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Viele Betrugsversuche in der Region – Die meisten sind zum Glück gescheitert

17. November 2017

Gebetsmühlenartig warnt die Polizei seit Jahren vor dem sogenannten Enkeltrick und anderen Trickstraftaten zum Nachteil älterer Bürger in allen möglichen Varianten. Die Betrüger, da sind sich die Ermittler sicher, werden in ihren Versuchen nicht nachlassen, solange es ihnen immer mal wieder gelingt, damit an hohe Geldsummen zu gelangen. Sie handeln hartnäckig und perfide und bringen ihre betagten Opfer damit oft in existenzielle Schwierigkeiten.
Allein in diesem Monat kam es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, zu dem auch die Müritz-Region gehört, zu 26 Straftaten dieser Art, allein 14 davon am gestrigen Tage. Dabei ist jedoch von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen.

Gestern konnte in Neubrandenburg eine Person vorläufig festgenommen werden. Eine 80-Jährige hatte am Nachmittag einen Anruf von ihrer angeblichen Enkelin erhalten, die dringend
mehrere Tausend Euro für einen Immobilienkauf benötigen würde. Die clevere Seniorin ging zum Schein darauf ein, informierte jedoch die Polizei. Die Dame wurde durch die Beamten intensiv betreut.

Gleichzeitig liefen verdeckte Maßnahmen, auf die aus verständlichen Gründen nicht eingegangen werden kann. Den gesamten Nachmittag und frühen Abend gingen mehrere Kontrollanrufe der „Enkelin“ ein, welche die Geschädigte souverän meisterte. Gegen 18:30 Uhr sollte dann die Geldübergabe erfolgen, da die Enkelin überraschenderweise verhindert war. Die eingesetzten Beamten der Kriminalpolizeiinspektion und des Polizeihauptreviers Neubrandenburg konnten bei der fingierten Übergabe einen 43-jährigen polnischen Staatsangehörigen vorläufig
festnehmen.

Nach Beendigung der Beschuldigtenvernehmung und aller strafprozessualer Maßnahmen lagen keine Haftgründe mehr vor. Es ist bisher davon auszugehen, dass es sich lediglich um einen sogenannten „Abholer“ handelt und die Hintermänner nicht persönlich in Erscheinung treten. Die Ermittlungen dauern an.

Leider sind zwei dieser Betrugsmaschen gestern erfolgreich gewesen. Eine 52-Jährige aus Sassnitz fiel im Zeitraum vom 8. bis zum 16. November (mehrere Anrufe) auf ein Gewinnspielversprechen herein. Ihr wurden 89.000 Euro in Aussicht gestellt, wenn sie eine Bereitstellungssumme zahlt. Die Geschädigte verlor durch Geldtransfer und Übermittlung von STEAM-Gutschein-Codes über 7.000 Euro.

Aufmerksame Mitbürger verhindern weitere Betrügereien

In Ahlbeck konnte die Mitarbeiterin einer Postbank wohl Schlimmeres verhindern. Ein 64-Jähriger wollte mehrere Tausend Euro auf ein albanisches Konto überweisen, was der Angestellten verdächtig vorkam. Sie lag damit richtig. Auch diesem Mann war ein Gewinn von über 80.000 Euro in mehreren Anrufen versprochen worden, sofern er die Bereitstellungssumme begleichen würde. Von der Überweisung konnte er Dank der Mitarbeiterin der Postbank abgehalten werden. Er hatte jedoch im Vorfeld bereits die Codes von ITunes-Karten im Wert von etwa 1000 Euro am Telefon durchgegeben.

Am 14. November konnte eine Taxifahrerin eine 80-Jährige in Stralsund gerade noch vor einem Verlust von mehreren Tausend Euro bewahren. Statt die Geschädigte zu einer Transfergesellschaft zu fahren, begab sich die Taxifahrerin mit der Seniorin, die diese Betrugsmasche auch bei Aufklärung nicht erkennen konnte, zur Polizei.

„Auf solche aufmerksamen Mitbürger wie die Taxifahrerin und die Bankangestellte sind wir angewiesen und danken ihnen sehr herzlich“, heißt es von der Polizei.

Zu den übrigen Versuchen kam es in unserem Bereich beinahe täglich. Es handelte sich um falsche Gewinnspielversprechen, Drohungen von falschen Inkassounternehmen, klassische Enkeltricks mit Vorgabe aller möglichen Verwandtschaftsverhältnisse und falschen Polizisten, die nach Vermögen und Sicherungen am Haus fragten.


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