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Traditionsunternehmen macht dicht

23. Januar 2015

Ganz schlimme Nachrichten erreichen uns vom Warener Traditionsunternehmen Nölke: Nachdem wir gestern berichtet haben, dass der Fleisch- und Wursthersteller in der Springer Straße an die „zur Mühlen Gruppe“ verkauft wurde, ist den 120 Mitarbeitern heute mitgeteilt worden, dass der Betrieb zum 31. Juli 2015 schließt.
Alle Beschäftigten sollen ihre Kündigungen in den nächsten Tagen per Post erhalten. Darunter Frauen und Männer, die seit mehr als 30 Jahren im Unternehmen tätig sind. Teilweise werden sogar Ehepartner gleichzeitig arbeitslos.
„Viele Mitarbeiter haben sich nach der Nachricht weinend in den Armen gelegen“, erzählen die geschockten Müritzer.
Das Unternehmen aus der Müritzstadt – 1977 als VEB Fleischwirtschaft gegründet – gehört seit Anfang der 90-er Jahre zur Nölke-Gruppe, die an insgesamt vier Standorten in Deutschland produziert – unter anderem die bekannte Marke Gutfried, deren Produkte zum Teil auch in den Warener Hallen entstehen.
Noch in dieser Woche hatte Nölke in einer Pressemitteilung erklärt: “Unsere Familie sieht in dem Verkauf der Heinrich Nölke GmbH & Co. KG in einem zunehmend schwieriger werdenden Marktumfeld ihren Beitrag zur Sicherung des Unternehmens”.
Die neuen Eigentümer haben sich trotz Nachfrage noch nicht geäußert.
Für den Warener Betrieb war der Verkauf aber keine Sicherung, sondern der Todesstoß.

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10 Antworten zu “Traditionsunternehmen macht dicht”

  1. Erst Müritz Hotel jetzt diese Nachricht von nölke dann Friedrichsen ,wer ist der nächste? Wir kriegen schon nicht das meiste Geld aber wie man sieht sind die Ossis auch schon zu teuer,aber das darf ja keiner äußern.Die Menschen können ja von unserer guten Luft und den vielen Urlaubern (zum Glück) existieren . Mfg

  2. Mikki sagt:

    Leider wieder mal Kapitalismus pur, das haben wir Ossis auch nach vielen Jahren noch nicht richtig verstanden.

    Mich würde nicht nur die Meinung des ’neuen Eigentümers‘ interessieren, sondern auch die Meinung des Unternehmens ‚Nölke‘ und deren herzzerreißende Aussage:

    “Unsere Familie sieht in dem Verkauf der Heinrich Nölke GmbH & Co. KG in einem zunehmend schwieriger werdenden Marktumfeld ihren Beitrag zur Sicherung des Unternehmens”.

    Hat die Firma ‚Nölke‘ 8.50 EUR Mindestlohn dazu veranlasst, alles aufzugeben?
    Hat die Firma ‚Nölke‘ gewusst/geahnt was nach dem Verkauf passiert?
    Hätte die Firma ‚Nölke‘ diesen Verkauf nicht besser mit Bedingungen verkaufen können (z.B. keine Entlassungen für xy Jahre etc.?)

    MfG

  3. kida sagt:

    Verstehe ich nicht ,kauf bricht doch nicht Vertrag, der neue Eigentümer müsste doch für mindestens ein Jahr alle Verträge erfüllen und alle Arbeitnehmer weiterbeschäftigen.

  4. Katrin sagt:

    Noelke hat gekündigt, nicht der neue Eigentümer.
    Der Betrieb werde ersatzlos, dauerhaft und
    vollständig stillgelegt

  5. Franki sagt:

    Die Stadt Waren kann nun endlich den Traum einer eigener Schwimmhalle verwirklichen. Ein idealer Standort! Ich glaube nicht, dass sich hier ein neues produzierendes Unternehmen ansiedelt.

  6. Franzl sagt:

    Die Heinrich Nölke GmbH & Co. KG – zu der auvh die Müritzer Fleisch- und Wurstwaren gehört – wurde Anfang 2015 an die Zur Mühlen Gruppe verkauft. Und die Zur Mühlen Gruppe schließt jetzt die Betriebsstätte in Waren.
    Die werden Synergien mit ihren anderen Betrieben nutzen denn Würstchen, Brüh- und Kochwurst kann fast jedes Wurstunternehmen herstellen
    Bitter für die Miarbeitet…..aber vorhersehbar

  7. keule sagt:

    Ich möchte meinen Kommentar mit einem Zitat aus dem Halle für die glatt vom 27.01.15
    beginnen.“Auch die Aussage,dass mit der Schließung des Warener Standortes die Gefahren für das gesamte Unternehmen abgewendet werden sollen, lässt möglicher-
    weise darauf schließen,dass es den Versmoldern nicht so ergehen wird wie aktuell
    den fast 150 Mitarbeitern in Mecklenburg-Vorpommern.“
    Ja was für eine Aussage ist dass denn?Hatte dieser Pressesprecher die zurückliegenden
    Jahre bzw.2 Jahrzehnte nicht im Blick?Der Warener Standort mit seinen fleißigen Mitarbeitern war es doch,der die Fahnenstange hoch gehalten hat,mit seinen grandiosen Ergebnissen.Ich weiß wovon ich spreche.Jetzt soll dieser geschlossen werden
    damit Versmold überlebenden kann?Hier stellt Mann doch die Tatsache auf den Kopf.
    Interessant ist auch die Aussage des Betriebsrat Steuer der bisher keine Berührungs-
    Punkte zum Warener Werk sah.Es war ja auch alles wunderbar gelaufen und die Mit-
    Arbeiter sollten ja auch durch den Betriebsrat in Versmold vertreten werden.Mann
    wollte ja in Waren keinen „Ableger“.Ich hoffe nur für die Warener Mitarbeiter das sich
    die Haltung des Herr Steuer ändert und er was Positives bewirkt.
    Kollegen denkt daran!Wer Kämpft kann Verlieren.Wer nicht Kämpft hat bereits verloren.

  8. keule sagt:

    Zum Anfang.Gemeint ist das Haller Kreisblatt.

  9. Wolle sagt:

    Nanu ich vermisse hier unsere ach so hoch gelobten Stadtvertreter ,Herrn Norbert Möller und der ach so kluge Herr Drühl.
    Wo sind sie denn um den Kollegen und Kolleginnen der Fleischwirtschaft wenigstens moralische Unterstützung zu kommen zu lassen.
    Nun es gab ja nichts um sich zu profilieren ,oder gar Essen und Getränke ( Sekt ) umsonst ,auch fehlte der Fotograf ,leider kein Platz um sich im Vordergrund zu heben um sich mit fremden Federn zu schmücken ,was ja in der Vergangenheit meist klappte.
    Jetzt sind sie meine Damen und Herren der Stadtvertretung gefragt um endlich zu reagieren ,wozu bekommen sie ihr Geld ,es geht um Menschen und ihre Existenz .
    Ein Betrieb nach den anderen geht in Waren kaputt , wir können nicht vom Tourismus allein existieren ,wann begreift man es endlich in der Stadtvertretung .
    Wichtig sind Arbeitsplätze in der Stadt und nicht solche Objekte wie der Stadthafen ,davon kann keiner essen.

  10. Ulrich Lehfeld sagt:

    Liebe Warener, mein herzliches Beileid zum Verlust Eurer Arbeitsplätze. – Aber die Schließung Eures Werkes hat noch eine andere Seite, nämlich den Verlust ausgezeichneter Qualitätsprodukte für uns Konsumenten. Ich als Berliner hatte mich nach langem Probieren auf die „Müritzer Würstchen“ als mit Abstand bestem Produkt auf diesem Sektor eingestellt und sie viele Jahre lang regelmäßig gekauft. Irgendwann 2015 gab es diese meine Lieblingswürstchen plötzlich nicht mehr bei Netto. Ich habe verzweifelt mehrmals den ganzen Laden durchsucht und nachgefragt, bis ich jetzt im Internet die traurige Gewissheit gewonnen habe, dass auch gut funktionierende und produzierende Fabriken wie Eure im Kapitalismus gnadenlos über die Klinge springen müssen, wenn der Profit es so will. – Im Sinne der Arbeiter und der Konsumenten ist das der völlig falsche Ansatz. Ich darf jetzt die minderwertigere Ware konsumieren und die Arbeiter dürfen stempeln gehen. – Ursprünglich waren Produktionsstätten mal für die Bedürfnisse der Menschen eingerichtet worden und für angemessen bezahlte Arbeit. Der Profit stand nicht so im Vordergrund wie eine gut ausreichende Kostendeckung. Heute zählt nur noch der Profit. Die Menschen, für die und durch die produziert wird, zählen nur noch, wenn sie als Käufer möglichst hohe Preise zahlen und als Arbeiter möglichst geringe Löhne empfangen. Der Profit kann nie hoch genug sein. Die ohnehin Satten werden so noch satter. Der Begriff „Freie Markwirtschaft“, unter dem diese Entwicklung abläuft, bedeutet doch nur die Freiheit zu unverschämt hochpreisigem Verkauf, oft schon am Rande des Betruges und in sinkender Qualität, und die Freiheit zu nahezu ungehemmter Ausbeutung von Arbeitskräften. Früher wurde uns diese Erkenntnis mal eingebleut und wir wollten sie nicht wahrhaben. Heute haben wir sie verarbeitet, aber es ist zu spät….

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