehe immer wieder, dass SPD-Plakate unter denen der AfD hingen, und die eigenen davon zusammengedrückt wurden. Das wurde auch schon in Waren auf der Herrenseebrücke beklagt.

Die Polizei sieht das nicht ganz so dramatisch: Die SPD-Plakatierer hätten den Beamten versichert, dass das AfD-Plakat „nicht vorsätzlich“ beschädigt wurde, heißt es. Es werde nun nicht wegen Sachbeschädigung ermittelt. Man habe darauf hingewiesen, dass eine zivilrechtliche Auseinandersetzung möglich sei.

Im Nordosten beklagen derzeit aber alle Parteien größere Zerstörungen als sonst an der Wahlwerbung. Nach Angaben der Polizei wurden mehr als 450 Beschädigungen gemeldet, die meisten beträfen AfD und rechtsextreme NPD. Mehr als 20 Tatverdächtige wurden ermittelt. Einen besonderen Streich haben Unbekannte den Rechten in Ferdinandshof in Vorpommern gespielt: Sie malten zwei Hakenkreuze auf große Plakataufsteller der NPD. Diese sollten daraufhin entfernt werden.

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2 Antworten zu “Seltsame Plakat-Koalitionen an den Laternenmasten der Region”

  1. Ralf Huth sagt:

    Was bin ich froh, wenn die Wahl vorbei ist und ich nicht mehr auf Schritt und Tritt von seltsam übertrieben lächelnden Politikern oder die, die es noch werden wollen, verfolgt werde. Das ist die schreckliche Seite der Wahlen.

  2. w sagt:

    Ich finde das toll!
    Wie schön, mit der kommerziellen Werbung unter, über und neben den Wahlplakaten ergeben diese einen Sinn. Hingen die Kandidaten dort allein durch, wäre wegen der Inhaltsleere die sofortige Entfernung, weil parteischädigend, gut begründet. Und das ganze hat noch was Gutes: Da rote, grüne, gelbe, blaue, lila und braune Parteisoldaten ihre angewitterten Kandidaten zwar hernach vom Mast nehmen, dabei rieselnden Müll aber nicht wegräumen, freuen sich Bastelfuzzys über die vielen kurzen, aber noch brauchbaren Kabelbinder.
    Weiter so!

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