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Wegen Trennung: Erst Geldregen, dann Brand – Bewährungstrafe für Mann aus Mirow

18. August 2016

Der ominöse Geldregen von einem Baum in Mirow und ein Hausbrand wenige Tage später hängen zweifelsfrei zusammen. Das hat der Prozess am Mittwoch ergeben. Der Brandstifter, ein 56 Jahre alter Unternehmer aus der Kleinstadt, hat am Amtsgericht Waren ein Geständnis abgelegt. Das Urteil lautetete dann: Eineinhalb Jahre Freiheitsstrafe, die für zweieinhalb Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Außerdem soll der Mann jeden Wohnsitzwechsel melden und 5000 Euro an einen Verein zahlen, der krebskranken Kindern hilft. Der Verurteilte war bisher nie mit Gesetzen in Konflikt gekommen.

Zuvor hatten Verteidigung, die Staatsanwaltschaft und Richter Manfred Thiemontz eine Absprache getroffen: Maximal ein Jahr und neun Monate Haft, die zur Bewährung ausgesetzt werden, wenn der Beschuldigte umfangreich gesteht.

MirowSo kam es dann auch: Sichtlich bewegt erklärte der Unternehmer, dass er die Vorwürfe einräume. Er könne sich kaum noch daran erinnern, denn er habe sich damals in einer Ausnahmesituation befunden. Im Keller des Hauses war Benzin vergossen und angezündet worden, hatte ein Gutachter ermittelt. „Ich habe mich im Sand gewälzt, denn ich hatte selbst Feuer gefangen“, sagte der Verurteilte, der Vrebrennungen an den Händen erlitt.

Die ungewöhnlichen Vorfälle hängen mit einer Trennung zusammen. Der Mann stammt aus Hamburg und kam nach 1990 an die Seenplatte. Er war elf Jahre verheiratet, wie er vor Gericht sagte und hat zwei Kinder, die acht und vier Jahre alt sind und nicht bei ihm leben.

Aber dann kam die Trennung, die er scheinbar schwer verkraftete. Im Zuge dessen wurden zuerst rund 200 000 Euro in einem Baum versteckt, der auf dem Firmengelände des Mannes steht. Wegen der selten großen Sommerhitze im Juli 2015 hatten sich die Enden des Abwasserrohres, in dem das Geld in einer Plastiktüte steckte, abgelöst – die Klebebänder hielten nicht. Einzelne 50-Euro-Scheine flatterten hinunter.
Passanten riefen die Feuerwehr und Ordnungshüter, die insgesamt 200 000 Euro in dem Rohr in fast 15 Metern Höhe fanden und aufsammelten.

Wenige Tage später brannte das Haus des Paares in Mirow. Die Frau habe aber schon in Hamburg gelebt. Weil der Mann eine „positive Sozialprognose“ habe und weil er auch schon begonnen habe,
die Vermögensauseinandersetzung zu Ende zu bringen, erklärte sich die Staatsanwältin einverstanden mit einem Bewährungsurteil.

„Positive Sozialprognose“ bedeutet, dass jemand voraussichtlich in Zukunft nicht wieder straffällig wird.
Auf solche Brandstiftungen können normalerweise Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren verhängt werden.

Das Geld aus dem Rohr hat der Mann inzwischen auch zurück erhalten.


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